2 Katzen in der Wohnung ohne Balkon - Meinungen?

Hallo. Ich/wir sind ja noch immer am überlegen, wegen eines Haustieres. Entweder Meerschweinchen oder Katzen. Und wir sind uns noch immer nicht sicher, was am besten für uns ist

Da ich die Möglichkeit hätte, eine Katze und einen Kater (2 Monate) von einer Freundin geschenkt zu bekommen, habe ich mal eine Frage an Leuten, die reine Wohnungskatzen haben – ohne Balkon etc. Das Problem ist, dass wir eig nur das Wochenende haben um uns die Katzen zu holen und kennen zu lernen. Unter der Woche sind wir beide ca 10 Stunden nicht in der Wohnung, zwecks Arbeit. Wie ist es dann mit dem Füttern? Reicht nur morgens und abends? Meine Befürchtung ist einfach, dass sie uns die Wohnung ein bisschen demolieren ^^ Bzw würden wir den beiden nur Vorzimmer und Küche offen lassen. Die einzige Möglichkeit für ein Katzenklo wäre im kleinen Vorraum, aber was uns halt dann stört ist der starke Geruch – den man ja irgendwie nicht mehr aus der Wohnung bekommt. Wie geht es euch mit euren Katzen in der Wohnung? Gibt es irgendwelche Tipps und Tricks? Ich bin ja nicht ahnungslos, ich hatte von klein auf immer Katzen.

Lg

8 Antworten

Soviel vorweg: Babykatzen sollten mindestens 12 Wochen (besser wären 16) bei der Mutter bleiben. Dabei geht es neben Sozialisierung auch um eine langfristig gestärkte Immunabwehr. Die Rede ist von Muttermilch, die dem Aufbau der Abwehrkräfte dient, was keine Alternativnahrung dergestalt hinbekommt, siehe auch http://seismart.de/katze/katzenbabys-trennen-wie-lange-muessen-katzenbabys-bei-der-mutter-bleiben--_341.html. Katzenwelpen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, können zeitlebens krankheitsanfälliger sein als Artgenossen, die lange genug beim Muttertier waren. Übt euch somit bitte in Geduld - im Interesse der Tiere! Lasst nicht zu, dass sie der Mutter entrissen werden, nur weil deine Freundin womöglich die Grundimmunisierungskosten einsparen will - zumal die Erstimpfung mit 8 Wochen quasi vor der Tür steht und die Babys gar verschenkt(!) werden sollen, was ein NoGo ist! Eine Schutzgebühr (idealerweise auch eine Kastrationskaution ==> beides jeweils ca. 40 €) sollte stets erhoben werden. Wichtig: Die Schutzgebühr ist nicht mit einem Kaufpreis zu verwechseln! Vielmehr dient sie dazu, Kurzschlusshandlungen im Sinne von Spontan-Anschaffungen zu verhindern. Doch gerade die Entscheidung für ein Tier (sagen wir jetzt mal Katze) sollte gut durchdacht sein, denn Katzen bedeuten eine ernstzunehmende Verpflichtung und große Verantwortung - für gut und gerne 20 Jahre, wenn gar mehr! Wären sie kostenfrei, würde im Umkehrschluss die Zahl ausgesetzter Tiere steigen.

Stichwort Fütterungszeit: Da Katzen Gewohnheitstiere sind, empfehlen sich am ehesten feste und über den Tag gut verteilte Fütterungszeiten bei 3-4 Portionen, bei Welpen auch 5-6. Von nur 2 Portionen ist abzuraten; dann können sich Katzen aufgrund des großen Hungers leicht überfressen, was Erbrechen begünstigt. Erbrechen bedeutet Nahrungsentzug, und das wiederum schadet der Leber. Somit würde ich unbedingt versuchen, die Zeiten zu optimieren. Steht ihr beispielsweise um 5 Uhr auf? Dann gebt ihnen das Futter erst, kurz bevor ihr das Haus verlasst, z. B. um 6 Uhr. Die morgendliche Mahlzeitmenge würde ich dabei größer ausfallen lassen als die der anderen beiden. Allerdings: Dieses Modell bezieht sich auf erwachsene Katzen. Solange sie im Welpenalter sind, wären häufigere Futtergaben anzuraten. Kann beispielsweise ein Nachbar, Freund oder Bekannter um die Mittagszeit vorbeischauen, um das zu erledigen? Es wäre ja kein großer Zeitaufwand.

