Katze pinkel überall in die Wohnung - Warum?

Hallo liebe Community! :)

Seitdem ich klein bin, habe ich mir immer schon eine Katze gewünscht. Jetzt wohne ich alleine und habe mir vor vier Tagen diesen Wunsch erfüllt. Seit vier Tagen habe ich nun also einen Kater. Er ist zwei Jahre alt, kastriert und eine reine Wohnungskatze. Sein Vorbesitzer hatte ihn, seit der ein Baby ist und musste ihn aus Arbeitsgründen nun abgeben. Damit er sich wohler fühlt, hat mir der Vorbesitzer all seine Sachen mitgegeben (Kratzbaum, Katzenklo, Fressnäpfe etc.) Er ist sehr verschmust und überhaupt nicht aggressiv oder dergleichen, er scheint sich also wohl zu fühlen. Jedoch pinkelt er nicht nur ins Katzenklo, sondern auch überall sonst hin! Auf meine Kleidung, mein Bett, den Fußboden. Ich bin so langsam total verzweifelt! Das Katzenklo ist stets sauber, ich beschäftige mich mit ihm, er scheint sich ja schließlich auch wohl zu fühlen, aber dennoch..

Bitte helft mir!

Liebe Grüße!

7 Antworten

Ich denke es kann sein das die Katze sich erst an die neue Bezugsperson gewöhnen muss. Viele Katzen drücken dadurch aus das Sie protestieren oder mit etwas nicht zufrieden ist. Vielleicht dauert es nur einfach eine weile bis Sie sich an dich gewöhnt hat.

Dass er beim Vorbesitzer 2 Jahre als Wohnungseinzelkater lebte, ist ohne jede Aussage: Manchmal bedarf es einfach Zeit, ehe Missstände unerträglich werden! Womöglich hat er da schon mit Unreinheit reagiert, so dass Arbeitsgründe ein Vorwand waren - wer nimmt schon eine unreine Katze?! Eine Zweitkatze, die ihm das Leben versüßt, wäre für diesen Fall immerhin ein Muss gewesen! Nicht raus zu dürfen und einsam in der Wohnung auszuharren, ist schlichtweg grausam. Ein Mensch kann da gar nicht genug entgegenwirken, zeitlich am wenigsten! Die Anwesenheit der anderen Katze ist eine Bereicherung, die nicht unterschätzt werden sollte. Hinzu kommt die Umstellung auf sein neues Zuhause. Versetz dich in seine Lage - für ihn ist alles neu: fremde Umgebung, fremde Geräusche, fremde Gerüche und fremde Person, zumal er dich ja noch nicht wirklich kennt. Sehr wahrscheinlich vermisst er seinen Vorbesitzer - er kann die Gründe seiner Abgabe ja nicht nachvollziehen, fühlt sich verstoßen und reagiert entsprechend kummerbedingt. Dass du verständnisvoll bist, ist zwar sehr gut, doch es kann seine Trauer nicht wettmachen - nach gerade mal 4 Tagen(!) umso weniger ...!

Käme eine Zweitkatze für dich in Frage? Dann würde ich mich für einen Kater entscheiden, denn die Spielsprache, die gleichgeschlechtliche Katzen sprechen, ähnelt einander einfach mehr. Wichtig auch zu wissen: Kätzinnen sind stärker objektorientiert (d. h. mehr interessiert am jeweiligen Spielzeug) als Kater, die ihre Kräfte lieber an Artgenossen messen (weshalb Raufereien wohl immer etwas an der Tagesordnung sein werden). Hol dir am besten einen, der auch das gleiche Temperament hat wie er, denn dass Gegensätze sich anziehen, ist ein Irrglaube. Bei Katzen gilt am ehesten "Gleich und Gleich gesellt sich gern.". Welches Alter? Da man Charakterzüge, die zu deinem passen, am ehesten im Erwachsenenalter erkennt, würde ich mich für ein etwa gleichaltriges Tier entscheiden - ein Welpe wäre da buchstäblich die berühmte "Katze im Sack" …! Wichtig: Am besten, du holst ihn so schnell wie möglich, damit typische Probleme der Vergesellschaftung (wie z. B. Revierverhalten) gar nicht erst entstehen.

