Eltern zu Notfallkatze überreden?

Wir kennen es ja alle, ein Kind will ein Haustier haben, darf aber nicht und will seine Eltern dann irgendwie dazu überreden. Bei mir ist es ähnlich, und doch ganz anders.

Ich habe zwei eigene Kaninchen, und wir als Familie haben einen Familienhund. Ich bin total zufrieden damit aber ich habe jetzt vor Kurzem, als ich 14 geworden bin, damit angefangen mich mehr mit Tierschutz zu beschäftigen und habe jetzt auf einer Seite im Internet einige 'Notfallkatzen' gefunden, die ein neues Zuhause suchen. Ein Kater würde perfekt in unsere Familie passen, keine Probleme machen und ich würde mich um ihn kümmern.

Doch das Problem ist, dass meine Mutter Katzen hasst, mein Vater mag sie zwar aber Mama hat noch weitere Argumente. Sie meint, ich wollte ihn nur aus Mitleid kaufen, aber das stimmt nur teilweise. Hauptsächlich möchte ich etwas gegen Tierquälerei tun und diese armen Tiere unterstützen, und nur helfen Sie zu vermitteln bringt da nichts.

Ich möchte meine eigenen Erfahrungen mit solch armen Tieren machen, sie weiter geben und den Menschen zeigen dass auch sie etwas für Tiere tun können! Zeit, Geld, Platz und Sonstiges spielt hier keine Rolle, sondern nur dass meine Mutter mich total falsch einschätzt. Was soll ich tun ?

10 Antworten

Wenn deine Mutter keine Katzen mag, dann hat es keinen Zweck, eine Katze in den Haushalt aufzunehmen, ganz gleich, wie gut man es mit dem Tier meint.  Aus Mitleid ein Tier aufzunehmen hat auch wenig Sinn für Halter und Tier. 

Und dann hat deine Mutter, im Gegensatz zu dir, sicher ein wenig in die Zukunft gerechnet. Was ich hier für die Anschaffung eines Hundes geschrieben habe, gilt ebenso für eine Katze:

Ich spreche hier nicht von den Selbstverständlichkeiten wie Versorgung mit Futter, Erziehung, Zuwendung, Tierarztbesuche, Impfungen, wo bleibt die Katze, wenn die Familie in den Urlaub fährt, etc. Sich ein Tier zulegen ist nämlich für beide Seiten etwas so weitreichendes wie eine Adoption. Gefühlsduselei darf bei der Entscheidung kein Maßstab sein. Die Voraussetzungen müssen stimmen. 

Man sollte sich nie einen Hund zulegen, wenn man nicht mindestens ein Haus mit Grundstück hat. Einen Hund in einer Etagenwohnung zu halten ist nämlich ganz und gar nicht artgerecht, und somit, bei aller Tierliebe, reinste Tierquälerei; und das lebenslänglich. Hunde gehören auf den Bauernhof oder ins Forsthaus. 

Hunde werden bis zu 16 Jahre alt. Sie sind Rudeltiere, und daher ist ein Hund immer ein Familientier, d.h. er "gehört" nicht einem Familienmitglied, sondern wird das "rangniedrigste Familienmitglied". Deshalb muss der Hund auch zu allen in der Familie "passen", denn alle sind gleichermaßen in der Verantwortung für das neue Familienmitglied.

Wer sich einen Hund zulegen will, muss dabei in erster Linie an die fundamentalen Bedürfnisse des Tieres denken. Genau wie bei kleinen Kindern muss man diese Lebensentscheidung verantwortungsvoll für den Hund treffen; weil er selbst ja nicht mitsprechen und das für seine Zukunft entscheiden kann. Ein adoptiertes Kind kann man nicht zurückgeben, weil es sich als schwer erziehbar herausstellt, in der Schule nicht mitkommt, Oma und Opa nicht passt… und das gleiche gilt ebenso für einen Hund. 

Für ein Kind kann ein Hund von klein auf der beste Freund sein. Als Faustregel kann man da zugrunde legen, je älter das Kind ist, desto älter sollte auch der Hund sein. Rechnen wir einmal:

Mit 2-4 Jahren ist ein Kind noch im richtigen Alter für die Anschaffung eines Welpen. Dann ist er nämlich genau der richtige Spielgefährte für die ersten Lebensjahre. Mit 6 Jahren kommt ein Kind in die Schule, ist vormittags nicht zuhause. Das kann auch ein junger Hund noch leicht verkraften, an die paar Stunden allein gelassen werden gewöhnt er sich.

Ab 12 wird der Schultag länger, es gibt mehr Hausaufgaben, und Kinder beginnen andere Interessen zu haben, als "immer nur ein Haustier an der Backe". Dann brauchen sie mehr Zeit für Hausaufgaben, möchten mit der Clique unterwegs sein, zweimal die Woche zum Sport etc. Da kann der Hund nicht mehr immer mitgenommen werden. Dann ist der Hund aber schon "etwas betagter", so dass er auch gar nicht immer und überall hin mit will. 

Mit 18 spätestens beginnt das Kind eine Ausbildung, und spätestens jetzt bleibt kaum noch Zeit für den Hund. Im hohen Alter braucht ein Hund aber kaum mehr, als das regelmäßige Gassi-gehen usw. An ein "Ausziehen mit Hund" ist aber nicht zu denken; denn einen alten Baum verpflanzt man nicht! 

Bei der "Adoption eines Hundes" müssen deshalb die bestehenden Gegebenheiten und die Bedürfnisse aller in der Familie in die Zukunft hinein gründlich gegeneinander abgewogen werden. 

Man darf sich AUS REINER TIERLIEBE übrigens auch ruhigen Gewissens GEGEN die Haltung eines Hundes entscheiden, auch wenn das für einen Teenager vermutlich zunächst ungerecht zu sein scheint. 

Doch das Problem ist, dass meine Mutter Katzen hasst

Das ist der Knackpunkt. Dann mußt du das akzeptieren. Du kannst nicht Tiere ins Haus holen, wenn andere Bewohner damit ein Problem haben. Und Katzen sind halt nicht jedermanns Sache. Ich würde auch keine in meinem Haus haben wollen. Und du hast ja schon Tiere, um die du dich liebevoll kümmerst. Die Tiere verursachen ja schon kosten. Noch mehr solltest du deinen Eltern nicht zumuten. Tierschutz ist gut, aber da gibt es so viele Möglichkeiten, wo man sich engagieren kann. Man muß dazu nicht unbedingt so ein Tier ins Haus holen.

zu schade, daß Deine Mutter gegen die Katze ist. Und toll, daß Du so einer Tierschutzkatze ein Zuhause geben willst. Aber überreden sollte man niemanden müssen.Was passiert, wenn Du krank wirst oder mit der Schule zu irgendwelchen Aktivitäten fahren mußt und die Katze allein Zuhause bleibt (also ohne Dich)? Natürlich kann es auch sein, daß Deine Mutter nach einigen Wochen sagt, sie könne sich ein Leben ohne die Katze nicht mehr vorstellen, so ging es mir mit meiner Mutter. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist der Weg über Deinen Vater, vielleicht auch noch über Deinen Onkel. Rein gefühlsmäßig denke ich, wirst Du keinen Erfolg haben. Entweder man liebt Katzen oder man tut es nicht.

Vielleicht kannst Du Dich um sie kümmern, wenn sie bei der Organisation verbleibt zumindest so lange, bis sich jemand anderes Nettes gefunden hat?! Ich wünsche Dir viel Glück

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