Stichwort Katzenklo: Ein einziges wäre zu wenig! Die Faustformel lautet Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo, so dass ihr auf 3 Klos kommen solltet - umso eher bei Welpen, die schnell mal was daneben gehen lassen …! Des Weiteren ziehen Katzen es vor, großes und kleines Geschäft getrennt abzusetzen.

Ferner sind Vorzimmer und Küche viel zu wenig Bewegungsraum für 2 Tiere, Stichwort Sicherheitsbedürfnis. Aufgrunddessen pflegen Katzen es, mehrmals tags- oder auch nachtsüber durch die Wohnung zu ziehen und zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Befindet sich auch nur ein Gegenstand woanders (z. B. ein heruntergefallener Stift auf dem Fußboden), wird dieser gleich inspiziert und entsprechend eingeordnet (nach gefährlich oder ungefährlich). Bei Aussperrungen können sie ihr Sicherheitsbedürfnis nur eingeschränkt ausleben, was zu Unreinheit führen kann. Weitaus katzengerechter wäre es, ihnen die ganze Wohnung zur Verfügung zu stellen. Versucht dabei, alles möglichst spannend zu gestalten, z. B. mit Hängematten, Kratzbäumen, Aussichtsplätzen, Rascheltunneln, Fummelbrettern, Pappkartons zum Verstecken etc.. Dann geraten sie weniger in Versuchung, etwas zu demolieren. Bestimmt freuen sie sich auch, wenn ihr euch beizeiten mit einbringt, z. B. durch Bällewerfen, Spielangeln oder Clickertraining.

Habt ihr euch auch ansonsten über Katzenhaltung und -pflege informiert? Hier sind noch ein paar wichtige Eckdaten:

  • Füttert kein Trockenfutter (auch kein getreidefreies)! Begründung: Es ist vielfach die Ursache für Nierenversagen, Magenreizungen und -entzündungen (die in Geschwüre übergehen können), schmerzhafte Blähungen (durch aufsaugebedingte Futtervolumenverdoppelung), Übergewicht, Diabetes, Zahnprobleme, Blasenentzündungen (da weniger Harnabsatz), Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Das Risiko von Futtermilbenbefall (Allergieauslöser) steigt bei falscher Lagerung ebenso - mitunter sind gar Rohstoffe bereits damit kontaminiert! Folglich hat es nichts mit gesunder Katzenernährung zu tun und ist unbedingt zu vermeiden. Die beste Wahl ist hochwertiges Nassfutter mit 60% Fleisch-Mindestanteil ohne Getreide und Zucker.

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

  • Legt euren Katzen kein Halsband an - Strangulationsgefahr! Tragt auch dafür Sorge, dass kein Spielzeug liegen bleibt, womit sie strangulieren können (Spielangeln etc.).
  • Stellt kein Fenster auf Kipp, wenn sie ohne Aufsicht sind. Das kann ebenso zur tödlichen Falle werden!
  • Setzt euren Katzen keinen Zigarettenqualm aus, denn erstens atmen sie das Gift über die Lunge ein, und zweitens nehmen sie es durch die Fellpflege zusätzlich oral auf, so dass es sich im Magen- und Darmtrakt niederlegt. Bedenkt: Es sterben doppelt so viele Katzen an Krebs, die Passivrauch ausgesetzt sind, wie Katzen aus Nichtraucherhaushalten! Bei 2 Rauchern wird das Risiko gar vervierfacht!
  • Lasst keine Schokolade rumliegen - sie ist pures Gift für Katzen und kann je nach Dosis tödlich sein!
  • Gebt ihnen kein rohes Schweinefleisch, auch das kann tödliche Folgen haben.
  • Lasst sie mit spätestens 5 Monaten kastrieren, und zwar aus folgenden Gründen: Verringerung des Katzenelends (weniger überfüllte Tierheime + kürzere Tierheimaufenthalte, wenn sich die Gesamtauswahl durch Kastration verkleinert), 4 bis 6-mal weniger Kosten als die eines potentiellen Wurfes, kleineres Revier (==> dadurch seltenere Kämpfe, bei denen durch Bissverletzungen die tödlich verlaufende Krankheit Katzenaids übertragen werden kann; kleineres Entlaufungsrisiko + kleineres Verletzungsrisiko im Straßenverkehr), kein Stressverhalten (z. B. Markieren von Wohnungsmobiliar + ständiges Maunzen), größere Menschenbezogenheit (da Paarungsbereitschaft nicht mehr im Fokus steht), keine Gefahr von Gesäugekrebs + lebensgefährlichen Gebärmuttervereiterungen bei der Kätzin bzw. keine Gefahr von Hodenkrebs, Hodenhochstand (Kryptorchismus) + keine Prostataerkrankungen beim Kater sowie eine im Schnitt 9 Jahre längere Lebenserwartung.