Dennoch: Dein Vorschlag, ihn zu deinen Eltern zu geben, ist durch den Freigang ein wesentlich größerer Garant für ein glückliches Katzenleben. Natürlich müsste er sich auch dort einleben, würde aufgrund der erneuten Umstellung vielleicht ebenso mit Unreinheit reagieren und müsste die ersten 4-6 Wochen drin bleiben, um zu wissen, wo er hingehört - Stichwort Eingewöhnung (die insgesamt ein wochen- bzw. monatelanger Prozess sein kann). Doch Freigang ist kaum zu schlagen; dadurch würde er langfristig ganz sicher aufblühen.

Das Wichtigste an der ganzen Situation: Triff die Entscheidung so schnell wie möglich! Wenn er dich erstmal ins Herz geschlossen hat und nach geraumer Zeit ebenso verliert, stünde sein nächstes Kummertal vor der Tür …! Erspar es ihm, indem du dich jetzt entscheidest.

Sollte er zu deinen Eltern ziehen, gebe ich dir folgenden Umzugstipp: Bevor du ihn das erste Mal in ihre Wohnung lässt, nimm ein paar Wattebäusche und streiche damit über seine Nase und sein Fell, damit sein Körpergeruch daran haftet. Verteil die Düfte, die sich darauf niedergelegt haben, anschließend in der elterlichen Wohnung, d. h. auf Stuhlbeinen, Türzargen usw. - natürlich alles auf Katzenhöhe! Dann gewinnt er eher das Gefühl von Sicherheit. Außerdem erkennt er ihre Wohnung schneller als sein Revier an, wenn er sich geruchsmäßig wiederfindet.

Stichwort Unreinheit: Für den Fall, dass organisch nichts vorliegt und langfristig alle erziehungstechnischen Stricke reißen, möchte ich dich (bzw. deine Eltern) dazu ermutigen, eine Tierpsychologin aufzusuchen. Sie hat einen ganz anderen Blick für die Situation und hinterfragt Dinge, die euch vielleicht gar nicht erwähnenswert vorkommen. Auf jeden Fall wird sie die Ursache und eine Lösung finden.

Wichtig zu wissen (falls es um Protest geht): Dein Kater will mit diesem Verhalten niemanden ärgern, wie manche Tierbesitzer meinen, sondern auf Missstände aufmerksam machen! Welche genau das sind, musst du versuchen herauszufinden (notfalls mit professioneller Hilfe). Mir ist z. B. der Fall einer Katze bekannt, die ständig neben das Klo urinierte. Des Rätsels Lösung: Sie wollte nicht mehr auf den Arm genommen werden. Als dies unterblieb, ging sie wieder aufs Katzenklo. Und herausgefunden hat es - richtig: die Tierpsychologin!

Google gegebenenfalls nach einer Tierpsychologin in deiner Nähe und mach einen Termin. Alles Gute für deinen Kater!

Katzen reagieren ganz stark auf Veränderungen. Ein Besitzerwechsel und der damit verbundene Umzug in ein neues Zuhause ist eine ganz große Sache für die Katze. Die Katze benötigt Zeit um sich an das neue Zuhause zu gewöhnen. Stelle am besten einen zweiten Katzenkloos ohne Deckel in der Wohnung auf. Wenn das nicht aufhört würde ich die Katze auch mal von einem Tierarzt untersuchen lassen. Womöglich hat sie das auch beim Vorbesitzer gemacht. War die Katze vorher alleine? Wenn sie es jetzt ist, dann kann das auch so etwas hervor rufen. So eine Geschichte kann manchmal sehr lange dauern bis man dahinter kommt weshalb die Katze das macht. Ich drücke Dir die Daumen.

schließe mich der antwort an

ergänzen möchte ich noch, das es wichtig ist das die katze einen artgenossen bekommt, wohnungskatzen in einzelhaltung bekommen verhaltenstörungen.. dies könnte evtl schon eine sein

Weitere Katzenfragen zu "Verhaltensweisen"