Bin ich ein indirekter Tierquäler?

Hallo,

nein, es hat an und für sich nichts mit dem Quälen an sich zu tun.. Ich habe gestern gelesen, dass es an und für sich "unwürdig und quälend" für eine Katze ist, wenn sie alleine lebt. Habe mir viele Beiträge durchgelesen und jetzt packt mich wirklich das schlechte Gewissen und ich bin hin- und hergerissen, ob ich der Katze nun etwas Gutes tue oder nicht..

Im Februar diesen Jahres haben wir (mein Freund und ich) uns eine Katze geholt, mit allem Zubehör usw. Die Kleine war damals schon 5-6 Monate alt und sie wurde (natürlich) alleine vermittelt, Geschwister gab es laut der Halterin keine. Unsere Wohnung ist 35 m² "groß", ich habe der Katze aber Spielmöglichkeiten usw. bereitgestellt. Ich hänge auch oft eins ab, damit sie sich nicht zu sehr daran gewöhnt und wieder Spaß dran hat, wenn ich es wieder aufhänge..

Bis jetzt finde ich, dass die Katze noch "Katze" ist. Unabhängig, zwar verschmust, aber genau so auch kratzbürstig und verspielt. Mein Problem ist aber auch: mein Freund will keine zweite Katze, da er findet, dass die Wohnung dafür zu klein wäre. Dazu kommt, dass das örtliche Tierheim nur eine Katze zu vergeben hat, die sich nur mit Katern verträgt. Alle anderen Kätzchen sind mindestens 50 km Fahrtweg entfernt. D.h. 100 km für eine Strecke, wenn die Katze dann doch nicht zu unserer "passt", müssen wir sie wieder abgeben und wer weiß, wie oft die Besitzer damit einverstanden sind..

Ich bin echt ein wenig frustriert und verzweifelt.. hätte ich wirklich das Gefühl, dass unsere Katze leidet, würde ich mir eine zweite holen.. aber ich möchte halt generell nicht, dass irgendjemand denkt, ich sei ein Tierquäler, weil ich eine Katze allein in "Einzelhaft" halte. :(

5 Antworten

Ich habe im Laufe der Jahre die Erfahrung gemacht, dass es vor allem jüngere Katzen sind, die sozial leben. Werden sie älter ( ca. 5+), ziehen sie sich eher zurück und leben mehr und mehr nebeneinander her je älter sie werden. Bei Freigängern ist das viel extremer als bei Wohnungskatzen, da hier auch die Revierbildung eine Rolle spielt (auch bei kastrierten Katzen).

Nun gibt es etliche gegenteilige Beispiele, z. B. die Katzenkolonie in Rom. Hier hat die Umwelt einen großen Einfluss und, wie überall in der Natur, passen sich Lebewesen dieser an. Es ist für das Überleben und die Erhaltung der Art für diese Katzen lohnenswert, sich in diesen Kolonien zusammen zu schließen. Ähnliche Beobachtungen hat man auch z. B. bei Tintenfischen vor Capri gemacht. Diese sind normalerweise Einzelgänger und haben an einigen Stellen in der Bucht von Neapel kleinere Kolonien gebildet.

Nun ist aber die Situation so, dass Du keine ältere Katze aus dem Tierheim genommen hast, die sicher dankbar für ein wenn auch kleines aber ruhiges Zuhause wäre sondern eine junge Katze. Diese Katze ist jetzt nicht einmal ein Jahr alt und zeigt noch das unbekümmerte Verhalten eines Kindes. Im Laufe der Zeit jedoch wird sie nicht mehr so glücklich sein mit dem, was Du ihr bietest. 35 qm sind extrem wenig für Katzen, wenn kein Freigang zur Verfügung steht und wenn Du ihr jetzt nicht wenistens eine Gefährtin dazu holst, wird sie u. U. eine frustrierte, vielleicht sogar verhaltensgestörte erwachsene Katze werden, abhängig von dem persönlichen Charakter der Katze. Das Wort "Einzelhaft" trifft es leider doch besser, als Du Dir das wünschst.

Ich gehe jetzt davon aus, dass Ihr berufstätig seid und die Katze daher viel alleine ist. Wenn Ihr viel zuhause seid und Euch mit dem Tier beschäftigt, kann das ein, zwei Jahre gut gehen. Eine Vergesellschaftung wird mit wachsendem Alter übrigens immer schwerer.

Fazit: Ich kann verstehen, dass Deinem Freund zwei Katzen in der kleinen Wohnung zu viel sind. Eigentlich ist sie auch für eine Katze zu klein, das geht nur bei intensivem Unterhaltungsprogramm Eurerseits. Mittelfristig solltet Ihr Euch eine größere Wohnung mit Balkon suchen, dann passt auch eine zweite Katze dazu.