Ich hoffe, das reicht soweit an Informationen.

Da ich dein Kommentar am besten fand, gebe ich meine endgültige Meinung hier ab :)

Ich Hab bis jetzt nach gedacht und ich/wir werden uns keine nehmen. Ich denke da an meine beiden, die ich ja bei meinen Eltern gelassen habe, da sie frei lebend sind. Und wenn ich daran denke, dass die zwei in einer Wohnung leben müssten... Kann ich das nicht mal verantworten!! Ich befürchtet, dass der Wunsch nach einem Tiger so groß ist, da ich meine extrem vermisse. Am besten wir warten ab, vielleicht ergibt sich irgendwann wohnungstechnisch was anderes ;)

Deine Tipps sind seeeehr gut und die meisten sind mir auch bekannt. Nur bei einem muss ich stark widersprechen. .das mit dem Klo. Meine "Schwägerin" hat drei Katzen und drei/vier Toiletten... Und sie reinigt sie jeden Tag und trotzdem riecht es immer extrem danach wenn man die Wohnung betritt. Teilweise hat man es sogar vor der Haustür gerochen, wenn ein Fenster gekippt war.

Wir hatten, als ich damals meine zwei bekommen habe, nur ein Klo. Beide waren von Anfang an stubenrein und haben bis jetzt kein einziges Mal ins Haus gemacht. Da melden sie sich vorher mitten in der Nacht, wenn sie raus müssen.. Um 3 oder 4 Uhr morgens :D

Aber nochmals danke. Ich wollte mit meiner Frage auch nicht irgendwie penipel oder was weis ich klingen. Habe die Frage schnell schnell nebenbei geschrieben. Mir ist auf jeden Fall bewusst, dass eine Karte eine große Verantwortung ist. Und vermutlich ist es einfach leichter, wenn die Katze ihren großen Karten usw hat :)

Gern geschehen & danke für deine anerkennenden Worte :-)

Ja, mit einer größeren Wohnung bzw. Garten ist es gewiss leichter und zudem schöner - sowohl für die Katze(n), als auch für euch als Besitzer! Apropos Klogeruch: Womöglich lag es an einem schlecht bindenden Katzenstreu.

das möchte ich auch sagen . es liegt am Streu. wenn man dieses billige nicht klumpende Streu nimmt riecht man es sofort , wenn man nicht gerade danebensteht und es direkt rausnimmt . ich hab seit 4 Wochen 3 ältere Katzen aus dem Tierheim. das sind richtig dicke Brummer , die eine gute Verdauung haben und pieseln auch nicht schlecht . es stinkt kein bisschen in der Wohnung.

Danke fürs Sternchen :-)

Unter der Woche sind wir beide ca 10 Stunden nicht in der Wohnung

10 Stunden in der Woche oder an jedem Tag der Woche?

Reicht nur morgens und abends?

Sollte reichen. Meine Katzen bekommen morgens und abends eine Portion Nassfutter.

Meine Befürchtung ist einfach, dass sie uns die Wohnung ein bisschen demolieren

da Ihr den Großteil des Tages nicht zuhause seid und die Katzen sehr jung sind, besteht die Gefahr. Insbesondere bei jungen Katzen, die sich erst an das neue Heim gewöhnen müssen ist es meiner Meinung nach notwendig, dass sich die Besitzer am Anfang intensiver um sie kümmern.

Bzw würden wir den beiden nur Vorzimmer und Küche offen lassen.

wie groß ist denn die Fläche? Selbst wenn es Wohnungskatzen sind benötigen sie etwas Freiraum. Katzen wollen sich manchmal auch aus dem Weg gehen. Das funktioniert aber nicht, wenn es nur einen Raum gibt. Meine haben die ganze Wohnung zur Verfügung.

was uns halt dann stört ist der starke Geruch – den man ja irgendwie nicht mehr aus der Wohnung bekommt.

Wer sagt denn sowas? Das Katzenklo müsst Ihr natürlich regelmäßig sauber machen. Bei mir steht das Klo im Flur. Ich rieche da eigentlich nie was.

