Katze versteht sich überhaupt nicht mit den neuen Kätzchen. Was tun?

Hallo ich brauch unbedingt einen Rat. Also vor ungefähr 5 wochen habe ich meine 11 jährige Katze kastrieren lassen und sie hat das alles auch super überstanden. Jedoch habe ich eine Woche später nachdem die Fäden gezogen wurden 2 neue Kätzchen von Verwandten bekommen. Und bis jetzt vertragen die sich überhaupt nicht! Ich hab die Neulinge auch von anfang an in ein extra Zimmer gepackt....aber irgendwie verhält sich die die Katze komisch...sie geht nicht mehr aus meinem Zimmer raus, hat meine Matratze voll gepinkelt, isst weniger als früher und ist immer sehr schwach auf den beinen. Jetzt weiß ich nicht ob das von der Kastration oder doch von den Neulingen kommt. Und wass soll ich in so einem Fall tun?

5 Antworten

Stell Dir vor, Du bist 70 und Deine Enkelkinder ziehen bei Dir ein, 2 oder 3 Jahre alt. Den ganzen Tag wollen sie Cowboy und Indianer spielen und DU hast gar keinen Bock. Der Lärm, das ganze Theater.. ich bin sicher, Du würdest die "Blagen" so schnell wie möglich loswerden wollen.

Die gehen aber nicht freiwillig, warum auch immer. Du kannst nicht sprechen oder etwas aufzeichnen, wie willst Du jemandem beibringen, dass die Kleinen wegbringen soll? Vielleicht wirfst Du eine Vase um, rollst drohend mit den Augen oder stellst sonst irgendetwas an. Weisst Du jetzt, wie sich Deine Katze fühlt?

Dann die Kastration, die schon viel eher hättte erfolgen müssen. Die Kleinen werden jetzt mit den Schmerzen, die Deine Katze nach der Kastra hat, in Verbindung gebracht. Sie sind also sozusagen Schuld an dem Ganzen. Ist doch klar, dass Deine Katze sich nicht mehr wohl fühlt.

Eine Zusammenführung erreicht man auch nicht, indem man die Katzen trennt, das ist Unsinn und zögert den ganzen Prozeß nur hinaus. Ob sich Katzen verstehen, weiss man vorher nie. Bei einigen klappt es sofort, bei anderen nach Tagen und Wochen und die dritte Kategorie versteht sich nie. Aber man sollte ihnen Zeit lassen oder vorher überlegen, was man tut.

Kümmere Dich vermehrt und die alte Katze, denn sie hat die älteren Rechte und ist der Herrscher aller Reußen. So süß Katzenkinder auch sind, Deine alte Katze leidet.

Guter Vergleich mit den 70 Jahren! Aber ich möchte hinzufügen, dass es für eine Katze noch viel, viel schlimmer rüber kommt, denn sie hat keinen Verstand, sondern nur Instinkt und das macht das Ganze richtig unerträglich.

Du hast ja schon vorher alles so gut erklärt, ich wollte es eigentlich nur noch einmal verdeutlichen. Grüße

Hallo Cheshira...,
doch doch, die Viecher "verstehen" sich sehr wohl,
duuu erlebst allerdings gerade die Folgen deines Unverständnisses.

Über eine Kastration mit 11 Jahren will ich mir gar keine Gedanken machen. Das Zauberwort "Territorial-Rivalen" hat Markus genannt und Negreira beschrieb wunderbar bildlich die Situation.
Okay, das Baby ist nun im Brunnen, euch hilft es jetzt nur, wenn du dem schwachen seelische Unterstützung und viel Liebe bietest, ansonsten dich aus deren Verständigung aber bitte heraushältst und eben die neu entstehenden Dominanzen auch akzeptierst. Alles andere wäre unnatürlich.
Schade, dass es so gelaufen ist, aber mit Zeit und vor allem bitte keine Stresserhöhungen noch obendrauf (mit irgendwelchen Maßnahmen) sollte Friede letztlich gelingen. Das wünsche ich euch! :- )  


Das war auf ganzer Linie ein Griff ins Klo.

Zunächst mal hast Du Deine erste Katze viel zu spät kastrieren lassen und ihr dann noch Territorial-Rivalen vor die Nase gesetzt. Das ist echt kein Wunder, dass sie Dir dort hin pinkeIt, wo es Dir am meisten weh tut. Sie hat sie nach guter Katzen-Tradition bei Dir bedankt, dass Du sie angepisst hast.

Du hättest sie erst einmal sich selbst an ihre neue körperliche Situation gewöhnen lassen sollen. Solch ein Eingriff verändert einfach alles und sie fühlt sich jetzt schwach. Ihr dann noch Feinde vor die Nase zu setzen war ein Frontal-Angriff gegen sie.

Geschwächte Katzen greifen an, wenn sie sich nicht verkriechen können, um jeden Zweifel an ihrer Wehrhaftigkeit auszuräumen. Das ist ihr Überlebensinstinkt.

Die anderen Katzen weg zu sperren ist ebenfalls eine ganz schlechte Idee.

Die Katzen müssen sich aneinander gewöhnen und dazu gehört auch die Rangordnung auszukämpfen. Für eine geschwächte Katze bedeutet das Super-Stress. Ebenso wirkt die Trennung wie Dauer-Stress, denn sie hören und riechen sich, können aber ihren Kampf nicht austragen. Lauf Du mal wochenlang mit Adrenalin bis in die Haarspitzen zu Hause rum. Du nimmst auch irgendwann die Bude auseinander – Rambo-mäßig!

Tja, Sch3isse. Und nun?

Wenn Du einen Katzensitter hast, dann gib die neuen Katzen dort für 2-3 Wochen in Pflege und kümmere Dich ganz intensiv um Deine Alte Katze. Wenn sie Dir auf das Bett oder sogar auf den Schoß pinkeIt, dann schimpf nicht, sondern tröste sie. Die ist erst mal fertig – aber so richtig.

In der Zeit schließt Du besser das Schlafzimmer ab und schläfst auf der Couch bei Deiner Katze.

Wenn Du das Gefühl hast, dass sich alles Wieder beruhigt hat, dann hol die anderen Katzen wieder und lass sie kämpfen. Achte nur darauf, dass es nicht zu heftig wird. Dann stell einfach etwas dazwischen, aber schrei sie nicht an – und greif bloß nicht dazwischen!

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen.

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