Alternative zur Kastration bei rolligen Katern?

Mein Kater ist kein Freigänger. Gibt es Lösungen bei rolligen Katern damit man sie nicht kastrieren lassen muss?

2 Antworten

Hallo kateraron,

NEIN, es gibt keine Alternative einen Kater unkastriert zu lassen, vor allem, wenn er auch noch in reiner Wohnungshaltung lebt. Wie ertrĂ€gt der Kater das denn bloß und du erst ?

Allgemeininfo zum Thema Kastration Katze/Kater:

Katzen und Kater lĂ€ĂŸt man, aus vielen GrĂŒnden, KASTRIEREN !

In aller ersten Linie, um unkontrollierte und sinnlose Vermehrung zu vermeiden.

Viele haben oft Angst, das sich ihre Katzen durch eine Kastration völlig verĂ€ndern, gar einen anderen Charakter ausbilden. Aber das ist völliger Unsinn. NatĂŒrlich passiert, durch die hormonelle VerĂ€nderung, im Körper der Katze so einiges, aber die Katze bleibt die selbe. Viele werden zwar meist anhĂ€nglicher, sind auch ausgeglichener und weniger stĂŒrmisch, aber sie verlieren nicht ihr GemĂŒt oder ihre AktivitĂ€t.

Das Konzept der sogenannten FrĂŒhkastration gibt es bereits seit Anfang des 20. Jahrhundert. 1972 gab es in Texas bereits wissenschaftliche Studien, die aber noch nicht ganz ausgereift waren. Von 1991-1992 wurde von der Winn Feline Foundation und der American Veterinary Medical Association (Organisation Amerikanischer VeterinĂ€rmedizin) in Florida weiter geforscht.
Du kannst eine Katze oder einen Kater bereits ab dem 4. Monat kastrieren lassen. Was inzwischen auch immer mehr ĂŒblich ist.

Es ist ein absoluter Irrglaube, das erst ein Zahnwechsel, eine erste Rolligkeit, oder gar erst mal eine TrĂ€chtigkeit statt gefunden haben mĂŒssen.

In vielen Gemeinden gibt es inzwischen sogar schon die Pflicht, sein Tier zu Registrieren und frĂŒhzeitig kastrieren zu lassen.

Katzen lĂ€ĂŸt man außerdem kastrieren, da eine Sterilisation nur bewirkt, das die Fruchtbarkeit ausgeschaltet wird, aber nicht die Hormone. Da die KeimdrĂŒsen (Eierstöcke) im Körper verbleiben. Ergo werden Katzen trotzdem Rollig und es kann z.B. zur Dauerrolligkeit kommen. Daher auch die Katze KASTRIEREN lassen. Zudem, damit das Risiko von Brustkrebs, hormonbedingten SchĂ€den an Knochenmark oder anderen Organen durch Eierstockzysten oder auch z.B. eine lebensbedrohende GebĂ€rmuttervereiterung vorgebeugt wird.

Wie lange dauert eine Rolligkeit?
Die Natur hat vorgesehen, das die Katze zwei mal im Jahr rollig wird. Die sogenannte Hitzeperiode dauert 8-10 Tage an und davon ist eine Katze an 4 Tagen Fruchtbar. Der Abstand zwischen zwei Rolligkeiten liegt meist bei etwa 2-3 Wochen (sofern es nicht zu einer TrĂ€chtigkeit gekommen ist), kann aber auch grĂ¶ĂŸer sein. Da das Paarungsverhalten auch durch das Tageslicht gesteuert wird, können, vor allem reine Wohnungskatzen, zu jeder Jahreszeit rollig werden. Wechseljahre kennen Katzen nicht, sie sind bis ins hohe Alter FortpflanzungsfĂ€higkeit, wenn sie nicht kastriert werden.
Kastrieren, wenn die Katze bereits Rollig ist ?
Da bei der Rolligkeit die GefĂ€ĂŸe, also auch die GebĂ€rmutter, stĂ€rker als sonst durchblutet werden, empfiehlt es sich, die Katze ausrollen zu lassen. Falls nötig, z.B. bei Dauerrolligkeit, kann man diese auch medikamentös beenden. Die OP sollte also bitte nach der Rolligkeit erfolgen, da so ein niedrigeres OP-Risiko besteht.

Kater werden kastriert, damit sie z.B. nicht in ihrer Umgebung mit ĂŒbelriechendem Urin markieren, um stĂ€ndige RevierkĂ€mpfe ein zu dĂ€mmen - meist mit nicht-kastrierten FreilĂ€ufern und sich dabei eitrige, manchmal tödliche Verletzungen zu ziehen - sich bei hormonell bedingten KĂ€mpfen nicht mit unheilbaren ImmunschwĂ€che-Krankheiten wie Leukose oder Katzen-AIDS anstecken.

WICHTIG !
Ein Kater ist zwar nach der Kastration entbommelt, aber immer noch ein Mann ;-)

Denn die Kastration unterbindet nur die ZeugungsfĂ€higkeit, nicht aber die GefĂŒhle. Es gibt also Kater, die trotzdem noch Katzen, Kuscheltiere, Decken oder Kissen beglĂŒcken.

Der Hormonspielgel braucht nach der Kastra etwa 6 Wochen Zeit, bis er sich richtig eingependelt hat.

Außerdem sollte man noch beachten, das wissen viele leider nicht, das ein Kater nach der Kastra noch bis zu 8 Wochen ZeugungsfĂ€hig sein kann. Denn die in den Hoden produzierten Samen, werden in bestimmten Bereichen des Samenleiters „gelagert“. Wenn bei der Kastra, wo nur die Hoden entfernt werden, dort aber noch Samen vorrĂ€tig sind, kann der Kater nach der Kastra noch eine Katze befruchten. Und das eben so lange, bis der Samenvorrat aufgebraucht oder die Samen abgestorben sind. Das kann bis zu 8 Wochen dauern.

Manch mal kann es aber auch Vorkommen, das eine Nach-OP nötig ist. Denn es kann passieren, das die Hoden so tief im Bauch liegen, das noch Reste vorhanden sind. Das sollte man beim TA abklÀren lassen.

Serom:
Bei manchen Kastrationen bildet sich an der Naht ,ein postoperatives Serom. Dabei handelt es sich um eine Wundheilstörung, um eine sogenannte Pseudozyste. Das ist eine Ansammlung von Wundwasser, was fĂŒr gewöhnlich auch keine Schmerzen verursacht. In der Regel sollte das nach 4- 6 Wochen weg sein. Ein Serom entsteht vor allem da, wo Lymphbahnen durchtrennt werden, wie z. B. nach Entfernung von Lymphknoten. Der Heilungsprozess wird evtl. verzögert, weil die WundflĂ€che durch das FlĂŒssigkeitsdepot nicht verkleben und heilen kann, sondern immer wieder neu auf gedehnt wird. FĂŒhlt sich das Serom jedoch sehr warm an, oder es wird sich in irgend einer Weise auffĂ€llig verĂ€ndern, bitte unbedingt den TA drauf schauen lassen. Denn eine unbehandelte bakterielle EntzĂŒndung, kann schwere Folgen haben.

Alles Gute

LG


Wie zeigt sich denn die "Rolligkeit" von deinem Kater?

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