Ansonsten solltet Ihr Euch in erster Linie überlegen, ob Ihr nach dem Tag auf Arbeit noch die Motivation habt, Euch mit den Katzen zu beschäftigen. Die wollen schließlich auch Aufmerksamkeit. Und selbst bei Wohnungskatzen würde ich schauen, dass die Tiere mal an die frische Luft kommen. Ich hätte mir keine Katzen angeschafft, hätte ich keinen Balkon gehabt.

@ ChristianLE: Besser wäre, wenn deine beiden Samtpfoten 3-4 Portionen täglich bekämen. Begründung: Bei nur 2 Portionen können sich Katzen aufgrund des großen Hungers leicht überfressen, was Erbrechen begünstigt. Erbrechen bedeutet Nahrungsentzug, und das wiederum schadet der Leber. 2 Portionen wären allenfalls beim Hund akzeptabel, da er auf Vorrat frisst und zudem ein Enzym besitzt, das Fette in Energielieferanten umwandelt. Dieses Enzym wiederum fehlt der Katze, weshalb sie (besonders im Falle des Erbrechens und bei gleichzeitigem Übergewicht) schlimmstenfalls eine hepatische Lipidose (Fettleber) erleiden kann, die nur allzu oft tödlich endet.

Um es weiter zu optimieren, wären 2 weitere Klos sinnvoll, da die Faustformel lautet Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo (==> siehe auch meine ausführliche Antworte, wenn du magst).

Ansonsten: DH :-)

Besser wäre, wenn deine beiden Samtpfoten 3-4 Portionen täglich bekämen.

Genau so machen ich das auch am Wochenende. Unter der Woche wird es schwierig. Sie bekommt aktuell morgens etwas, bevor ich auf Arbeit gehe und abends wenn ich nach Hause komme. Bevor es ins Bett geht gibt's etwas Trockenfutter (selbstgemacht).

die Faustformel lautet Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo

Also bräuchte ich auch bei einer einzelnen Katze zwei Klos?

Stichwort Fütterungszeit: Dann würde ich versuchen, die Zeiten zu optimieren (==> siehe auch den 2. Absatz meiner Antwort).

Ja, bei nur einer Katze bedeutete das 2 Klos (==> siehe auch den 3. Absatz meiner Antwort, wenn du magst).

gegen den geruch hilft nur sauberkeit. ich geh mal davon aus, das 2 katezen ein katzenklo nicht innerhalb von einem arbeitstag so vollmachen das es stinkt. morgens und abends füttern sollte ausreichen. katzen sollten sowieso immer die möglichkeit haben auf trockenfutter zurück greifen zu können. ob die dir was demolieren ist reine erziehungssache.

@ Hexe121967: Sorry, Trockenfutter ist ein völliges NoGo! Begründung: Es hat rein gar nichts mit gesunder Katzenernährung zutun und ist sowohl schädlich für die Zähne (die Stärkereste legen sich als zäher, klebriger Belag auf die Zähne, was Zahnstein begünstigt) als auch die Nieren (Trockenfutter saugt Wasser auf und senkt somit den Flüssigkeitslevel), das heißt eine Katze muss mindestens die 3-fache Wassermenge der aufgenommenen Futtermenge zu sich nehmen, um ihn zu halten, was keinem Tier möglich ist. Mach selber den Test und tropfe Wasser über’s Trockenfutter - du wirst sehen, wie schnell es das aufsaugt, und nichts anderes passiert im Körper der Katze! Dadurch verliert auch die Magenschleimhaut einen Teil ihrer Schutzschicht und macht die Katze anfälliger für Magenreizungen und -entzündungen, die in Geschwüre übergehen können. Da sich das Futtervolumen aufsaugebedingt verdoppelt, können auch schmerzhafte Blähungen folgen. Was erschwerend hinzukommt: Fängt sie erstmal an zu trinken, hat die Dehydration (Austrocknung) bereits eingesetzt - oft mit gravierenden Folgen, wenn sie es über die Jahre verteilt ausschließlich erhält, wie etwa Diabetes, Nierenversagen und ein vorzeitiger Tod. Männliche Tiere sind aufgrund ihrer langen Harnröhre umso anfälliger für Harnsteine etc.. Eine Katze braucht schlichtweg Flüssigkeit; von Natur aus ist sie es gewohnt, sie über die Nahrung aufzunehmen in Form von Mäusen, Fischen und dergleichen. Diese bestehen bis zu 80% aus Wasser - Trockenfutter hingegen hat nicht mal 10% Wasser! - Anlass genug, dieses gar nicht erst in Erwägung zu ziehen. Des Weiteren ist Trockenfutter vielfach die Ursache für Übergewicht, Blasenentzündungen (da weniger Harnabsatz), Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Das Risiko von Futtermilbenbefall (Allergieauslöser) steigt bei falscher Lagerung ebenso - mitunter sind gar Rohstoffe bereits damit kontaminiert!

