Kater weggeben - aber wo wird er glücklich? Und wie werde ich ohne ihn glücklich?

Guten Tag liebe Community!

Meine Mutter hat sich vor Wochen von ihrem Freund getrennt und nun müssen wir dort ausziehen. Wir haben jetzt schon monatelang nach einer Wohnung gesucht und endlich eine gefunden - aber mein Kater darf laut Vermieter unter keinen Umständen mit.

Trotz dieses blöden Faktes haben wir den Vertrag unterschrieben, weil wir echt dringend hier raus müssen.

Mein Freund kann den Kater evt. nehmen, er wohnt auf einem ländlichen Hof mit 4 Katern und einem Hund. Das würde für meinen sehr viel Stress bedeuten und erst recht weil er dann vom Teilfreigänger zum Freigänger werden müsste. Ist das eine gute Lösung, da er durch meine Besuche auch mich als Kontakt behält? Oder ist es besser ihn an jemand Fremdes zu geben, wo seine Bedürfnisse (hoffentlich) komplett gedeckt würden? Dies würde mir unglaublich wehtun, denn ich habe ihn seitdem ich 7 bin. Und er ist ziemlich menschenbezogen!

Mir wird vorgeworfen, dass ich mein Wohl über seins stelle, wenn ich ihn zu meinem Freund gebe - weil ich meinen Kater nicht verlieren will!

Wie seht ihr das? Was ist die bessere Lösung?

Danke schonmal

-trauriges HapsHaps und ihr schmusiges Katerchen Poldi

6 Antworten

Eine Katze in reiner Wohnungshaltung, die niemanden stört, kann der Vermieter eigentlich nicht verbieten. - Allerdings frage ich mich, warum der Kater allein in Wohnungshaltung gehalten wird? Oder darf der raus? (Was bedeutet "Teilfreigänger"?) Wenn nicht , ist das nicht artgerecht, und dann wäre es wirklich besser, er käme zu deinem Freund.

Könnt ihr nicht noch weiter suchen, nach einer anderen Wohnung? Noch seid ihr ja nicht eingezogen, und könntet den Vertrag evtl. auflösen lassen....

Ich würde da nicht so schnell aufgeben. Ich würde niemals eine meiner Katzen abgeben...

Er darf natürlich raus, er ist wild und wird auch nie eine Wohnungskatze werden. Ich dachte nur Freigänger wären Katzen, die immer nur draußen sind.

Wir suchen schon so lange und dies ist wirklich die einzige Möglichkeit.... :(

So. Mein Katerchen ist jetzt seit einem halben Jahr bei meinem Freund und er wirkt glücklicher als jemals zuvor. Dort diese freie Natur genießt er sehr! Er war zwar am Anfang krank, weil ihn das sehr mitgenommen hat, aber er hat sich erholt und ich besuche ihn jede Woche :) Er lernt zum ersten Mal Frösche kennen und versteht sich zum ersten Mal mit anderen Katzen  - wenn auch nur auf 1 m Entfernung :)

Das klingt doch positiv :o) . Danke auch für´s Sternchen und Gruß an den Kater.

auf einem hof ist es keine gute lösung stress und mehr werden die folgen sein wenn er sich nicht mit den anderen versteht also katzen und dem hund wird er dazu noch ängstlich und eingeengt :/


Verhaltensprobleme nach einem Umzug mit Katzen sind mir als Tierpsychologin schon oft begegnet. Daher möchte ich Katzenhalter über diese Thematik gern näher informieren - natürlich ohne Erfolgsversprechen und Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei weitergehenden Fragen/Problemen wenden Sie sich bitte an einen Fachkollogen Ihres Vertrauens, der bei Bedarf die Situation in einem Hausbesuch individuell beurteilen und kompetente Hilfestellung geben kann.

Ein Wohnungswechsel mit Katzen ist immer eine heikle Angelegenheit, bei der rechtzeitig im Voraus eine Menge durchdacht und geplant werden muß im Sinne der Tiere. Coole Umzugsprofis unter den Katzen gibt es natürlich auch, sie sind aber die Ausnahme.

