Wie überwindet man die Trauer über den Tod eines geliebten Haustiers?

Meine Katze Rocky wurde direkt vor meiner Nase überfahren. Ich habe ständig die Bilder vor Augen wie sie verzweifelt und verletzt zur Haustür läuft. Ich weiß sie hatte starke Schmerzen und sie versuchte sich bei mir in Sicherheit zu bringen. Kaum rettete sie sich von der Straße und war bei mir angelangt fiehl sie in den ewigen Schlaf. Mein Mann und ich eilten sofort in die Klinik aber ich wusste das sie bereits tot war. Sie war eine sehr spezielle Katze und noch sehr jung. Sie durfte nichtmal ein Jahr alt werden. Sie war eine sehr ängstliche Katze, ging nicht besonders gerne auf Menschen zu. Sie näherte sich nicht mal meinem Mann obwohl dieser sie erst zu uns brachte. Sie war gerade mal 4 Wochen alt. Ich weiß nicht warum aber zu mir hatte sie einen starken drang nach Nähe. Da mein mann nachts arbeitet kam sie sofort zu mir ins Bett wenn mein mann ging. Sie versteckte sich hinter mir sobald Besuch da war und ließ mich auch sonst nie alleine in einem Raum. Seit dem Unfall kann ich nicht aufhören zu weinen. Sie war so ein zartes Wesen. Da ich zu hause die meiste Zeit alleine bin, weil mein mann nachts arbeitet und tagsüber dafür schläft war sie meine kleine Freundin. Ich weiß nicht wie ich ihr Spielzeug und ihren Fressnapf wegschaffen soll. So absurd es auch klingt, ihr einzigartiger Charakter wird fehlt mir und ich liebe sie sehr. Zudem bin ich schwanger und ich weiß das diese Trauer mir und meinem Baby nicht gut tut. Ich bin in tiefer Trauer um dieses ängstliche zierliche zarte Wesen. Wie soll ich das verarbeiten?

9 Antworten

Ich verstehe Dich nur zu gut. Trauer muß man zulassen nicht unterdrücken. Weine, wenn Dir danach ist! Du kannst nichts daran ändern, und der Tod kommt immer zu früh, egal wie alt ein Lebewesen wird. Aber denke an die schönen Zeiten. Wärst Du nicht gewesen, wäre die kleine Maus vermutlich gar nicht so alt geworden. Sie hatte bei Dir DAS Zuhause, hatte alles, was sie brauchte. Nicht jedes Tier hat so ein Glück.

Mir hilft immer das Lied von der Regenbogenbrücke von P. Dahms, weil ich ganz sicher bin, alle meine Tiere auf der anderen Seite wiederzusehen. Irgendwann, wenn Du gar nicht daran denkst, wird ein anderes schutzbedürftiges Tier um die Ecke kommen und wissen, daß bei Dir ein Platz frei ist und Du es lieben wirst. Man kann eins nicht durch das andere ersetzen, aber Du bekommst etwas unschätzbar Tolles, Neues. Rcoky würde nicht wollen, daß Du weinst, und den Platz in Deinem Herzen wird sie sowieso immer haben.

Dir und dem Baby alles Gute.

Es gibt keine wirklich tröstende Antwort. Wir haben vor gerade zwei Wochen einen unserer Kater verloren und sind auch noch in tiefer Trauer.

Aber nun können wir schon an ihn denken, ohne gleich Heulen zu müssen. Zeit ist das Einzige, was Trauer erträglich macht. Diese Zeit muss man sich nehmen.

So angemessen es ist, Trauer zu zeigen, so normal ist es auch, dass sie mit der Zeit weniger schmerzlich wird. Das ist auch gut so und sollte keinesfalls als eine Herabwürdigung des verstorbenen Tieres empfunden werden.

Unser Findus wird in seiner einzigartigen Art, seinem feinen, eleganten Charakter, immer ein Teil unserer Erinnerung bleiben. Aber der Schleier in den Augen, der mich gerade überkommt, wird weniger werden.

Wer ein Tier wirklich ernst nimmt und es als Teil seines Lebens integriert hat, trauert ähnlich wie um einen lieben Menschen. Das mag manchem albern erscheinen, aber für mich ist das einfach Ausdruck der Würde, die auch ein Tier für mich hat.

Ich kann Dir also kein Rezept anbieten, wie Du Deine Trauer überwinden kannst. Trauer muss sich legen und den Erinnerungen an das Schöne, was man gehabt hat, Platz machen.

Dass deine Katze war, wie sie war, lässt sich vielleicht damit erklären, dass sie zu früh von der Mutter weg genommen worden ist - 4 Wochen ist entschieden zu jung, aber nun gut. Katzen haben ihre Eigenarten und das macht sie so besonders und so liebenswert. Behalte Rocky in dankbarer Erinnerung, für all das Gute, das sie dir gegeben hat. Die Tatsache, dass du hier über sie berichtest und unsere Antworten (MrMaroks mal ausgenommen) darauf, können dir bei der Verarbeitung helfen. (Das hoffe ich zumindest) Dass du trauerst ist vollkommen normal und Trauer braucht seine Zeit. Was du allerdings brauchst ist eine Aufgabe. So sitzt du zu hause, hast nichts (oder zu wenig) zu tun und wirst nur permanent an Rocky erinnert, weil du es nicht schaffst, Fessnapf und Spielsachen weg zu räumen. Dass du das nicht schaffst kann ich mehr lebendig vorstellen, aber so geht es nicht weiter. Bitte deinen Mann, deine Eltern, deine Freundin die Sachen weg zu packen (obacht: wegpacken heisst nicht wegschmeissen) und fang an, das Kinderzimmer ein zu richten, damit es rechtzeitig fertig ist, vor das Baby geboren wird. Freu dich auch dein Kind!! Das wird all deine Liebe und Fürsorge brauchen.

Gruß

Henzy

Leider ging es nicht anders als sie schon so bald von ihrer Mutter zu trennen. Sie war unterernährt und musste in einer eiskalten Scheune hausen. Sie füllte gerade mal eine Hand aus so winzig war sie. Der Besitzer kümmerte sich nicht besonders um sie. Wir haben sie sofort mitgenommen. Ich glaub da hat sie auch mein Herz gewonnen. Sie hat gezittert und die ganze Nacht richtig geweint. Ab da erklärte ich sie zu meinem Schützling. Ich musste schon ein paar Tierchen verabschieden und irgendwie übersteht man es. Aber bei ihr ist es anders, ich schaff es nicht mich zu sammeln. Ich kann mir nicht vorstellen ihren futterplatz zu leeren geschweige denn da etwas anderes hinzustellen. Wieso lässt sie mich nicht los ich kann es mir nicht erklären. 

Rocky war halt Rocky.....so schutzbedürftig und damit anders als alle anderen Tiere davor (und danach). Halte dich an fest an den Rest den ich geschrieben habe. Viel Kraft und Stärke wünsche ich dir.

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