Am besten, man gewöhnt eine Katze gar nicht erst an Trockenfutter, und sie wird es mit einem gesunden und langen Leben danken. Und sollte sie dennoch derartige Krankheiten entwickeln, was natürlich passieren kann (es gibt ja auch sehr wenige Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen), dann muss man zumindest nicht bei sich anfangen!

Doch leider fängt ein Großteil der Besitzer aus folgendem Grund nicht bei sich an: Viele Tierärzte schieben Diabetes, Harnwegserkrankungen und Niereninsuffizienz fälschlicher- und somit fatalerweise auf das Alter! Grund: Sie haben oft nur unzureichendes Wissen über Katzenernährung, da sie die Informationen aus der Futtermittelindustrie erhalten, deren Ziel u. a. auch der Verkauf von Trockenfutter ist! Nur die wenigsten(!) sind in der Hinsicht so kompetent wie diese 4 Tierärzte:

  • Zitat Lisa A. Pierson (DVM = Doctor of Veterinary Medicine): Es ist unglaublich frustrierend, dass meine Kollegen eine Trockenfutter-Diät empfehlen anstatt Dosenfutter mit zugesetztem Wasser.
  • Zitat Dr. Bettina Brabänder: Das Zeug ist so etwas wie Fastfood bei Kindern und als ständige Kost nicht gesund.
  • Zitat Dr. Ian Billinghurst: Die traurige Wahrheit ist, dass Fertigfutter hilft, Tierärzte mit Patienten zu versorgen.
  • Zitat Dr. med. vet. Dorsie Kovacs: Ungeachtet der irreführenden Werbung kann Trockenfutter wesentlich mehr Probleme verursachen als beseitigen. Die Hersteller machen den Haustierbesitzern das Gegenteil glauben, da buchstäblich Milliarden Verkaufswerte auf dem Spiel stehen. Trockenfutter, fütterungsbereit verpackt, ist speziell für die Bequemlichkeit des Tierbesitzers designed, nicht für das Haustier.

Bedenke auch: In diesem Alter legt man Grundsteine für spätere Vorlieben, die prägend sind. Soll heißen: Je früher sie an schlechte Nahrung herangeführt werden umso schwieriger wird eine spätere Futterumstellung!

Was hinzukommt: Eine Katze benötigt täglich mindestens 60 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht [je nach Temperatur, Gesundheitszustand, Alter und Aktivität sogar bis 80 ml ==> z. B. im Welpenalter (wie diese beiden), bei Durchfall oder chronischer Niereninsuffizienz (CNI)]. Da kommt ein Tier mit Trockenfutter niemals hin, zumal es - im Gegenteil - auch noch Wasser entzieht! Leider müssen im Alter viele Trockenfutter-Katzen am Blasenkatheter angeschlossen und / oder wegen Niereninsuffizienz behandelt werden bzw. viele Tiere wegen Zahnbeschwerden auch schon früher (Stichwort Zahnsanierung aufgrund Zahnfleischentzündung und Zahnstein, Kosten 200 €). Dies ist häufig der Tatsache geschuldet, dass sich Katzenbesitzer nie das erforderliche Wissen darüber angeeignet haben. Entsprechend groß ist der Aufklärungsbedarf.

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

Die beste Wahl ist Nassfutter mit 60% Fleisch-Mindestanteil ohne Getreide und Zucker. Mittel- bis hochwertig sind folgende Sorten:

  • An*monda „Aus der Heimat“
  • B*zita
  • N*TUR plus
  • R*al Nature
  • C*tz Finefood
  • Gr*nataPet
  • Gr*u
  • L*onardo
  • M*C’s und
  • T*rra Faelis (alle erhältlich im Zoofachhandel).

