Kätzchen angemessen füttern?

Also heute zieht ein Kätzchen bei mir ein. Sie ist noch relativ jung (knappe 8 Wochen), weil sie von der Mutter verstoßen wurde bzw. sich die Mutter nicht mehr kümmert und sich aggressiv verhält gegenüber den Kätzchen.

Ich bin mir irgendwie noch nicht ganz schlüssig wie oft und wie viel ich füttern soll.

Ich dachte mal an 3 mal täglich 50g Nassfutter und Trockenfutter ganzen Tag zur freien Entnahme? Ich will ja nicht das sie hungert bzw. will ich sie auch nicht mästen.

Ich hab noch 3 Freigänger Katzen. Ich dachte mal die Eingewöhnungsphase von der kleinen auf 1 - 2 Räume zu beschränken und dann nach ein paar Tagen erst mit ihr raus zu gehen. Erst wenn sie mich kennt und sich ein bisschen sicherer ist. Das erste kennenlernen mit den andren 3 Katzen ist natürlich beaufsichtigt, wobei ich meine Katzen relativ gut einschätzen kann wie sie reagieren werden denke ich.

3 Antworten

Stichwort Futtermenge: In diesem Alter dürfen Katzen noch(!) soviel fressen wie sie möchten. Begründung: Es gibt Phasen, wo sie innerhalb kürzester Zeit ihr Gewicht verdoppeln; außerdem schließen Katzen den Großteil ihres Wachstums erst zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat ab. Danach ist die Futtermenge abhängig von Gewicht, Alter, Rasse und Aktivität. Erstgenanntes (und somit das Idealgewicht) kannst du notfalls beim Tierarzt erfragen und es wöchentlich kontrollieren, indem du sie wiegst. Verweigert sie die Waage, stell dich vorher rauf, nimm sie anschließend auf den Arm und zieh dein Gewicht ab. Achtung: Aufgrund der Kastration kann der Energiebedarf um 20-30% sinken, weshalb die Futtermenge dann zu reduzieren ist. Das erfordert Konsequenz, denn oft haben sie noch einen großen Appetit, der ca. 2 Monate anhält. Füttert man unkontrolliert, kann rapide Gewichtszunahme die Folge sein, so dass z. B. eine 4-kg-Katze plötzlich 6 kg wiegt (verbunden mit der Gefahr von Diabetes und Herzkreislauf- sowie Gelenkerkrankungen). Projiziert man das auf den Menschen, würde er kurzfristig von 60 auf 90 kg kommen!

Stichwort Futterart: Verzichte bitte unbedingt auf Trockenfutter! Begründung: Es hat rein gar nichts mit gesunder Katzenernährung zutun und ist sowohl schädlich für die Zähne (die Stärkereste legen sich als zäher, klebriger Belag auf die Zähne, was Zahnstein begünstigt) als auch die Nieren (Trockenfutter saugt Wasser auf und senkt somit den Flüssigkeitslevel), das heißt eine Katze muss mindestens die 3-fache Wassermenge der aufgenommenen Futtermenge zu sich nehmen, um ihn zu halten, was keinem Tier möglich ist. Mach selber den Test und tropfe Wasser über’s Trockenfutter - du wirst sehen, wie schnell es das aufsaugt, und nichts anderes passiert im Körper der Katze! Was erschwerend hinzu kommt: Fängt sie erstmal an zu trinken, hat die Dehydration (Austrocknung) bereits eingesetzt - oft mit gravierenden Folgen, wenn sie es über die Jahre verteilt ausschließlich erhält, wie etwa Diabetes, Nierenversagen und ein vorzeitiger Tod. Männliche Tiere sind aufgrund ihrer langen Harnröhre umso anfälliger für Harnsteine etc.. Eine Katze braucht schlichtweg Flüssigkeit; von Natur aus ist sie es gewohnt, sie über die Nahrung aufzunehmen in Form von Mäusen, Fischen und dergleichen. Diese bestehen bis zu 80% aus Wasser - Trockenfutter hingegen hat nicht mal 10% Wasser! - Anlass genug, dieses gar nicht erst in Erwägung zu ziehen. Des Weiteren ist Trockenfutter vielfach die Ursache für Übergewicht, Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind.

Auch getreidefreies Trockenfutter wird den Bedürfnissen einer Katze nicht gerecht, denn statt Getreide kommen anderweitige Zutaten zum Einsatz, die im Napf einer Katze nichts verloren haben, da es größtenteils (50 bis 80%) pflanzliche Erzeugnisse sind, z. B.

