Kann eine aggressive Katze noch erzogen werden?

Ich habe mir vor ca. 3 Jahren eine Katze im Alter von 12 Wochen geholt. In den letzten 12 Monaten hat sie mir das Leben echt schwer gemacht. Obwohl ich meine kleine Maus liebe über alles ist sie anderen aber auch mir gegenüber teilweise sehr aggressiv.

Die Ausbrüche kommen sehr unterschiedlich und daher fällt es mir sehr schwer die Ursache dafür überhaupt herauszufinden. Oftmals fängt sie an zu fauchen und auch aktiv die Beine anzufallen wenn man nur an ihr vorbei läuft (Folge daraus sind tiefe blutende Kratzer und unendlich viele Narben :(.)

Zuletzt war es jedoch sogar so schlimm das Sie mir mit ausgefahrenen Krallen während ich geschlafen habe in mein Gesicht gesprungen ist. Vermehrt treten diese Vorfälle wieder auf seit dem ich in einer Partnerschaft bin.

Mir ist bewusst, dass Katzen eifersüchtig sein können aber ich habe mittlerweile echt Angst vor ihr. Ich schränke mich mittlerweile in sämtlichen Situationen zuhause ein um solchen Situationen aus dem Weg zu gehen, leide jedoch sehr darunter mich zu hause nicht mehr frei bewegen zu können. Sofern sich nicht bald was tut werde ich sie abgeben müssen was ich mit allen Mitteln vermeiden will.

Habt ihr eine Idee was ich noch tun kann? Ich bin dankbar für jede Unterstützung. Sollten die Aussichten auf Erfolg sehr gering sein, was mache ich nur mit ihr? Tierheim kommt für mich nicht in Frage!

7 Antworten

Aggressives Verhalten kann sehr viele Ursachen haben.

So, wie Du es beschreibst, liegt es vielleicht u. a. daran, dass die Katze als Einzeltier lebt und offensichtlich auch nicht raus darf (?).

Bei Wohnungskatzen ist es empfehlenswert, zwei Tiere zu halten - der fürsorglichste Dosenöffner kann keine Zweitkatze ersetzen.

Greift Dich die Katze an, muss genau beobachtet werden, in welcher Situation das geschieht. Fühlt sie sich in die Ecke gedrängt? Hat sie sich erschreckt?

Unausgelastete Katzen können schon einmal etwas heftiger "spielen" - dadurch wird Stress abgebaut, den Deine Katze derzeit wohl aufgrund einer massiven Veränderung in ihrem Umfeld hat (neue Person im Haushalt).

Es besteht zwischen Dir und der Katze wahrscheinlich kein enges Verhältnis, bzw. vertraut Dir die Katze nicht bedingungslos.

Da kommt also einiges zusammen.

Bei aggressiven Katzen ist Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt und als erstes muss eine Erkrankung ausgeschlossen werden, denn auch Schmerzen können aggressives Verhalten verursachen.

Deine Katze muss lernen, dass von Dir keine Gefahr ausgeht und sie Dich nur bedingt attackieren darf.

Baue Vertrauen auf (setze Dich auf den Boden, ohne die Katze zu bedrängen - streichle sie, wenn sie sich Dir entspannt nähert, beschäftige Dich mit ihr/spiele mit ihr und das regelmäßig!)

Je nach Situation kannst Du der Katze mit einem deutlichen "Nein!" und einem kurzen Pusten signalisieren, dass ihr momentanes Verhalten unerwünscht ist. (Das Pusten ins Gesicht simuliert ein Fauchen - auch Katzenmütter "erziehen" so ihre Jungen).

Viele Katzenbesitzer berichten positiv über den FeliWay-Stecker. Diese Pheromone können beruhigend auf Katzen wirken.

Alles Gute für die Fellnase!

Das Problem kenne ich, ich hatte auch ca. 1/2 halbes Jahr meine Fundkatze (habe ich halb verhungert und krank auf der Landstraße gefunden) allein gehalten. Nach einer Weile wurden wir auch zeitweise so attackiert, dass ich mich im Geschäft wegen meiner Kratzer auf den Händen schon fast geschämt habe.

Und dann haben wir eine zweite junge Katze aus guter Haltung, die Sozialverhalten gelernt hatte, dazu geholt. Ab sofort war hier seelige Ruhe und Zweisamkeit.

Hole Deiner Katze Gesellschaft! Sie ist wahrscheinlich zuviel allein, dann werden Hauskatzen zuweilen aggressiv.

lg Lilo

Ist sie eine Einzelkatze?

Wenn ja,solltest du mal über eine zweite Katze nachdenken.Denn dieses Verhalten hat meiner Meinung nach nichts mit Aggressivität zu tun,sondern ist das typische "Kampfspiel" zwischen zwei Katzen.

Meine beiden machen das auch so:sich gegenseitig belauern,angreifen,prügeln,und wieder nett und lieb zusammen liegen.

Außerdem,wenn sie keine Freigängerkatze ist und du nicht 24/7 zu Hause bist,ist eine zweite Katze dringend anzuraten.

Schau mal im Tierheim vor Ort vorbei und sprich mal mit den Pflegern,die können bestimmt weiterhelfen.

 

Lieben Dank für deinen Rat. Über eine zweite Katze habe ich bereits nachgedacht. Obwohl es ein 8wochen altes Baby war, dass eigentlich dem ,,Welpenschutz" unterliegt war es für sie eine absolute Bedrohung. Sie hat sich nicht mehr von der Stelle bewegt und das Baby angefaucht. Auf Dauer habe ich dem Spiel nicht getraut und mich dagegen entschieden. 

Sie ist zwar grundsätzlich eher eine Wohnungsanzeigen aber die Terrasse steht sehr oft offen wo sie auch gerne raus könnte wenn ihr das hilft. Meist nutzt sie es aber nicht. Terrasse ist offen, Wetter ist wunderschön und meine Katze liegt im Schlafzimmer auf dem Fensterbrett und beobachtet von innen. 

Das ein oder andere wo sie doch etwas draußen unterwegs war hat sie sich mit anderen Katzen geprügelt :/. 

Besser wäre eine gleich alte Katze und die Vergesellschaftung sollte langsam von statten gehen. 

Von daher war mein Vorschlag der eines Tierheims.Die Pfleger da können mit Rat und Tat zur Seite stehen.Ansonsten mal im Internet schauen,da gibt es bestimmt viele Seiten,wie man eine Vergesellschaftung am besten vollzieht.

Natürlich nimmt eine Katze nicht das 8 Wochen alte Baby einer anderen Mutter an.Und natürlich prügelt sie sich erst mal draußen mit Anderen um ihr neues Revier.

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