Zahnausfall und gerötetes Zahnfleisch - Was ist mit meinem Kater los?

Hallo ihr Lieben, mir ist heute aufgefallen, dass meinem 2 Jahre altem Kater unten ein Zahn fehlt, bzw sich dort wohl welche verschoben hat und einer dabei ist rauszufallen. Die Zähne sind rund herum gerötet und ich habe auch den Eindruck, dass Stelenweise, die Lippen bzw Bäckchen geschwollen sind, zudem riecht er stärker aus dem Mund wie die anderen beiden die wir haben. Vom Verhalten her ist er ganz normal, mal abgesehen davon, dass in letzter Zeit mehr Unruhr unter den 3en ist. Nun bin ich doch etwas besorgt, denn wenn ihm wirklich die Zähne ausfallen, dann denke ich mir, wie soll es sein, wenn er 8 Jahre alt ist? Er ist schließlich erst 2! Wir haben noch 2 andere Kater bei denen ist aber alles gut. Über Meinungen und Wissen würde ich mich freuen. Liebe Grüße

So sieht es aus bei ihm So sieht es bei ihm aus

6 Antworten

Wie schon gesagt wurde, ist dies eine Zahnfleischentzündung und sollte unbedingt behandelt werden und das zügig, bevor noch mehr Zähne verloren gehen. Es ist sehr schmerzhaft für deinen Kater.

Der Tierarzt wird dann eine weitere Behandlung mit dir ausmachen

Aufgrund seines Mundgeruchs und der Bilder sieht es sehr nach einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) aus. Obendrein ist FORL [= Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen (Läsionen = Schädigungen, Störungen oder Verletzungen)] sehr wahrscheinlich, d. h. eine äußerst schmerzhafte Katzen-Zahnerkrankung, zumal er bereits Zähne verliert, denn bei FORL lösen bestimmte Zellen, auch Odontoklasten genannt, die Zahnsubstanz auf, was auf einer Fehlfunktion des Organismus basiert. Kurz gesagt: Der feline Körper bekämpft die eigenen Zähne. Diese Autoimmunerkrankung lässt sich in zwei Typen klassifizieren: Typ 1 geht mit Entzündungen einher; Typ 2 verläuft entzündungsfrei.

Typische Symptome dieser Erkrankung sind …

  • starkes Speicheln
  • gerötetes bis feuerrotes Zahnfleisch
  • Mundgeruch
  • zögerliches Fressen trotz großen Hungers
  • Nahrungsaufnahme mit nur einer Kieferhälfte
  • Schiefhalten oder Schütteln des Kopfes
  • Zähneknirschen und
  • wiederholtes Lecken über Mund- und Nasenbereich.

Seinen Ursprung hat die Erkrankung im Wurzelbereich, weshalb Füllungen keinen Sinn ergeben. Das vollständige Entfernen der jeweiligen Zähne inklusive Wurzeln ist die optimale Behandlungsmöglichkeit, da die Katze nur auf diese Weise wieder schmerzfrei leben kann. Selbst bei kaum noch vorhandenen Zähnen oder gar Zahnlosigkeit kann die Nahrungsaufnahme problem- und vor allem schmerzfrei erfolgen, was bei anhaltenden FORL- oder Gingivitis-Defekten nicht der Fall wäre. Ich selber kenne auch einen Kater, der zahnlos ist und sogar Trockenfutter bekommt (natürlich nur als Leckerli!) - was er genauso schnell und problemlos vertilgt wie zu „Zahnzeiten“. Außerdem sind Katzen ohnehin sehr einfallsreich und dazu fähig, ihre Beute auch ohne Zähne zu erlegen. - Vielmehr basiert die Zurückhaltung, Katzenzähne zu entfernen, auf kosmetischen Gründen und ist somit schmerzhaft erkauft.

