Kann man verlernen, wie man ein Tier richtig und artgerecht hält/behandelt?

Angenommen ich habe im Alter von 15 bis 30 einen Hund oder eine Katze und angenommen ich bin auch wirklich gut darin, weiß also, was ich dem Tier bieten sollte.

Wenn ich dann bis zum Alter von 55 Jahren keine Haustiere mehr habe, kann ich dann wichtige Bedürfnisse des Tieres vergessen haben, was ich früher mal beachtet habe?

12 Antworten

Hallo Zahnschnitzel,

ich denke, es ist wichtig, dass man eine Beziehung zu Tieren hat und grundsätzlich daran interessiert ist, sein Tier bestmöglich zu halten.

"Verlernen" ist wohl nicht der richtige Ausdruck. Viele Dinge kommen wieder, wenn das Tier da ist. Vor allem gibt es heute aber so viel mehr Möglichkeiten als früher, sich über artgerechte Haltung zu informieren. Auch haben sich die Erkenntnisse hinsichtlich artgerechter Haltung sehr verbessert, wenn nicht überhaupt erst entwickelt - das war früher kein Thema.

Ich hatte als Kind/ Teenie Meerschweinchen. Im fortgeschrittenen Alter habe ich wieder mit Meerschweinchenhaltung angefangen.

Ich bin oftmals entsetzt, wie wir unsere Meerschweinchen damals gehalten haben und welche Fehler wir gemacht haben. Die Tiere wurden damals schon als Familienmitglieder betrachtet, wir haben uns sehr viel um sie gekümmert, sind bei Bedarf zum Tierarzt (es gab nur einen im Schlachthof). Wir wollten ihr Bestes und haben dennoch Fehler gemacht - wir wussten es damals nicht besser.

Als ich vor 13 Jahren wieder anfing, ging es tatsächlich fast bei Null los. Natürlich kannte ich grundsätzlich das Tier "Meerschweinchen" und wusste noch Verschiedenes. Ich habe mich im Vorfeld über artgerechte Haltung informiert, habe Bücher dazu gelesen. Diese waren nicht unbedingt gut, sie waren aber ein Ansatz und haben insgesamt aufgezeigt, auf was man achten sollte.

Der Rest gibt sich dann, wenn das Tier da ist, vorausgesetzt, man ist ein aufmerksamer Beobachter und am Wohl des Tieres interessiert. Die Haltungsbedingungen habe ich in den letzten Jahren immer wieder optimiert. Man lernt einfach dazu.

Ich denke, dass es das Wichtigste ist, sich vor der Anschaffung grundsätzlich mit den Bedürfnissen eines Tieres, der Lebenserwartung, den Kosten, den verbundenen Einschränkungen etc.zu beschäftigen und dies alles den eigenen Möglichkeiten und Erwartungen gegenüberzustellen.

Da Du Dir im Vorfeld Gedanken darüber machst, bin ich sicher, dass Du auch heute wieder mit der Situation gut klarkommen würdest und das Tier es gut bei Dir hätte.

LG Goldsuppenhuhn.

Ixh hatte schon immer ein sehr gutes Gedächtnis für Zahlen, nur Menschen, Namen und Gesichter konnte ich, bis auf die Daten und Krankheitsverläufe meiner Patienten, nie zuordnen. Da lernte ich jeden Tag neue Leute kennen.

Bei meinen Tieren ist es genau umgekehrt. Durch den Tierschutz sind viele Tiere durch meine Hände gegangen, natürlich kann man die nicht alle erinnern, aber doch die meisten. Ich kenne noch ihre Eiigenschaften, Krankheiten, Futtervorlieben und auch oft, wohin ich sie vermittelt habe. Dann weiß ich auch Namen zusammen zu bringen.

In den vergangenen 10 Jahren, in denen ich das Tierheim nicht mehr und nur noch meine eigenen Tiere hatte, haben sich sehr viele Ansichten, Medikamente und auch Haltungsbedingungen und Vorschriften geändert. Die lerne ich jeden Tag auf GF und im Internet wieder neu, weil es mich interessiert. Ich denke, daß man die Dinge vergißt oder zumindest für eine Weile ausblendet, wenn man sie nicht mehr braucht, aber das ist wie mit einem Wörterbuch: Kaum hast Du es aufgeschlagen, schon fallen Dir die einfachsten Dinge wieder ein. Das, was man für sich nicht für Wichtig erachtet, ist leichter zu vergessen oder zu verdrängen, aber ganz verlernen kann man so etwas nicht. Das kommt immer wieder durch.

Nein im Grunde nicht, ist wie Rad fahren.

Wohl haben sich aber die Erziehungsmethoden verändert.

Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung sagen, nicht immer ist neu besser. Ich könnte mich zum Teil ohrfeigen, mich wider besserer Erfahrung auf neuere Methoden eingelassen zu haben.

Oftmals erzählen Hundekursleiter Dinge die sie selber nicht verstanden haben und schon gar nicht fähig sind Kurse zu leiten noch Hunde  und deren Besitzer richtig einzuschätzen.

Es ist eben nie gesagt, ob du oder der Hundetrainer besser versteht, wie du mit deinem Hund umgehen sollst.

Es macht doch Sinn mit zu denken und und sich zu erinnern was beim ersten Hund super geklappt hat. 

Sicher aber macht man bei jedem Hund etwas anders. Offen sein für Neues und Grenzen setzen für Dinge die man nicht gut findet. Mehr geht nicht.

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