Zu der Zeit, als ich wirklich überall geschaut habe wegen einer Katze, gab es im örtlichen Tierheim gar keine Katzen und in der Umgebung genau 0, die älter gewesen und ein Zuhause gesucht hätten.. das Ding ist auch, dass mein Freund auf das Auto seiner Eltern angewiesen ist, und das Auto ist eine ziemliche Schrottkarre, deswegen traut er sich nicht, allzu weit zu fahren.. Ich hatte genug Anzeigen mit Rassekatzen, aber ich wollte eben eine "Mischlingskatze". Es war eben blöd, dass die Dame, die sie uns vermittelt hat, ebenfalls keine zweite hatte und die Wohnbedingungen ziemlich dieselben waren.

Zur Zeit bin ich noch viel zuhause, aber ab September geht die Schule los und ich habe wirklich Angst, dass die Katze eben einfach ihr Verhalten ändert usw., weil sie zu viel alleine ist..

Eine Wohnung mit Balkon (Balkon ist aber nur maximal 1,5x3 Meter groß) wäre in Aussicht, jedoch liegt der im Erdgeschoss und ich weiß dann nicht, ob unsere Kleine abhauen würde.. aber katzensicher würde ich das Ganze natürlich schon machen.. :)

Das hört man ja gerne, dass es im Tierheim keine Katzen gab :o) Leider ist das bei uns hier im Ruhrgebiet gerade jetzt in der Ferienzeit ganz anders.

Es besteht ja auch kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Wenn Ihr mittelfristig eine etwas größere Wohnung mit Balkon (Katzennetz und erhöhter Ruheplatz zum Beobachten, am besten regensicher) bekommt, ist das doch toll. Dann könnt Ihr ja immer noch sehen, ob es jemand passendes für Eure Mieze gibt.

Man kann eine kleine Wohnung für eine Katze auch vergrößern, in dem man in die Höhe geht, z. B. mit Regalbrettern an der Wand, die so eine Art Rundgang über die Schränke durch die ganze Wohnung bilden.

Am wichtigsten ist aber, dass Du Dich mit vollem Herzen dieser Katze widmest und ich glaube, das machst Du. Hier ein Link für Dich: http://www.pfotenschatz.de/katzenwohnung-katzengerechte-wohnung-1.html und google doch mal "catwalk für katzen selber bauen" und "Katzenfummelbrett" und sieh Dir die Bilder an ;o)

Also bei Katze bin ich geteilter Meinung. Es stimmt zwar, dass Tiere eine. Artgenossen bei sich haben sollten, weil das in der Natur in mindestens der Paarungszeit auch so wäre, aber Katzen sind eher Einzelgänger. Ich geb dir zwei Beispiele von mit: 1) meine oma hatte 10 Jahre lang eine Katze, die alleine ohne andere war. Ddie Katze tauchte andere katzen auch nur an. 2)meine Mutter hat sich zur ersten Katze später eine zweite geholt. Geliebt haben sich die beiden nie, aber sie konnten einander ertragen. Ohne die zweite Katze wäre es aber auch ok gewesen für die erste.

Wir haben vor ein paar Jahren zwei Jungkatzen zu gelegt. Zusammen haben sie immer herum getollt und gekämpft. Da wurde die eine vom Auto erfasst und überfahren. Die andere Katze ist mitlerweile 9 Jahre alt und lebt seit ca 7 Jahren alleine. Ihr geht es nur in dem sinne schlechter dass sie sich nicht mehr so oft bewegt wie früher, es fehlt jemand zum herumtollen...

Aber solange deine Katze an die frische luft kann, und du ab und an mit ihr spielst ist alles i.o.

ja, wir haben keinen balkon, aber ich hab das fenster so gut wie immer offen, also hüpft sie da immer rauf und schnuppert raus. :)

das mit deiner katze tut mir übrigens sehr leid.. kenne das.. uns sind (im laufe der zeit) 6 katzen überfahren worden und niemand hat sich gemeldet, dass er es war. :/

es ist ja so, dass wir die katze eh immer versuchen auszupowern, dass sie dann auch quasi ausgelastet ist. und sie läuft rum, springt rum, macht aber keine möbel kaputt oder so, außer sie schärft sich wieder mal die krallen an meiner handtasche (-.-) .. ich hoffe halt echt nur, dass ihr das alles nichts ausmacht und sie nicht irgendwann so n gestörtes tier wird, weil sie halt alleine ist.

balkon ist nicht dasselb wie freigang. dieser kater kann draußen rumrennen. der kann draußen andere katzen treffen. das ist nicht daselbe wie ein balkon

ist doch klar, dass das nicht dasselbe ist. oO kannst entweder hilfreich antworten oder gar nicht, aber bitte erklär uns nicht den unterschied zwischen balkon/freigang. danke.

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