Reicht einer adoptierten Katze aus dem Tierheim der Kontakt mit Nachbarkatzen oder soll ich lieber eine Zweitkatze dazu holen?

Ich möchte eine Katze aus dem Tierheim adoptieren.

Mir ist bewusst, dass fast alle Katzen die Gesellschaft eines Artgenossen zum Spielen, Toben und Sozialisieren bevorzugen, allerdings glaube ich nicht, dass meine Mutter zwei Katzen aufnehmen will. Die Katze dürfte bei mir allerdings raus (wir haben einen Garten und auch sonst gibt es keine stark befahrene Straße in der Nähe) und einige unserer Nachbarn haben Katzen die sich auch draußen aufhalten.

Meine Frage ist also, ob das ausreichend Kontakt für eine Katze wäre, oder ob sie eher leiden würde (da ich das natürlich keiner Katze zumuten will). Nebenbei plane ich keine Babykatze zu adoptieren, sondern eine (eher jüngere bis mittelalte) erwachsene Katze.

10 Antworten

Hallo dickefettepony,

du hast hier schon viele, tolle Antworten bekommen, denn noch möchte ich dir auch gerne noch einen Denkanstoß geben.

Stell dir bitte einmal vor, du lebst in einer Katzenwelt. Du gehst aus dem Haus, pflegst Kontakte, hast Spaß, kannst toben, Spielen und all das tun, was Katzen eben so tun. Dann kommst du nach Hause. Du als einzigste Katze. Es ist für dich sehr still. Was die Menschen sprechen, verstehst du nicht. Wie würde es dir nach einer Weile wohl gehen ? Na ? Genau so muss sich eine Katze fühlen, die alleine lebt...Einzelhaft ist für Katzen grausam, selbst wenn sie Freigänger ist.

Allgemeininfo zum Thema Einzelhaltung:

Das Katzen Einzelgänger sind, ist leider noch immer ein weit verbreiteter Irrglaube. Studien belegen, das Katzen die Gesellschaft von Artgenossen brauchen. Einzig auf der Jagd, sind sie wirklich lieber alleine. Freilebenden Katzen bilden sogar, freiwillig, große Kolonien in denen sie zusammen leben. Auch Hauskatzen pflegen draußen soziale Kontakte.

Natürlich gibt es vermeintliche Einzelgänger, denen Artgenossen nicht all zu viel bedeuten oder die in einer Gruppe einfach nicht Fuß fassen können. Doch diese haben, meist schon in der Prägezeit, eine sehr tiefe und enge Bindung zu Menschen aufgebaut, oder ein Traumatisches Erlebnis im zusammen leben mit Artgenossen erlitten und sind absolute Ausnahmen. Und selbst diese „Einzelgänger“ pflegen, auf ihre Art und Weise, draußen soziale Kontakte.

Eine Katze in Einzelhaft, vor allem noch schlimmer wenn es eine reine Wohnungskatze ist, wird mit großer Sicherheit auf kurz oder lang, Verhaltensauffällig.
Auch die Meinung, Katzen kann man lange alleine lassen, ist seit Jahrzehnten veraltet. Katzen stumpfen mit der Zeit ab und vegetieren eher vor sich hin, wenn sie zu viel alleine gelassen werden. Selbst wenn der Besitzer viel zu Hause ist, ist es kein Vergleich zu einem Spielgefährten mit dem man raufen, toben und spielen oder auch mal Kräftemessen kann.

Das was Katzen untereinander teilen, können wir Menschen ihnen niemals geben. Bitte ermögliche deiner Katze Gesellschaft durch einen Artgenossen !

Alles Gute

LG

Durch den Freigang hat die Katze ja Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Katzen - deshalb ist meiner Meinung nach eine eigene zweite Katze nicht unbedingt notwendig. Als wir zwei Freigänger-Katzen hatten, sind die sich sogar eigentlich immer eher aus dem Weg gegangen, wenn sie mal zufälligerweise gleichzeitig zu Hause waren. 

Bei reinen Hauskatzen ist das was anderes. Die haben ja nirgends die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit anderen Katzen, wenn sie nur bei dir in der Wohnung gehalten werden. Da ist eine Zweitkatze schon gut. 

Danke. Wie gesagt kommt für mich reine Wohnungshaltung sowieso nicht in Frage, da ich ja die Möglichkeit habe der Katze Freigang zu gewähren

Hallo, als erstes ein Kompliment: Du orientierst Dich darüber, was gut für Deine Katze ist. Das tun viele nicht, obwohl es ihnen gut täte, sich vor dem Gang ins Tierheim ein wenig über das artgerechte Verhalten ihres zukünftigen Hausgenossen zu informieren.

Nun zur Frage: Wenn Deine Katze Kontakt zu anderen Katzen hat und jederzeit rauskann (Katzenklappe), dann ist das für sie in Ordnung. Zwar wird es erstmal eine Zeit des Geschreis und der Revierkämpfe geben, aber das geht vorbei. In ihrem Revier ist jede Katze dominanter als selbst körperlich überlegene fremde Katzen.

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