Katze sterilisieren lassen, obwohl sie 12 Wochen alte Katzenjungen hat?

Hallo unsere Katze hat 12 Wochen alte Jungen, die heute noch abgeholt werden (sind nur 2) und wir haben erst am Donnerstag 'nen Termin zum kastrieren weil die Tierärztin meinte es ware besser sie erst sterilisieren zu lassen, wenn die Babys weg sind, dann aber auch sofort.

Also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie wieder trächtig ist? Sie hat immer noch 3 Zitzen wo die Katzenjungen immer noch draus saugen. Merkt der Tierarzt das, wenn die trächtig ist? Also vor dem sterilisieren. Was ist wenn sie zB seit 5 Tagen trächtig ist das merkt man dann ja noch nicht und trzd sterilisiert ist???

5 Antworten

Lass Deine Katze auf jeden Fall kastrieren ! Die Gesäuge sollte der Tierarzt vorher anschauen. Auch wenn sie kurzfristig von einem Kater schon wieder gedeckt wurde, das macht in dem Stadium überhaupt nichts. Wichtig ist , daß die rasante Vermehrung von Katzen gestoppt wird- es gibt zuviele volle Tierheime mit Katzen die ein Zuhause suchen als das wir Menschen noch zur Vermehrung beitragen müssen....

Dazu folgende Frage: Ist die Katze eine Hauskatze oder eine Freigängerin? Bei einer Hauskatze müsste es ja dann im Haushalt noch einen Kater geben. Dann wäre es günstiger diesen zu kastrieren.

Grundsätzlich kann eine Katze schon sehr kurze Zeit nach der Geburt erneut tragend sein, selbst wenn die Jungen noch gesäugt werden. Das kann unter Umständen sehr schnell gehen. Ob der Tierarzt eine erneute Trächtigkeit in so frühem Stadium ohne weiteres feststellen kann, ist fraglich. Sollte die Katze tragend sein, werden die Phöten vermutlich die Narkose nicht überleben und als Fehlgeburt abgehen oder vom Körper der Katze resorbiert werden. Also kein Problem.

Eine Freigänger-Katze, habe noch 3 Kater aber die sind schon alle krastriert^^

Gut, dann musst du sie kastrieren lassen. Den Rest hab ich dir ja schon geschrieben.

Palpierbar, also abtastbar sind die Föten schon nach 2 Wochen. Ab dem 24. Tag wird die Herzleistung mittels Ultraschall sichtbar, und ab 43. Tag lässt sich die Welpenanzahl vorhersagen.

Hatte sie denn Freigang? Das wäre fahrlässig, zumal sie dann wieder trächtig sein könnte, ja - ich es aber nicht hoffe ‚Ķ! Begründung: Unkastrierte Katzen bedeuten am Ende Tierquälerei - sowohl für das unkastrierte Tier (der Deckakt ist Schmerz pur, und Tragezeit sowie Aufzucht sind körperlicher + psychischer Stress) als auch für die Katzen in den Tierheimen, denn deren Überfüllung ist die Antwort auf kastrationsmüde Tierbesitzer. Nicht zuletzt deshalb führen immer mehr deutsche Städte eine Kastrationspflicht ein. Wer sich als Katzenbesitzer weigert, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5000 ‚ā¨ rechnen, siehe auch http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12722740/Kastrationspflicht-soll-Katzenplage-eindaemmen.html

In √Ėsterreich gibt es mittlerweile sogar eine gesetzliche Kastrationspflicht f√ľr Katzen, deren Geldstrafen bei Zuwiderhandlung zwischen 70 und 3750 ‚ā¨ liegen, siehe auch http://www.gemeinde-preding.at/data/File/amtstafel/2013/kastrationspflicht.pdf . Dort d√ľrfen Katzen nur dann Junge bekommen, wenn sie aus registrierten Zuchten stammen.

Versetzt euch mal in eine Katze, die K√§fighaltung im Tierheim √ľber sich ergehen lassen muss: kaum Zuwendung, kein Tageslicht, keine Bewegungsm√∂glichkeit und ein Alltag, der vor Langeweile nur so strotzt - oft sogar monatelang! Eine(!) Katze ist da schon zuviel. Durch eine Kastration kann man dem gezielt entgegenwirken, da sie ja auch verhindert, dass potentielle Nachkommen bzw. die Nachkommen der Nachkommen sich weiter vermehren. Man bedenke: Eine einzige Katze kann in ihrem Leben ca. 200(!) Junge geb√§ren. Indirekt kommt eine Kastration sogar Katzen zugute, die im Tierheim bereits existieren, d. h. wenn sich die Gesamtauswahl durch Kastration verkleinert, suchen Interessenten eher √∂rtliche Tierheime auf. Positiver Effekt: k√ľrzere Tierheim-Aufenthalte! Kastration leistet somit in mehrfacher Hinsicht einen nachhaltigen Beitrag zum Tierschutz.

Auch aus folgenden Gr√ľnden ist eine Kastration wichtig:

  • Kastrierte Tiere haben ein kleineres Revier, weshalb sie seltener K√§mpfe austragen. Bissverletzungen, bei denen t√∂dlich verlaufende Krankheiten √ľbertragen werden k√∂nnen (z. B. FIV = Katzenaids), sind dann seltener indiziert (es gibt noch keinen Impfstoff).
  • Je kleiner das Revier desto geringer das Verletzungsrisiko im Stra√üenverkehr und desto geringer das Risiko, dass sie entlaufen.
  • Ebenso verhindert eine Kastration typisches Stressverhalten, das mit Paarungsbereitschaft einhergeht, z. B. st√§ndiges Maunzen, Schreien oder gar Markieren von Wohnungsmobiliar. Wichtig: Zeigt eine Katze bereits dieses Verhalten, stellt es sich nicht gleich nach der Kastration ein, sondern kann aufgrund der Hormonumstellung noch ein paar Wochen anhalten.
  • Kastrierte Tiere sind vielfach anh√§nglicher und verschmuster, da die Paarungsbereitschaft nicht mehr im Fokus steht.
  • Kastration tr√§gt dazu bei, dass weibliche Katzen keinen Ges√§ugekrebs und keine lebensgef√§hrlichen Geb√§rmuttervereiterungen entwickeln. Beide entstehen durch Dauerrolligkeit, d. h. wenn trotz wiederkehrender Paarungsbereitschaft keine Deckung stattfindet. Beim Kater verhindert eine Kastration Hodenkrebs, Hodenhochstand (Kryptorchismus) sowie Prostataerkrankungen.
  • Kastrierte Tiere werden doppelt so alt wie unkastrierte Artgenossen (im Schnitt 9 Jahre √§lter).

Bitte lasst eure Katze bis Donnerstag unter keinen Umst√§nden mehr raus! Nicht, dass sie erneut tragend zur√ľckkehrt. Nur das w√§re im Sinne des Tierschutzes!

Alles Gute f√ľr eure 4 Samtpfoten!

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