Bei einer extrem stressanfälligen Katze kann es im Einzelfall sogar sinnvoll sein, sie für die Dauer all der Umzugsvorbereitungen/-aktivitäten vorübergehend bei lieben und ihr vertrauten Menschen einzuquartieren. Da auch dies natürlich eine Belastung darstellt, müßte man sehr sorgfältig abwägen (am besten mit professioneller Hilfe), welche Art von Belastung das jeweilige Tier am ehesten verkraften könnte.

Bei einem Umzug mit Katze müssen unbedingt die bisher genutzten Kratzbäume, Kratzbretter und möglichst viele Wohnmöbel und sonstige Einrichtungsgegenstände mitgenommen werden - Spielzeug, Katzenklos, Kuscheldecken, zerfetzter Lieblingssessel etc. Je mehr Gegenstände die Katze wiedererkennt, umso besser.

Bitte nicht alles neu kaufen!! Austauschen kann man einzelne Möbelstücke später immer noch, falls nötig. Aber bitte immer nur in Etappen oder bezogen auf einen einzigen Raum - so daß die Katze mit der jeweiligen Veränderung einigermaßen zurechtkommen kann und nicht total überfordert wird.

Nicht eine aus Menschensicht perfekte Wohnung sollte das schnelle Ziel sein - oberste Priorität sollte immer das Wohlergehen der Katze haben. Schließlich sind wir Menschen es, die der Katze bei Bedarf die Strapazen eines Umzugs aufzwingen bzw. zumuten. Und wir wünschen uns (meist wird es sogar erwartet), daß unsere Samtpfoten sich uns anpassen und jede Veränderung oder Aktivität widerspruchs- und problemlos mitmachen.

Diese enorme Anpassungsfähigkeit verlangt allergrößte Hochachtung - und soll hier einfach mal erwähnt werden. Und vielleicht auch ein wenig zum Nachdenken anregen über all diese wundervollen Geschöpfe, mit denen wir unser Leben teilen und bereichern dürfen.

Freiwillig würde solch ein revierbezogenes Tier wie die Katze (insbes. ausgeprägte Freigänger) ihr liebgewonnenes Revier nicht einfach aufgeben. Das gilt auch für reine Wohnungskatzen, sofern sie eine enge Bindung zur Wohnung und zum Halter aufgebaut haben und dort glücklich sind. Umso wichtiger ist es, die Gefühle einer Katze zu respektieren und darauf bei einem Wohnungswechsel so gut wie irgend möglich einzugehen.

Für viele Katzen bedeutet ein falsch durchgeführter Umzug ein massives emotionales Trauma!

Die enorme psychische Belastung eines Umzugs mit oft sogar jahrelangen Folgen wird von den meisten Katzenhaltern jedoch leider völlig unterschätzt oder sogar verharmlost, weil die entsprechenden Fachkenntnisse fehlen. Später kommt dann oft das böse Erwachen..

Ob Katzenhalter die folgenden Ratschläge beachten und umsetzen wollen/können, liegt natürlich in der Verantwortung jedes Einzelnen selbst. Mir ist wichtig, über die weitverbreitete Problematik beim Umziehen mit Katzen aufzuklären, aus meiner therapeutischen Erfahrung heraus fachlich fundierte Ratschläge zu geben, die sich gut bewährt haben und letztlich jeden Katzenhalter darum zu bitten, sich die folgenden Empfehlungen zu Herzen zu nehmen.

Katzen brauchen für solch eine gravierende Veränderung viel Zeit.

Man kann nicht einfach ohne Vorbereitung von heute auf morgen das Revier wechseln, die Katze einpacken, in der neuen Wohnung auspacken und ihr sofort sämtliche Räume zur Verfügung stellen nach dem Motto: "So, das ist ab jetzt Dein neues Zuhause!" - und dann womöglich auch noch laute Handwerksarbeiten durchführen und erwarten, daß die Katze sich innerhalb weniger Tage problemlos einlebt und nirgends hinpinkelt.

