Geliebte Miez gestorben - habe ich sie im Stich gelassen?

Liebe Tierfreunde, meine Miez ist Weihnachten in meinem Arm gestorben. Sie hat mich so hilfesuchend angesehen und ich konnte nichts tun. 3 Tage vor Weihnachten hat sie aufgehört zu fressen. Die Werte beim Tierarzt waren in Ordnung und dann stirbt sie mir weg. Ich werde einfach das Bild nicht mehr los. Ständig hör ich sie laufen oder sehe sie und es ist doch keiner da. Was kann ich nur tun, um damit klar zu kommen. Ich hab das Gefühl, dass ich sie im Stich gelassen habe.

7 Antworten

liebe hanniclaudi. Es tut mir aufrichtig leid, was geschehen ist. Ich kann Deinen Schmerz sehr nachvollziehen. Aber Dich trifft keine Schuld. Du hast alles getan, was richtig und nötig war, warst mit ihr beim Tierarzt. Es ist immer schlimm, einen Weggefährten zu verlieren. Mir steht es noch bevor, meine Katze ist jetzt 17 und schon seit 7 Jahren nierenkrank. Und glaub mir: ich habe in meinen 52 Lebensjahren schon viele Tränen wegen verstorbener Haustiere vergossen; ob es Mäuse, Hasen, Hamster oder (noch als Kind) auch Katzen waren. Meine Mietze hab ich jetzt so viele Jahre schon und weiß, einen Abschied muss es mal geben. Vielleicht helfen Dir ja diese Zeilen hier etwas, um das Du Trost finden kannst. Ich habe sie irgendwann mal im Net gefunden. Ich wünsche Dir so sehr alles Gute und sei stark !

Eine Leihgabe von Gott

Ich werde Dir für eine Weile dieses Tier leihen, sagte Gott. Damit Du es liebst, während es lebt und damit Du um dieses Tier trauerst, wenn es gegangen ist. Vielleicht bleibt es für zwölf oder vierzehn Jahre, oder vielleicht auch nur für zwei oder drei Jahre. Aber wirst Du, bis ich es zurückrufe, für das Tier sorgen?

Es wird Dich mit all seinem Charme erfreuen und sollte auch sein Aufenthalt kurz sein, wirst Du Dich immer an das Tier erinnern, auch in Deinem größten Kummer. Ich kann Dir nicht versprechen, dass es bleiben wird, weil alle von der Erde wieder zurückkehren. Denn es gibt Dinge die hier gelernt werden müssen, die dieses Tier lernen darf. Ich habe um die ganze Welt geschaut, um einen geeigneten Lehrer zu finden. Und von allem Volk, das sich auf der Erde tummelt, habe ich Dich gewählt. Nun wirst Du ihm all Deine Liebe geben, nicht das Unvermeidliche scheuen, noch mich hassen, wenn ich komme, um es zurückzuholen.

Früher, wenn die Menschen sagten: "Mein Gott, Dein Wille geschehe" wussten sie, eine Seele darf nach Hause gehen, wenn seine Zeit gekommen ist. Trotz aller Freude, die dieses Tier Dir bringen wird, gehst Du das Risiko von großem Schmerz ein. Wirst Du es mit Zärtlichkeit aufnehmen, wirst Du es lieben, während Du darfst und für das Glück, das Du kennen lernen wirst, für immer dankbar sein? Aber sollte ich es früher zurückrufen, als Du rechnest, bitte trage tapfer den bitteren Schmerz der kommt und versuche zu verstehen, denn auch für Dich ist es eine Erfahrung, die Du nur auf der Erde machen kannst.

Erinnere Dich daran, als Du es mit Deiner Liebe umhegen konntest, halte jeden Moment eures vertrauten Bandes fest und sei sicher: Es liebt Dich auch jetzt noch, denn unsere Seele ist ewiglich.