Völlig akzeptabel und somit ein Kompromiss zwischen Geldbeutel und Qualität sind diese Sorten:

  • L*x (erhältlich beim A-Discounter Nord)
  • C*chet (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim A-Discounter Süd)
  • B*anca (alle, außer „Geflügel und Leber in Wildgelee“ ==> hellgelbe Dose; erhältlich beim P-Discounter) sowie
  • Opt*cat (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim L-Discounter).

Ferner irrst du leider mit der Annahme, dass Katzen rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung haben müssen - mehr noch: ständige Futter-Verfügbarkeit ist sogar ein NoGo! Begründung:

  • Erstens kann Fressen so zu einer Art Beschäftigung werden, Stichwort Fresssucht;
  • zweitens können Katzen bei ständiger Futter-Verfügbarkeit kein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl mehr entwickeln;
  • und drittens neigt insbesondere Trockenfutter bei Temperaturen um die 28°C vermehrt zu Bildung von Schimmelpilzgiften (==> krebserrregend).

Auch ein einziges Klo wäre zu wenig, da die Faustformel Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo lautet (==> siehe auch meine ausführliche Antwort, wenn du magst).

ehrlich gesagt, hab ich den ganzen überflüssigen - in meinen augen - werbesalmon jetzt nicht gelesen. unsere katzen sind und waren immer freigänger, haben vom tisch mit gegessen und ansonsten trockenfutter für zwischendurch gehabt. alle waren immer gesund, haben draussen mäuse und vögel gejagt und haben ein hohes alter erreicht. so falsch kann das also überhaupt nicht gewesen sein.

Sorry, das pflegen leider viele Besitzer von Trockenfutter-Katzen zu sagen, doch Ausnahmen von gesunden Trockenfutter-Katzen wird es immer geben. - Dafür sind es allerdings Ausnahmen, d. h. sie besitzen keine Allgemeingültigkeit. Typische Leiden, die auf Trockenfuttergabe basieren, sind i. d. R. Spätfolgen - dennoch weiß ich gar von 3 Trockenfutter-Katzen, die ihren 6. Geburtstag nicht erlebt haben, Diagnose: Nierenversagen! Das Tückische: CNI (chronische Niereninsuffizienz ==> häufige Auslöser: Tumorerkrankungen, erbliche Faktoren oder Trockenfuttergabe) ist ein schleichender Prozess, da sich die Symptome erst dann zeigen, wenn ¾ des Nierengewebes bereits zerstört sind. Die zunehmend geschädigten Nieren sind irgendwann nicht mehr in der Lage, selbst leichte Dehydrationen (z. B. durch Erbrechen) zu kompensieren, weshalb die Krankheitsmerkmale auch sehr plötzlich auftreten können. Eine Trockenfutter-Katze als gesund zu bezeichnen, kann somit schneller zur Fehleinschätzung werden, als man meint …!

Vielmehr sollte man diese Tatsache als Anlass sehen, sie auf hochwertiges Nassfutter umzustellen, um die obigen Krankheitsrisiken noch rechtzeitig zu minimieren.

Leider wähnen sich viele Katzenbesitzer auf der sicheren Seite, wenn der Tierarzt ihnen das Trockenfutter-Märchen auftischt. - Obwohl durch ein bisschen Hinterfragen des Sachverhalts jeder Laie von selbst darauf kommen kann, oder hast du schon mal eine Katze auf dem Ährenfeld gesehen? Und wenn ja, dann allenfalls zum Mäusefangen.

Tischnahrung (sprich menschliche) ist zudem weitestgehend ein Tabu für Samtpfoten. Lachsschinken ist viel zu salzig; daneben können Schokolade und rohes Schweinefleisch sogar tödlich sein (um nur mal ein paar Beispiele zu nennen). Auch Zwiebelgewächse wie Knoblauch, Schnittlauch und Speisezwiebeln sind gefährlich, da sie durch die Zerstörung roter Blutkörperchen eine Hämolyse (= Blutarmut) auslösen können. Höchstens 1-2 Mal wöchentlich gekochten Fisch (sofern thiaminasehaltig ==> thiaminasefreier darf auch roh verfüttert werden), laktosefreie Milch, vergorene Milchprodukte (Hüttenkäse, Joghurt oder Quark) als Leckerli sowie ab und zu ein rohes Stück Rindfleisch zur Zahnreinigung ist empfehlenswert. Stichwort Milch: Hier ist es umgekehrt sogar besser, soll heißen: bitte keine Katzenmilch! Sie ist zwar laktosereduziert, enthält jedoch Zucker.

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