Ebenso unerlässlich ist feline Zahnpflege, bei der es 2 Möglichkeiten gibt:

  • Putze deinen Katzen 2 bis 3x pro Woche die Zähne mit einer Katzenzahnbürste und Katzenzahnpasta (z. B. mit Geflügelaroma; kein Ausspülen erforderlich); beides bekommst du im Zoofachhandel und ist dort günstiger als in der Tierklinik. Beim Zähneputzen lege sie auf den Rücken und halte mit der linken Hand sanft ihre Vorderläufe fest, während du mit der rechten putzt; und bloß nicht dabei reden, das kann sie nervös machen! Nach einer halben Minute ist alles vorbei, gib ihnen dafür ein großes Lob! Zahnpflege ist neben einer artgerechten Ernährung der effektivste Weg, Zahnsanierungen oder -entfernungen zu vermeiden - beim Menschen verhält es sich nicht anders. Außerdem ist Vorbeugen stets besser als Heilen! - Natürlich müssen sie es sich gefallen lassen. Die ersten Male habe ich meine auch nur an der Pasta schnüffeln lassen und mich peu à peu weiter vorgearbeitet. Inzwischen geht es nur noch zack-zack, und in null Komma nichts sind die Zähne wieder sauber. - Und nicht nur das: Auch ihr Atem ist wesentlich frischer ;-)
  • Sind sie jedoch nicht an die Prozedur zu gewöhnen, empfiehlt sich alternativ ein rohes Stück Rindfleisch.

Wichtig: Beginne das Zähneputzen (sollte es in Frage kommen) erst nach dem Tierarztbesuch! Die Entzündung muss erst ausgeheilt sein, da Zahnpflege sonst heftige Schmerzen verursacht.

Anbei: Was fütterst du? Zucker- und getreidelastiges Nassfutter oder gar Trockenfutter? Beides ist in punkto Zahngesundheit ein NoGo, denn die Stärkereste legen sich auf die Zähne und „verkleben“ sie quasi. Das Fatale: Die Beläge härten innerhalb weniger Tage aus und bieten Nährboden für weitere Ablagerungen, die in Zahnfleischentzündungen übergehen können, wie es bereits bei deinem Kater der Fall ist. Darüber hinaus führt insbesondere Trockenfutter (auch getreidefreies) leicht zu Nierenversagen, Übergewicht, Diabetes, Magenreizungen und -entzündungen (die in Geschwüre übergehen können), schmerzhafte Blähungen (durch aufsaugebedingte Futtervolumenverdoppelung), Blasenentzündungen (da weniger Harnabsatz), Juckreiz (da trockene Haut), Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Das Risiko von Futtermilbenbefall (Allergieauslöser) steigt bei falscher Lagerung ebenso - mitunter sind gar Rohstoffe bereits damit kontaminiert! Folglich hat es nichts mit gesunder Katzenernährung zu tun und ist unbedingt zu vermeiden. Die beste Wahl ist hochwertiges Nassfutter mit 60% Fleisch-Mindestanteil ohne Getreide und Zucker.

Zurück zu deinem kranken Kater: Nur eine Gebiss-Röntgenaufnahme gibt zuverlässig Klarheit über das gesamte Ausmaß von FORL! Lass gegebenenfalls eine anfertigen. Und scheu bitte(!) nicht davor zurück, ihm eventuell (alle) Zähne ziehen zu lassen - ein schmerzfreies Leben wird so am ehesten wieder möglich ...!

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

Bedenke auch: Gerade Katzen leiden oft lange still vor sich hin, ehe man einen Verdachtsmoment hat. Dies ist auf ihr Sicherheitsbedürfnis in freier Wildlaufbahn zurückzuführen, denn wenn Feinde ihre Schwäche aufgrund Schmerzensschreie bemerken, werden sie leichter angreifbar. Du hingegen hast Verdachtsmomente, und zwar Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch und Zahnverlust. Also ==> zum Arzt bitte (es gibt auch einen tierärztlichen Notdienst)! Faktor Zeit ist bei Entzündungsherden alles entscheidend, denn sobald die Bakterien in die Blutbahn gelangen, können sie Herz-, Leber- und Nierenentzündungen hervorrufen, was lebensbedrohlich werden kann. Ganz zu schweigen von den Kosten, die umso höher ausfallen je länger du wartest, wenngleich das eher unwichtig sein sollte …!

Alles Gute für deinen Kater!

Das kann nur der Tierarzt beantworten! Falls eine Katze früh ihre Zähne verliert, kann sie prima leben. Nassfutter mit etwas Wasser pürieren. Ich habe meine Katze so 9 Jahre gefüttert und konnte sie so 19 Jahre behalten.

Habe noch mal die Bilder hinzugefügt als Kommentar, sah es bei ihr so in etwa aus?

nein das war viel schlimmer, aber es war eben eine ausgesetzte Katze und man kennt die Vorgeschichte nicht!

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