(Verfasser unbekannt) *

Ich danke dir fĂŒr diese Zeilen. Ich werde versuchen daran zu denken wenn ich das GefĂŒhl habe den schmerz nicht zu ertragen.

liebe hanniclaudi, lass Deinen TrĂ€nen und dem Schmerz nur freien Lauf. Ich weiß, unsere Antworten helfen nicht wirklich, Deinen Schmerz zu besiegen, aber etwas lindern können wir ihn. Weißt Du, auch meine Mutti (77) hat inzwischen 4 Tiere hintereinander verloren, 2 Kater und 2 Dackel. Bei den Dackelweibchen, es waren Mutter und Tochter, war es Krebs; bei den Katern Niereninsuffizienz. Sie wurden nicht so alt, wie sie hĂ€tten werden können, aber meine Mutti hat ihnen bis zum letzten Atemzug alles gegeben. Mit diesen sĂŒĂŸen war ich auch 10 Jahre verwachsen und habe meine Mutti viel getröstet. Auch ich habe immer geweint, wenn Mutti mich anrief....Es ist jetzt 1 Jahr her (Silvestertag 2012), als sie den letzten gehen lassen musste. Sie haben alle in Mutters Garten ihre letzte Ruhe gefunden, und immer wenn wir daran vorbei gehen, spricht sie mit trĂ€nenreicher Stimme von ihnen. ich glaube nicht an Gott, aber diese Zeilen, die ich Dir schickte, sind etwas Balsam, wie ich finde....Du brauchst sehr viel Zeit, um alles zu verarbeiten. Lass Dir die Zeit, lass den Schmerz zu und die Trauer. Denke an die schönen Begebenheiten und versuche dabei doch zu lĂ€cheln.

Reddevil, so eine gute Antwort auf eine Frage wie Deine Antwort vom 2. Januar habe ich in einem Forum noch nie gelesen.

Dankeschön, ErnstPylobar. Weißt Du, mein ganzes Herz hĂ€ngt auch an meinem Tier, und ich weiß nur selber zu gut, wie es ist, wenn man -egal ob plötzlich oder langsam- loslassen soll. Man kann nichts mehr essen, man kann nicht mehr schlafen, man weint nur noch, weil der geliebte GefĂ€hrte nicht mehr da ist. Und immer ist es zu frĂŒh, und man wollte doch noch viel mit dem geliebten Haustier zusammen sein...warum nur....

Du solltest ruhig um Deine Katze trauern und lass auch ruhig den Tränen freien Lauf, denn das erleichtert. Ich denke nicht, dass Du Deine Katze im Stich gelassen hast, kann aber nachfühlen, wie Du Dich fühlst.

Vielleicht denkst Du ja doch noch mal dran, einer Katze aus dem Tierheim ein liebevolles Heim zu geben, wenn Du wieder ohne Trauer an Deine Katze denken kannst. Die Zeit hilft dabei.

Ich hatte die Verantwortung fĂŒr morli und ich hab es nicht geschafft da zu sein als sie mich brauchte. Damit werd ich leben mĂŒssen. Wo ist ein mĂ€useloch wo ich reinkriechen kann?

