Katze nach Unfalltod aus dem Tierheim holen?

Wir haben seit 5 Jahren ein Katzenpärchen (Bruder/Schwester) - wir betrauern jedoch den Unfalltod unserer kleinen Prinzessin vor 2 Tagen. Auch der Katzenbruder (sterilisiert) sucht überall nach seiner toten Schwester. Er scheint sie extrem zu vermissen. Zudem ist er so eine Art "Hausmann", sorgt sich oftmals darum, daß abends alle Hausbewohner "an Bord" sind.

Gibt es Erfahrungen und/oder Empfehlungen, den Kater jetzt allein zu lassen? Oder z.B. aus dem Tierheim ein sterilisiertes Katzenmädchen zu holen? Würde man so etwas entweder so rasch als möglich oder nach geraumer Zeit machen? Sollte man den Kater mit ins Tierheim nehmen? Zur Beobachtung bei einer evtl. Begenung mit einer möglichen Partnerin? Natürlich würden wir uns ggf. zuvor mit dem Tierheim absprechen.

Ist es aber vielleicht auch nur der Wunsch von mir, eine kleine Kätzin wieder zu haben? Also Egoismus meinerseits. Ich hatte früher nie einen besonderen Draht zu Katzen, aber jetzt der Todesfall hat mich emotional extrem hart getroffen.

Danke für vernünftige Informationen.

Beste Grüße, ehoberg@aol.com

5 Antworten

Vermutlich wird Euch ohnehin kein verantwortungsvoll geführtes Tierheim das Mitbringen von Tieren zwecks erster Begegnung erlauben, um z.B. das mögliche Einschleppen von Krankheiten oder Parasiten zu verhindern.

Zudem kann eine erfolgreiche Vergesellschaftung zweier Katzen durchaus Tage, Wochen oder u.U. auch einige Monate dauern. Die Aussagekraft einer testweisen Zusammenführung von nur kurzer Dauer - zudem in einer für Eure Fellnase (beängstigend) fremden Umgebung - dürfte daher gleich Null sein. Euer Kater würde sich dort wahrscheinlich etwa so wohl fühlen, wie beim Tierarzt...

Hinzu kommt, dass der Transport und die Situation im Tierheim für Eure Fellnase eine extreme und unnötige Stressbelastung darstellen, was die Aussagekraft dieser "Stippvisite" ebenfalls in Frage stellen würde.

Schließlich entspricht die Situation im Tierheim auch nicht den späteren Gegebenheiten in Eurer Wohnung bzw. Umgebung, in der sich die Fellnasen ihr Revier teilen sollen. Das Ergebnis wäre auch von daher nicht übertragbar.

Bei der Zusammenführung von Katzen wird zumeist empfohlen, dass die Tiere idealerweise von möglichst ähnlichem Charakter, in etwa gleichem Alter und vom gleichen Geschlecht sein sollten, wobei die ersten beiden Kriterien m.E. die wichtigeren sind. Wenn der Neuzugang etwas jünger ist als die bereits vorhandene Fellnase, dann wirkt sich das meist positiv aus. Spätere Revierstreitigkeiten wird man nie ganz ausschließen können, zunächst ist es i.d.R. aber günstiger, wenn der jüngere Neuzugang sich einer vorhandenen älteren Katze unterordnen kann, die die Revierhoheit hat, und auch behalten sollte.

Schildert den Mitarbeitern im Tierheim am besten Eure Situation - sie kennen ihre Schützlinge i.d.R. recht gut, können Euch sicherlich Rat geben und u.U. auch eine(n) passende(n) Partner(in) für Euren Kater vorstellen.

Wenn Ihr Bedenken habt, dann solltet Ihr diese ruhig bei den Tierheim-Mitarbeitern im ansprechen - vielleicht könnt Ihr ja z.B. eine (verlängerte) Probezeit vereinbaren?

Mein Tipp: Geht nicht mit einer zu stark vorgefassten Vorstellung ins Tierheim, sondern lasst Euch dort von einer Fellnase auswählen! Ich bin seinerzeit wegen einer rötlich getigerten Katze ins Tierheim gefahren, und mit einem schwarz-weißen Kater nach Hause gekommen :), der mich ausgesucht hatte. Habe diese (seine) Entscheidung seitdem nicht eine Sekunde bereut!

Wenn Ihr Euch z.B. hier in der "Katzenecke" ;-) der GF-Community mal in die Zusammenführung bzw. Vergesellschaftung von Katzen einlest, werdet Ihr sicher - auch ohne Experimente - viele hilfreiche Tipps und Hinweise zum Thema finden. Und falls noch Fragen auftauchen, sind diese hier auch immer willkommen!

Die Frage, wann schließlich der richtige Zeitpunkt für eine(n) Nachfolger(in) Eurer Prinzessin gekommen ist, wird wohl nur jeder für sich persönlich beantworten können. Nehmt Euch die nötige Zeit, den schmerzhaften Verlust zu verarbeiten, und schenkt Eurem Katerle jetzt besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Und vielleicht kann ja auch die Beschäftigung mit einer neuen Fellnase in dieser schweren Zeit hilfreich sein?

Viel Kraft und alles Gute! 

Danke für die ausführlichen Zeilen. Ich hatte ja schon in meiner Frage geschrieben, daß es eine vorherige Absprache mit dem Tierheim gäbe. Wir zeigen unserem Kater natürlich, daß er uns jetzt nochmals mehr am Herzen liegt. Was wir beobachtet haben, das ist seine Angst, allein zu sein. Das vermeiden wir, denn ich bin Rentner, habe also keine fixen Auswärtszeiten mehr. Alles andere ist Absprache mit meiner Frau - und klappt sicher gut. Nochmals danke!

Herzlichen Dank für das Sternchen! <freu>

Alles Gute Euch und dem Kater!

Wir hatten/haben ebenfalls ein Katzenpaar (Bruder/Schwester) seit ca. 11 Jahren.

Die Schwester ist an einer Krankheit verstorben, das hat natürlich auch den Kater zu gesetzt, es ist aber alles gut geblieben.

Ich weiß nicht wann, aber nach ein paar Jahren haben wir eine Katze aus dem Tierheim geholt und die beiden haben sich nach ein paar Schwierigkeiten super verstanden und leben jetzt unter einem Dach.

Ich weiß aber nicht was gewesen wäre hätten wir sie direkt nach dem Tod der alten geholt. Das Hätte den Kater vermutlich verwirrt, bzw. nicht gefallen.

Ich würde etwas Zeit vergehen lassen bevor du eine neue Katze holst.

Erst einmal vielen Dank!  Ich werde vor allem unseren Kater beobachten, denn es soll erstrangig gut für ihn sein. Genauso für eine evtl. neue Partnerin. Nicht für mich.

Viel Glück dabei :)

Vielen Dank in so einer Ausnahmesituation.

Hallo,

ich rate auf jeden Fall zu einer neuen Katze. Aber ich würde ein Kitten holen. Bei einer erwachsenen Katze kann es eher zu Schwierigkeiten bei der Zusammenführung kommen.

LG

Vielen Dank!  Auch dieser Rat macht Sinn, denn dann ist vermutlich die Rollenverteilung geregelt und das evtl. Kätzchen hat den Vorteil, durch den "Kitten-Status" den Beschützerinstinkt beim "Platzhirsch" auszulösen. Oder liege ich da falsch?

Du liegst richtig. Selbst wenn das mit dem Beschützerinstinkt nicht funktioniert, ist die Gefahr relativ gering, dass ein Kitten ins neue Zuhause kommt und direkt Chef spielt. Zumal es körperlich unterlegen ist.

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