Solch unsensible, gedankenlose Vorgehensweise ist bei einem Katzenumzug leider oft üblich, weil sich viele Menschen über die Empfindungen ihrer Katze in dieser Belastungssituation gar nicht wirklich bewußt sind. Und durch die Umzugsvorbereitung oder sonstige Probleme sind Katzenhalter meist selber im Streß, so daß sie auch versäumen, sich bei einem Tierpsychologen rechtzeitig beraten zu lassen.

das ist ein auschnitt von einen artikel den du hier finden kannst ist gut wenn du den mal durchliest : http://www.pfotenschatz.de/umziehen-umzug-mit-katzen

Schön und gut - einmal ist der Kleine schon umgezogen. Hat alles gut verkraftet. Auch wenn ich herzlos wirke, weil ich den kleinen nicht mitnehmen kann, so weiß ich doch wie man mit einer Katze vernünftig umgeht.

Du rätst mir von dem Hof ab, d.h. ich soll meinen Kater zu jemand Fremdes geben. Dort hat er weder eine vertraute Person noch eine vertraute Umgebung. - ich frage mich wirklich, ob es nicht besser ist den Stress mit den anderen Katzen zu haben und dafür aber Vertrauenspersonen?

So ganz kann ich nicht nachvollziehen, dass man wochenlang keine Wohnung findet, in die man einen Kater mitnehmen kann.

Aber wenn es denn nun so ist, möchte ich ganz dringend davon abraten, den Kater zu Deinem Freund auf den ländlichen Hof zu geben.

Auch Katzen bauen eine enge Bindung zu ihrem Menschen auf, Du sagst ja selbst dass er sehr menschenbezogen ist. Da er dann ja wohl gar nicht mehr ins Haus darf sondern, wie auf einem Hof üblich, mehr oder weniger sich selbst überlassen ist, wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Halt verlieren bzw. gar nicht erst gewinnen. Dazu kommen noch 4 fremde Kater und ein Hund. Dein Kater wird dort nicht freundlich empfangen werden! Im besten Fall wird er zunächst geduldet werden, aber das geht nur, wenn er eine Bezugsperson hat, zu der er sich ins Haus JEDERZEIT flüchten kann.

Wenn man mit einer Katze umzieht, sollte man diese die ersten Wochen sowieso gar nicht raus lassen, es passiert sehr häufig, dass sie dann nach dem anderen Zuhause sucht obwohl sie ihre Menschen um sich hat und gut versorgt ist.

Erst recht in solchen Alptraumsituationen (fremdes Umfeld, keine richtige Bezugsperson, kein Zugang zum Haus, fremde Kater, ein Hund) wandern Katzen normalerweise ab. Er wird sich innerhalb kürzester Zeit auf den Weg nach Hause machen, von dem er nicht weiß, dass es das nicht mehr gibt und dabei wahrscheinlich unter die Räder kommen. Dies ist im übertragenen und wortwörtlichen Sinne aufzufassen. Du wirst ihn verlieren.

Du solltest im Sinne des Tieres handeln und ein Zuhause für ihn finden, wie er es jetzt auch gewöhnt ist: Ein Heim mit Freigang und Menschen, zu denen er wieder eine Bindung aufbauen kann, und die sich um ihn kümmern. Der Hof ist die schlechteste Lösung überhaupt. Das kannst Du dem armen Kerl wirklich nicht antun.

Tut mir leid, aber ich kann Dir einfach keinen anderen Rat geben. Ich habe sehr viel Erfahrung mit Katzen und selbst mir ist es passiert, dass zwei unserer 5 Katzen abgewandert sind, weil sie mit den anderen nicht klarkamen. Und das, obwohl alle noch miteinander verwandt waren, sich gut kannten, jederzeit Zugang zum Haus hatten/haben und wir uns intensiv um alle kümmern.

Zum Schluss noch ein Link für Dich: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/urteil-vermieter-duerfen-hunde-und-katzen-nicht-generell-verbieten/7961712.html

Mit "richtiger Bezugsperson" meine ich jemanden, der für ihn da sein kann, wenn er Probleme bekommt. Ich gehe mal davon aus, dass Dein Freund arbeiten geht und Du ja wohl weiterhin bei Deiner Mutter wohnst, Du also vielleicht regelmäßig, aber wohl kaum dauernd dort bist. Der Kater ist also die meiste Zeit des Tages und in der Nacht sowieso sich selbst überlassen. Das reicht einfach nicht. Da sind fremde Menschen, die aber intensiver für ihn da sind die bessere Lösung.

Weitere Katzenfragen zu "Mensch und Katze"