Mietrecht Katzen

Hey Leute, Als ich meinen Mietvertrag unterschrieben habe hieß es von meiner Vermieterin die möchte keine Tiere in den Wohnungen. Jedoch ist mein Kater der jetzt woanders wohnt an AIDS erkrankt und kann dort nicht weiter leben. Ich möchte ihn nun wieder zu mir holen da ich ihn nicht in fremde Hände geben möchte und es ihm ohne mich noch sichtlich schlechter geht! In dem Miethaus hier wohnen noch 3 andere Mieter und die besitzen jeweils zwei Katzen und Hund mit Katze. Nun meine Frage, kann meine Vermieterin mir meinen Kater verbieten?

10 Antworten

Die Zeiten sind lange vorbei, als Vermieter noch Haustiere in vernünftigem Rahmen verbieten durften. Such Dir im Internet die entsprechende Regleung (richterliches Recht ist auch geltendes Recht, es braucht kein geschriebenes Gesetz für jede Kleinigkeit) und druck sie aus, gib sie weiter und die Sache ist erledigt. Danach würde ich auf Beschwerden gar nicht mehr reagieren, man muss sich nicht ständig mit jedem Unsinn befassen.

Wie gesagt nicht wenn explizit Tierhaltung ausgeschlossen ist. Die Mieterin wird ihre Wohnung verlieren, wenn Sie mit dem Vermieter ausgemacht hat keine Tiere halten zu wollen..

Ein generelles Tierhaltungsverbot ohne Einschränkungen im Mietvertrag ist unwirksam und wird so gewertet, als habe der Mietvertrag keine Regelung zur Tierhaltung. Der Mieter kann also ohne Zustimmung des Vermieters mit Katze einziehen.

Der Vermieter kann aber im Mietvertrag rechtswirksam festlegen: "Vor dem Anschaffen von Haustieren ist die schriftliche Erlaubnis vom Vermieter einzuholen. Ausgenommen von dieser Zustimmungspflicht sind Kleintiere, soweit sich die Anzahl der Tiere in den üblichen Grenzen befindet. " Falls so eine Zustimmungsklausel in deinem Mietvertrag ist, dann gelten Katzen zwar nicht als Kleintiere, aber die Haltung kann dem Mieter nur aus wichtigem Grund verboten werden. Verweigern darf der Vermieter seine Zustimmung nur, wenn durch die Katzenhaltung Beeinträchtigungen der Wohnung oder Störungen oder Gefährdungen anderer Personen ausgehen. Bei einer reinen Wohnungskatze fällt die Gefährdung oder Belästigung anderer Personen durch freilaufende Katzen schon mal weg. Solange die Katze nicht laut miauend Nachbarn stört, fällt die Störung anderer Personen auch weg. Wenn die Katze in der Wohnung keine Fußböden, Türen, Fensterrahmen oder dgl. zerkratzt hat, was der Vermieter nachweisen müsste, wird ein Gericht auch das nicht anerkennen. Reine Vermutung, dass es ja passieren könnte, reicht hier glaube ich nicht aus. Es muss natürlich auch auf eine artgerechte Haltung geachtet werden und die Wohnungsgröße muss ausreichend sein.

Im März 2013 kippt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe auch ein generelles Hunde- und Katzenverbot. Ob ein Mieter ein Haustier in seiner Wohnung halten dürfe, müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Es müsse eine "umfassende Abwägung der im Einzelfall konkret betroffenen Belange und Interessen der Mietvertragsparteien, der anderen Hausbewohner und der Nachbarn erfolgen", so das Urteil des Bundesgerichtshofs. Vermieter können nach einer Einzelfallprüfung auch jetzt noch eine Haustierhaltung verbieten - und zwar dann, wenn die "Störfaktoren" überwiegen.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/abendschau/rechte-und-pflichten-fuer-mieter-100.html

Nachdem dein Beitrag schon älter ist, durftest du deinen Kater in der Wohnung aufnehmen?

Da es nicht nur hier 2 gegensätzliche Ansichten gibt, hast auch Du 2 Möglichkeiten, wenn die Vermieterin nicht einsichtig ist:

  1. Bei Gericht Klage einreichen zur Erlaubnis der Haltung dieser kranken Katze. Das Verfahren dauert ewig, geht womöglich durch mehrere Instanzen und der Katze ist in der Zwischenzeit überhaupt nicht geholfen. Vielleicht übersteht sie die Dauer des Verfahrens gar nicht.

  2. Einfach die Katze in die Wohnung nehmen und zusehen, was passiert. Risiko ist, dass Du eine fristlose Kündigung erhältst, der Du natürlich widersprechen kannst. Dann hat die Vermieterin die Möglichkeit, eine Räumungsklage zu erheben. Das dauert auch etwas, aber der Ausgang ist sehr ungewiss. Wenn sie die Räumungsklage gewinnt, kann es sein, dass Du aus der Wohnung raus bist, bis Du überhaupt Gelegenheit hast, Deine Berufung, die Du einlegst, zu gewinnen. Teuer wird das ganze auch noch, aber ich nehme an, auch die Tierarztkosten für Deine Katze sind sehr teuer, sodass Du auch bereit bist, in ein soches Verfahren, sowie alle unangenehmen finanziellen Folgen daraus ggf. klaglos zu tragen.

Vorteil bei 2.: Deine Katze ist sofort bei Dir. Stirbt sie dann an der Krankheit in der Zeit, bis es zu einer Räumungsklage kommt oder diese ausverhandelt ist, würde der Räumungsgrund wegfallen und Deine Wohnung wäre nicht mehr in Gefahr.

Ich glaube aber nicht, dass Du so kalkulieren wirst, oder?

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