Wie mit scheuen Katzen spielen?

Hallo,

vor kurzem lernte ich in meiner Stadt eine Katzenpension kennen, die sich hauptsächlich um verwilderte Fundkatzen kümmert. Sprich, sie werden u.a. von Freiwilligen mit Aufmerksamkeit und Liebe versogt, damit sie den Umgang mit Menschen als etwas positives kennen lernen und nach einiger Zeit auch vermittelbar sind. Nun ist es ja wie überall, es gibt ein paar Katzen, die schon gern schmusen kommen und besonders für Katzenangeln zu begeistern sind. Andere sind sehr ängstlich, lassen sich nicht gern anfassen und sind auch skeptisch gegenüber Spielzeug.

Was könnte man noch außer Katzenangeln nehmen, um besonders die scheuen (naja eigentlich alle) auch im Kopf usw zu fordern und fördern? Es ist nicht möglich, Zweier- oder Dreiergruppen zusammen zum Spielen zu haben, in den zwei größten Räumen sind zwischen 5 und 10 Katzen zusammen (natürlich bei viel Platz). Die Mäuse könne sich auch gut zurück ziehen und werden natürlich nicht ständig bedrängt. Dennoch möchte ich eben die etwas isolierten anlocken, um in einiger Zeit auch Körperkontakt mit gegenseitiger Freude zu ermöglichen. Hoffe auf eure Ideen, möchte nachher mal in einem Zoogeschäft schauen was es alles so gibt. ich bin nämlcih selbst ein Katzenlaie und möchte nichts falsch machen, wenn die armen dort sowieso schon teils schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Liebe Grüße, imago

 

 

4 Antworten

Gerade verwilderte Fundkatzen, die meistens noch irgenwo in der Wildnis auf die Welt kommen, lernen meist von ihren Mamis, dass man nicht jedem Menschen trauen kann und so brauchen sie einfach unterschiedlich lange, um zu einem Menschen Vertrauen zu haben.

Bestes Beispiel: meine 5 Katzen. Mami war Strassenkatze, die ich halb verhungert und mit viel zu grossen Fell im Nachbarsgarten gefunden habe und es hat lange gedauert, bis sie mal Fressen und Wasser, zuerst in sehr sicherer Entfernung von mir angenommen hat. So nach und nach hat sie sich dann näher getraut und ihr Fressen auch mal im Haus eingenommen, aber immer bei offener Haustüre, bis sie nach, insgesamt etwa 8 Wochen mal ihren Mut zusammengenommen hat und im Haus auf Erkundungstour gegangen ist. Bevor ich noch in Erfahrung bringen konnte, ob jemand hier in der Siedlung Anspruch auf diese Katze hat, war sie trächtig und sie hat ihre Babies dann auf meinem Bürosofa und mit meiner Hilfe, was heisst, Bauch streicheln und mit der Katze reden, bekommen. Ein Baby ist leider gestorben, aber Mami und ihre restlichen 4 Babies leben nach wie vor bei mir. Allerdings lassen sich alle ausschliesslich von meinem Mann und mir anfassen und streicheln und sonst von keinem anderen. Der frechste Kater lässt sich zwar auch mal von meiner Nachbarin kraulen, allerdings nur durch den schützenden Zaun durch.

Katzen benötigen manchmal sehr viel Zeit, bevor sie einem Menschen vertrauen und deshalb ist es am besten, nichts forcieren zu wollen, denn die meisten Katzen sind schlussendlich doch so neugierig, dass sie von selbst kommen. Also hilft nur eines, den Katzen die Zeit geben, die sie brauchen, dann manchst Du nichts falsch. 

Hallo maxi,

 