  • Kartoffelpulver
  • Rübentrockenschnitzel (= Nebenerzeugnis aus der Verarbeitung von Zuckerrüben zu Zucker)
  • Zellulose (= Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden)
  • FOS (= Fructo-Oligo-Saccaride; diese werden ebenso aus Zuckerrüben gewonnen)
  • MOS (= Mannan-Oligo-Saccharide; das sind Ballaststoffe aus der Zellwand von Hefe und unverdauliche Kohlehydratbestandteile)
  • Bierhefe (= einzellige Hefepilze; diese vermehren sich während der Gärung durch die Mischung von Wasser, Hopfen und Gerste - und somit den wichtigsten Bestandteilen zur Bierherstellung)
  • Erbsen
  • Strauchtomaten
  • Löwenzahn
  • Bockshornklee
  • Fenchelsamen und
  • Yucca-Extrakt (Yucca gehört zur Familie der Spargelgewächse und ist somit ebenso pflanzlich).

Pflanzliche Erzeugnisse dürfen jedoch nur zwischen 3 und 5% betragen, damit ein Futter in der Hinsicht als hochwertig bzw. gut oder akzeptabel einzustufen ist ==> wichtig: ohne Verarbeitung von Mais und Soja!

Am besten, du gewöhnst sie gar nicht erst an Trockenfutter, und sie wird es dir mit einem gesunden und langen Leben danken. Und sollte sie dennoch derartige Krankheiten entwickeln, was natürlich passieren kann (es gibt ja auch sehr wenige Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen), dann musst du zumindest nicht bei dir anfangen!

Doch leider fängt ein Großteil der Besitzer aus folgendem Grund nicht bei sich an: Viele Tierärzte schieben Diabetes, Harnwegserkrankungen und Niereninsuffizienz fälschlicher- und somit fatalerweise auf das Alter! Grund: Sie haben oft nur unzureichendes Wissen über Katzenernährung, da sie die Informationen aus der Futtermittelindustrie erhalten, deren Ziel u. a. auch der Verkauf von Trockenfutter ist! Nur die wenigsten(!) sind in der Hinsicht so kompetent wie diese 4 Tierärzte:

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

  • Zitat Lisa A. Pierson (DVM = Doctor of Veterinary Medicine): Es ist unglaublich frustrierend, dass meine Kollegen eine Trockenfutter-Diät empfehlen anstatt Dosenfutter mit zugesetztem Wasser.
  • Zitat Dr. Bettina Brabänder: Das Zeug ist so etwas wie Fastfood bei Kindern und als ständige Kost nicht gesund.
  • Zitat Dr. Ian Billinghurst: Die traurige Wahrheit ist, dass Fertigfutter hilft, Tierärzte mit Patienten zu versorgen.
  • Zitat Dr. med. vet. Dorsie Kovacs: Ungeachtet der irreführenden Werbung kann Trockenfutter wesentlich mehr Probleme verursachen als beseitigen. Die Hersteller machen den Haustierbesitzern das Gegenteil glauben, da buchstäblich Milliarden Verkaufswerte auf dem Spiel stehen. Trockenfutter, fütterungsbereit verpackt, ist speziell für die Bequemlichkeit des Tierbesitzers designed, nicht für das Haustier.

Nicht alles, was im Handel für Katzen erhältlich ist, wird ihren Bedürfnissen gerecht - fängt beim Trockenfutter an und hört beim Halsband auf. Alles Geschäftemacherei, die zu Lasten der Tiere geht!

Wenn überhaupt(!) kann Trockenfutter als Leckerli gegeben werden (10-15 Stück pro Tag und Katze). Eine gute Wahl sind z. B. Knabberstangen (natürlich nur die zucker- und getreidefreien und mit 95% Fleischanteil). Im Prinzip stellen sie ein Halbfeuchtfutter dar (Flüssigkeitsgehalt zwischen 14 und 31%). Weitere Vorteile: Durch die Perforation und Einzelverpackungen gerät man nicht so leicht in Versuchung mehr zu geben, wenn sie bettelt; außerdem sind sie eingeschweißt, Stichwort Aromaversiegelung und Schimmelprävention.