Das tut mir wahnsinnig leid für dich, sowas ist furchtbar! Mir hat es auch nicht geholfen, mich abzulenken. Ich habe tagelang an der Stelle gesessen, wo mein Kater in seinen letzten Tagen immer lag, irgendwann war ich in der Schule und meine Mutter hat alles Zeug weg geräumt, erst fand ich das furchtbar, aber im nachhinein würde ich sagen, dass es mir geholfen hat, sonst hätte ich mich da noch viel mehr rein gesteigert. Ich weiß, dass es dir nicht viel helfn wird, aber immehin musste deine Katze nicht so lange leiden und sie hatte einen schönen Tod- in den Armen ihres geliebten Menschen. Du konntest nichts mehr für sie tun außer für sie da zu sein, und dass hast du getan. Ihr tut jetzt nichts mehr weh. "Den eignen Tod den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben" sagte Mascha Kaleko, und da hat sie recht. Ich bin in dieser Zeit viel spazieren gegangen, weit weg, wo ich nicht mit irgendwelchen Menschen reden musste, und irgendwann ging es mir besser. Meine verstorbenen Tiere fehlen mir immernoch, das werden sie immer, aber ich bin nichtmehr so traurig wie am Anfang. Mach bitte nicht den Fehler, dir zur Ablenkung eine neue Katze zu holen, das hilft nicht! Keine katze wird sein wie Morli, jede wirst du mit ihr vergleichen. Mach dir keine Vorwürfe, du konntest ihr nicht helfen, das war nicht deine Schuld. Du warst in ihren letzten Augenblicken für sie da, hast sie friedlich in deinen Armen einschlafen lassen, ein größeres Geschenk hättest du ihr nicht machen können! Ich wünsche dir alles gute, sei traurig, und irgendwann wird es dir wieder besser gehen- ganz sicher!

Ich hab all die Sachen von morli weggerĂ€umt, weil ich stark sein wollte. Um Abschied zu nehmen hat sie eine kleine Beerdigung auf dem Tierfriedhof bekommen. Ich wollt meine treue Begleiterin nicht ^verscharren^. Und nun Sitz ich nachts am Fenster, werd das Bild von ihrem hilfesuchenden Blick nicht los und hab das GefĂŒhl verrĂŒckt zu werden.

stell Fotos von ihr auf (wenn du das noch nicht gemacht hast) und versuche, nicht dieses letzte Bild von ihr in Erinnerung zu behalten, sondern die vielen schönen Momente, die, in denen es ihr gut ging. Solange du sie noch klar vor dir sehen kannst, ihre ANwesenheit noch manchmal zu spĂŒren und ihre Schritte zu hören glaubst, ist das noch möglich. (Das Bild, was ich von meinem ersten Hund in erinnerung behalten habe ist, wie er alleine, tot, kalt auf dem Untersuchungstisch liegt als ich aus der TĂŒr gehe und einen letzten Blick zurĂŒck werfe, es gibt nichtmal fotos von ihm). Auf die Gefahr hin, dass das jetzt irgendwie bescheuert klingt: Sie ist nicht auf dem Tierfriedhof. Sie ist in dir, durch eure gemeinsame Zeit, ĂŒber dir, und schaut, was du so treibst ohne sie (ich bin mir sicher sie wĂŒrde dich nicht traurig sehen wollen), und vorallem ist sie neben dir, wie sie es immer war. Du kannst sie vielleicht nicht sehen, aber ich bin mir sicher, dass du sie fĂŒhlen kannst wenn du nachts am fenster sitzt. Sie lebt weiter solange du da bist um dich an sie zu erinnern. Es klingt so, als ob du sie sehr geliebt hast, nein: Als ob du sie sehr liebst, und ich bin mir sicher, dass das alles ist, was sie wollte. Ich weiß nicht, wieviel gemeinsame zeit ihr hattet, sicher zu wenig, denn das ist es immer, aber versuch froh ĂŒber diese Begrenzte zeit zu sein und nicht nur traurig, dass sie zuende ist. Niemand, der sein Tier geliebt hat, wird einfach ĂŒber dessen Tod hinwegkommen, aber auch du wirst es irgendwann schaffen und nichtmehr nur traurig sein, sondern eher froh, froh, dass du sie kennenlernen durftest. Und ganz sicher hatte Morli ein tolles Leben bei dir, sie hat viel liebe erfahren und konnte ruhig und in Frieden sterben. Wenn es eine richtige Art fĂŒr eine Katze gĂ€be, um zu sterben, dann wĂ€re es diese gewesen: zuhause, in den Armen ihres geliebten Menschen, ohne lange Leiden zu mĂŒssen.

Danke,gatnegre, Leider hast nur allzu recht.

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