Katze unter dem Bett . Was tun?

Hallo Leute,

Ich habe vorgestern eine Katze bekommen sie ist ungefähr Acht Jahre alt . Ihre frühere Besitzerin ist gestorben. Seit dem ich sie bekommen habe ist sie nur noch unter dem Bett . Sie kommt nur in der Nacht raus . Am ersten Tag ganz normal also sie ist aufs Klo gegangen und hat am Kratzbaum gekratzt. Am zweiten Tag in der Nacht hat sie SECHS! Stunden lang geschrien / geweint . Ich bin total verzweifelt. Kann jemand helfen :(( ???? Kann man sie irgenwie herlocken ? :(,

6 Antworten

Zunächst finde ich es klasse, dass Du die Fellnase bei Dir aufgenommen hast! DH!

Katzen sind Gewohnheitstiere und hassen Veränderungen, daher stellt ein Umzug ins neue Heim natürlich einen besonderen Stress für sie dar - insbesondere unter den traurigen Umständen, die Du schilderst.

Wenn die Katze sich zunächst nur versteckt (wahrscheinlich auch nichts oder nur wenig frisst bzw. trinkt?), dürfte dies sicherlich der neuen und ungewohnten Situation geschuldet sein.

Lass sie auf alle Fälle erst mal zur Ruhe kommen und bedränge sie nicht, sondern lass sie auf Dich zukommen, wenn ihr danach ist. Sprich mit leiser Stimme zu ihr, damit sie sich an Dich gewöhnen kann - lies ihr z.B. etwas aus der Zeitung oder aus einem Buch vor ;-).

Wenn sie sich ein wenig beruhigt und akklimatisiert hat, wird sie sich von ganz alleine hervortrauen, getrieben von Neugier, vielleicht auch von Hunger oder Durst. Falls sie noch länger "abgetaucht" bleibt, kannst Du ihr ihren Futter- und Wassernapf in Sicht- und Reichweite stellen, bis sie sich aus ihrem Versteck traut.

Dabei hat es sich zum Beispiel auch bewährt, ihr - falls möglich - zunächst das gleiche Futter und das gleiche Katzenstreu anzubieten, wie sie es aus ihrer früheren Umgebung gewohnt ist.

Viele Katzen erkunden ihr neues Heim erst nachts im Schutze der Dunkelheit, wenn sie sich in aller Ruhe dort umsehen, fressen und trinken können. Daher sollten Futter und Wasser sowie die Katzentoilette natürlich auch nachts frei zugänglich sein.

Hilfreich wäre es für die Eingewöhnung bestimmt auch, falls Du aus dem Nachlass der Vorbesitzerin Dinge bekommen könntest, die der Katze besonders vertraut sind (z.B. ihr Lieblingsdeckchen oder -spielzeug).

Ansonsten solltest Du ihr möglichst viele Rückzugsmöglichkeiten anbieten (Katzenhöhlen, Kartons, getrennte Zimmer, abgesicherten Balkon, etc.).

Falls die Katze bei der Vorbesitzerin bislang als Freigänger gelebt hat, solltest Du sie trotzdem für mindestens 4-6 Wochen in Deiner Wohnung halten, bis sie eine ausreichend starke Bindung zu Dir und ihrem neuen Heim aufgebaut hat, um nach einem Ausflug auch sicher wieder zu Dir zurückzukehren. Ansonsten besteht z.B. die Möglichkeit, dass sie versucht, in ihr bisheriges Heim "nach Hause" zu laufen.

Wenn sich die Fellnase in einigen Wochen gut eingelebt hat und bei Dir als Einzelkatze lebt, wäre es - wenn die Situation es zulässt - auch sinnvoll, über einen Kumpel für sie nachzudenken, da Katzen i.d.R. keine Einzelgänger sind, und nicht alleine gehalten werden sollten - insbesondere nicht als reine Wohnungskatze.

Ansonsten ist es natürlich hilfreich, Stressfaktoren zu vermeiden (Lärm, Unruhe etc.), und z.B. den Kontakt mit (kleinen) Kindern oder Fremden in der Einführungsphase möglichst auf ein Minimum zu beschränken, um die Katze nicht zusätzlich zu überfordern.

Eventuell stressbedingten Problemen solltest Du - natürlich nicht nur in der Anfangsphase - mit viel Ruhe, Geduld, Toleranz und Nachsicht begegnen.

Alles Gute Dir und der Fellnase!

Na, stell dir mal vor, deine Familie ist plötzlich nicht mehr da. Dann steckt man dich in eine Kiste und du findest dich an einem dir vollkommen unbekannten Ort wieder wo du niemanden kennst und nicht weißt ob man dir wohlgesonnen ist. Da würdest du dich auch erstmal verkriechen.

Die Mietz hat eben grade einiges zu verkraften.
Ihr geliebtes Frauli ist nicht mehr da, daruch wird sie sicher trauern. Die Umgebung ist fremd, die muss man erstmal kennen lernen - könnte ja sein, dass es gefährlich ist. Weiß man ja nicht. Die Leute sind neu und man weiß ja auch nicht, ob die einem vielleicht was tun. Auch der ganze Tagesablauf wird bei euch sicher anders sein. Sie hat also grade nix, an dem sie sich orientieren kann, was ihr Sicherheit gibt. Also versteckt sie sich, wie es ihrem natürlichen Instinkt eben entspricht.

Warte mal noch ab und gibt ihr Zeit. Nach und nach wird sie merken, dass alles ok ist und euch langsam vertrauen. Dann kommt sie auch aus ihren Versteck.

Tiere trauern auch und wenn sie sechs Jahre bei der bisherigen Besitzerin war, dann wurde sicher auch eine liebevolle Verbindung aufgebaut. Gib' ihr Zeit für ihre Trauer und auch die Zeit, die sie braucht, um sich an die neue Umgebung, an die neuen Menschen zu gewöhnen. Das wird schon.

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