Man bedenke: Eine Katze benötigt täglich mindestens 60 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht [je nach Temperatur, Gesundheitszustand, Alter und Aktivität sogar bis 80 ml ==> z. B. im Welpenalter (wie dein Kätzchen), bei Durchfall oder chronischer Niereninsuffizienz (CNI)]. Da kommt ein Tier mit Trockenfuttergabe niemals hin, zumal es - im Gegenteil - auch noch Wasser entzieht! Leider müssen im Alter viele Trockenfutter-Katzen am Blasenkatheter angeschlossen und / oder wegen Niereninsuffizienz behandelt werden bzw. viele Tiere wegen Zahnbeschwerden auch schon früher (Stichwort Zahnsanierung aufgrund Zahnfleischentzündung und Zahnstein, Kosten 200 €). Dies ist häufig der Tatsache geschuldet, dass sich Katzenbesitzer nie das erforderliche Wissen darüber angeeignet haben. Entsprechend groß ist der Aufklärungsbedarf.

Die beste Wahl ist hochwertiges Nassfutter mit 60% Fleisch-Mindestanteil ohne Getreide und Zucker, z. B.

  • Real N*ture
  • Animonda C*rny
  • Gr*u und
  • Sel*ct Gold (alle erhältlich im Zoofachhandel).

Gut bis akzeptabel sind folgende Sorten:

  • L*x (erhältlich beim A-Discounter Nord)
  • C*chet (erhältlich beim A-Discounter Süd)
  • B*anca (alle, außer „Geflügel und Leber in Wildgelee“ ==> hellgelbe Dose; erhältlich beim P-Discounter) sowie
  • Opt*cat (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim L-Discounter).

Stichwort Fütterungszeit: Da Katzen Gewohnheitstiere sind, empfehlen sich am ehesten feste und über den Tag gut verteilte Fütterungszeiten bei 3-4 Portionen täglich, im Welpenalter gegebenenfalls häufiger. Somit irrst du leider mit der Annahme, dass Katzen rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung haben müssen - mehr noch: ständige Futter-Verfügbarkeit ist sogar ein NoGo! Begründung:

  • Erstens kann Fressen so zu einer Art Beschäftigung werden, Stichwort Fresssucht,
  • und zweitens können Katzen bei ständiger Futter-Verfügbarkeit kein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl mehr entwickeln.

Stichwort erster Freigang: Normalerweise muss eine Katze 4-6 Wochen zur Eingewöhnung im Haus bleiben. Dies gilt allerdings für erwachsene Tiere. Eine Babykatze wie deine sollte den ersten Freigang niemals vor dem 6. Lebensmonat erhalten - besser wäre der 9. (Kastration, Chippen und Impfung vorausgesetzt)! Begründung: Für Welpen lauern draußen viel zu viele Gefahren durch andere Tiere, z. B. Habichte usw.. Außerdem ist ihr Orientierungssinn noch nicht ausgeprägt, was zum Entlaufen der Tiere führen kann. Die Kastration ist aus folgenden Gründen wichtig:

…, mal wieder fehlender Platz ;-)

  • Wenn sie ausbüxen, kommen sie erstens nur allzu häufig tragend zurück.
  • Zweitens haben kastrierte Tiere ein kleineres Revier, weshalb sie seltener Kämpfe austragen. Bissverletzungen, bei denen z. B. die tödlich verlaufende Krankheit FIV - auch Katzenaids genannt - übertragen werden kann, sind dann seltener indiziert (es gibt noch keinen Impfstoff).
  • Drittens: Je kleiner das Revier desto geringer das Verletzungsrisiko im Straßenverkehr und desto geringer das Risiko, dass sie entlaufen.
  • Viertens: Ebenso verhindert eine Kastration typisches Stressverhalten, das mit Paarungsbereitschaft einhergeht, z. B. ständiges Maunzen, Schreien oder gar Markieren von Wohnungsmobiliar. Wichtig: Zeigt eine Katze bereits dieses Verhalten, stellt es sich nicht gleich nach der Kastration ein, sondern kann aufgrund der Hormonumstellung noch ein paar Wochen anhalten.
  • Fünftens: Kastrierte Tiere sind vielfach anhänglicher und verschmuster, da die Paarungsbereitschaft nicht mehr im Fokus steht.
  • Kastration trägt sechstens dazu bei, dass weibliche Katzen keinen Gesäugekrebs und keine lebensgefährlichen Gebärmuttervereiterungen entwickeln. Beide entstehen durch Dauerrolligkeit, d. h. wenn trotz wiederkehrender Paarungsbereitschaft keine Deckung stattfindet. Beim Kater verhindert eine Kastration Hodenkrebs, Hodenhochstand (Kryptorchismus) sowie Prostataerkrankungen.