danke, dass du deine Erfahrungen mit mir teilst, ich finde das großartig! Ja, Tiere brauchen manchmal länger, das kenne ich. Zwei meiner Ratten sind Wurfgeschwister und wurden zu früh von der Mutter genommen. Sie waren von Anfang an sehr scheu, ließen sich nicht anfassen und bei jeder Bewegung, die ich machte, hauten sie ab... Ich hab sie mit dem Rudel zusammen immer frei laufen lassen und irgendwann sind sie von selbst auf mir rumgehüpft. Seither lassen sie sich auch mal streicheln und nehmen super gerne Futter aus der Hand etc... Daher kann ich mir gut vorstellen, das insbesondere Katzen sehr lange brauchen. Ich möchte auch keinesfalls etwas überstürtzen, werde hoffentlich einige der scheuen noch recht lange beobachten und begleiten können. Eventuell (nur so als Idee) werde ich nächstes Jahr aus der Pension zwei Katzen mitnehmen, wenn ich wie geplant in eine größere Wohnung ziehe. Die Chefin der Pension meinte zwar, Katzen brauchen eigentlich nicht viel Platz, sofern sie immer dabei sein können, aber auf 24qm ist das sicher nichts, noch dazu wenn Nager im Raum sind. Aber nächstes Jahr werden die Nager schon sehr alt sein. Mal sehen was kommt, ich freue mich nur sehr, dass ich an den Katzen gewissermaßen teilhaben und sie kennen lernen darf. :)

Hallo Imago

Du musst einfach wissen, dass Katzen höchst selbständige Persönlichkeiten mit eigenem Willen und eigenem Kopf sind und einfach das machen, was sie selber wollen und nicht, was ihr Mensch gerne hätte, aber ich denke, dass wir sie gerade deswegen auch so sehr lieben.

ein großes lob für dein engagement! :o)

du könntest es mit diesen tollen katzenfummelbrettern versuchen. die sind ganz leicht selbst zu basteln und für katzen ziemlich unwiderstehlich.

http://www.katzenfummelbrett.ch/#

du musst auch nicht im selben raum wie die katzen sein. sie können also ganz entspannt ein bisschen fummeln und spielen und nach leckerchen fischen und mit etwas glück verbinden sie das positive erleben dann mit den menschen.

du kannst dich nach ein paar tagen vorsichtig dazu setzen und vielleicht vergessen sie über das spiel ihre scheu und gewöhnen sich an euch.

viel erfolg!

 

Hallo Dolly, danke für deine Idee, das werd ich mir gleich mal schauen. Dann muss ich auf jeden Fall 3 oder 4 Fummelbretter bauen (ich kenne das von Ratten und Hunden schon, also vom Prinzip her weiß ich worum es geht).

Ich habe schon mitbekommen, dass diese Katzen (wie wohl alle eigentlich) einen ganz besonderen Charakter haben. Irgendwo kann man sich schon rein verlieben, ich selbst kann aber keine Katzen halten. Sonst hätt ich ja sofort 2 da raus geholt, manche sind ja schon recht lange da.

Das mit dem "Dazu setzen" wurde bereits gemacht, also so dass wir einfach im Raum sind und uns mehr mit uns als mit ihnen befassen, damit sie sehen, dass wir ihnen nichts tun wollen. Nur, einige verstecken sich dann eben doch^^ Werd auf jeden Fall mal sehen was ich bis heut Abend zum nächsten Besuch machen kann...

 

GLG, imago

das dauert immer ewig bei den kleinen pelzgesichtern, bis die vertrauen fassen wenn sie mal schlechte erfahrungen gemacht haben!  aber die geduld lohnt sich :o)

die situation in der fundstation trägt natürlich auch noch dazu bei.

 

Schön, dass du dich für die Miezetiger engagierst!

Die Scheuen könntest du evtl. aus ihrem Versteck locken, indem du mit Leckerlies arbeitest. Mach doch mal an deine Katzenangel ein Leckerlie anstatt einer Spielzeugmaus, oder spiel Leckerlieweitwurf ;o). Vielleicht kannst du ja das Interesse von einigen Fellnasen wecken. Aber ich würde sie garnicht zu sehr bedrängen. Du bist ja leider nicht die entgültige Bezugsperson für die Katzen. Wenn du es schaffst, das sie dir vertrauen ist das supertoll, aber das heißt leider noch nicht, dass sie ihrem zukünftigen Besitzer genauso vertrauen. Das muss sich jeder selber erarbeiten.

Manche Katzen muss man einfach in Ruhe lassen, und die die "bespielt" werden möchten kommen schon von selber. Wichtig ist ein ruhiger Tonfall, sprich viel mit den Tigern, damit sie sich an dich gewöhnen, und erwarte nicht zuviel.

Ich wünsche dir viel Freude bei deinem Tun und Schaffen mit der Katzenbande :o).

Weitere Katzenfragen zu "Verhaltensweisen"