Fazit: Kastration bedeutet ein längeres Katzenleben und weniger Stress für Mensch und Tier. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Danke für deine ausführliche Antwort.

Gern geschehen. Danke auch für's Sternchen :-)

Hört sich doch gut an ;-) ! Wenn du 3x füttern kannst scheinst du ja Zuhause zu sein?! Dann gekommen du ja mit ob sie Hunger hat oder alkes übrig lässt! Da du schon 3 hast wirst du das schon mavhen!

Ja ich hab mir ein paar Tage frei genommen ;-)

Ich bin mir nicht sicher, als Kind hatte ich auch öfter Kätzchen von meiner Katze, aber da war eben dann die Mutterkatze immer noch dabei. Diese Kätzchen hab ich dann aber auch immer erst mit 12 Wochen oder so weg gegeben.

Ich mach mir erst in letzter Zeit so richtig Gedanken über die richtige und artgerechte Fütterung..

Ich habe auch seit gestern ein Kätzchen das knapp 8 Wochen alt ist.Also ich gebe ihr 3 mal täglich Nassfutter (eine halbe Hand von der Portion her).Dann habe ich ihr auch eine Schüssel Katzenmilch extra für Kitten mit Wasser verdünnt ausgestellt,zwischendurch trinkt sie das sehr gerne. Daher sie viel zu jung von ihrer Mutter getrennt wurde hatte ich eigentlich gehofft dass meine alte Katze auf sie aufpassen würde und für sie wie eine Pflegemutter wäre,leider verstehen sich die zwei nicht gut.Das Kätzchen macht immer Katzenbuckel wenn die alte sich annähert und faucht sie an.Das macht mich traurig weil ich sie immer von einander fernhalten muss,das ist anstrengend.

Dazu vermerke ich: Ein einziger Tag(!) ist nicht im Geringsten als Maßstab heranzuziehen! Vergesellschaftung kann ein wochen- bzw. monatelanger Prozess sein. Stressreaktionen wie diese sind völlig normal. Immerhin bedeutet es für alle eine Umstellung, und jedes Tier muss seinen neuen Platz erst finden - auch deine erste Katze! Sie kann sich den Einzug der neuen ja nicht erklären und fühlt sich zurückgesetzt, weil da plötzlich jemand ist, der ebenso Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit fordert. Nichts anderes gilt für die Zweitkatze. Versetz dich in ihre Lage - für sie ist alles neu: fremde Umgebung, fremde Geräusche, fremde Gerüche, fremde Menschen und fremde Katze. Obendrein vermisst sie schmerzlich ihre Mutter und Geschwister, zumal sie mit 8 Wochen viel zu früh von ihnen getrennt wurde. All das soll verarbeitet werden, und wenn Fauchen und Buckelmachen ihre Ventile sind, solltest du sie durchaus zugestehen und unter sich regeln lassen. Solange sie sich nicht bis aufs Blut prügeln, alles zerfetzen oder einer von ihnen anfängt zu urinieren - sei froh! Und selbst diese Beispiele können sich wieder legen. Krasse Situationen können gegebenenfalls durch ein einmaliges, lautes Händeklatschen in direkter Nähe entschärft werden, doch grundsätzlich kann nur die Zeit arbeiten. Geduld ist ebenso wichtig, und es kann vielleicht Monate dauern, doch ich kenne Beispiele, in denen plötzlich beide unverhofft zusammen im Körbchen lagen und kuschelten. Und selbst wenn nicht: Auch über ein friedliches Nebeneinander kann man froh sein! Versuche, stressige Situationen nötigenfalls auszuhalten - vielfach sehen mögliche Kämpfe schlimmer aus, als sie tatsächlich sind.

Was außerdem wichtig ist:

  • Sie sollten kastriert sein bzw. werden (die Babykatze mit ca. 6 Monaten).
  • Die Katzenklo-Anzahl sollte stimmen. Die Faustformel lautet Anzahl der Tiere plus ein Extra-Klo, so dass du auf 3 Klos kommen solltest.
  • Sie sollten genug Rückzugsmöglichkeiten haben.
  • Stichwort nächtliche Situation: Mitunter machen Besitzer leider den Fehler, die Zweitkatze aus dem Schlafzimmer zu verbannen, die andere jedoch weiter dort nächtigen zu lassen („ist ja ihr Revier“). Für diesen Fall sollte man das Schlafzimmer stattdessen auch das Revier der neuen werden lassen.

Ich hoffe, das konnte dir weiterhelfen.

Danke :)

Danke :)

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