Schwierige Zusammenführung Katze und Kitten - was können wir noch tun?

Guten Abend ihr Lieben,

Mein Freund und ich haben uns vor ca. einem Jahr ein Kitten gekauft (Tamy ist etwas über einem Jahr alt). Nun haben wir uns gestern noch den kleinen Leo (Kitten) dazu geholt.

Dass die Zusammenführung nicht einfach wird, wussten wir schon. Allerdings stellen wir uns nun die Frage, ob wir irgend etwas tun können, um es den Beiden etwas zu erleichtern. Tamy reagierte sofort mit Knurren und Fauchen. Leo hingegen ist das total egal, er möchte teilweise sogar mit ihr spielen. Er ist aber trotzdem sehr ruhig (schläft viel). Die Pfote hat bis jetzt auch noch keiner gehoben.

Tamy war vorher eine sehr liebe und verschmuste, die natürlich auch einen großen Spieltrieb hatte. Aber nun möchte sie sich von uns auch kaum noch anfassen lassen, sie knurrt und faucht teilweise auch uns an. Trotzdem ist sie neugierig und schleicht sich an ihn heran, wenn er schläft um ihn zu beschnuppern. Tamy ist noch nicht kastriert, der Termin steht aber schon.

Da beide sehr großes Vergnügen beim Fressen haben und wir hofften das sie sich dadurch etwas näher kommen hatten wir die Futternäpfe "nebeneinander", an den gewohnten Platz, gestellt. Doch nun möchte Tamy nicht mehr dort fressen. Wir haben auch bereits versucht die Große durch spielen abzulenken, ohne Erfolg. Auch dieses Spielspray (was sie sonst liebt) bringt nichts.

Natürlich haben wir den Kleinen auch nicht bevorzugt.

Wir hoffen auf Liebe Antworten und vielleicht auch ein paar Tipps und Tricks.😉

LG GeradevonderAlm + Partner😊🤗

3 Antworten

Allgemein wird bei Zusammenführungen zumeist empfohlen, dass die Katzen idealerweise vom selben Geschlecht, in etwa gleichem Alter und von möglichst ähnlichem Charakter sein sollten.

Wenngleich dies bei Euch auch nur sehr bedingt zutrifft, sollte die Zusammenführung der Fellnasen eigentlich keine Zauberei darstellen, wenn Ihr ein paar grundlegende Dinge berücksichtigt.

Zusammenführung bedeutet immer Stress für alle Beteiligten, und es erfordert mitunter viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - dabei den Neuankömmling an seinen neuen Lebensraum, und die bereits vorhandene Katze an den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier - zu gewöhnen. Eifersucht kann man da nie ganz ausschließen, zum Glück kann man aber einiges dagegen unternehmen.

Der (Erst-)Kontakt zwischen Katzen verläuft oftmals ziemlich "rustikal". Naturgemäß finden sich die beiden Fellnasen anfangs ziemlich doof, und müssen sich - manchmal im wahrsten Sinne des Wortes - erst mal "zusammenraufen".

Wenn zwischen den Katzen auch mal die Fetzen fliegen, ist das soweit vollkommen normal - falls allerdings Blut fließt, müsst Ihr natürlich unbedingt einschreiten.

Naturgemäß kann bei einer Zusammenführung niemand eine Erfolgsgarantie abgeben. Manche Katzen kuscheln nach wenigen Tagen zusammen im Körbchen, andere werden sich - weil die "Chemie" eben nicht stimmt - vielleicht auch nach längerer Zeit nur respektieren.

Habt Geduld, eine erfolgreiche Zusammenführung kann, muss aber nicht, durchaus Wochen oder Monate dauern - lasst Euch davon aber nicht entmutigen!

In vielen Fällen ist die bereits vorhandene Katze durch den "Eindringling" in ihrem Revier zunächst verunsichert, und u.U. auch verängstigt.

Auf der einen Seite ist es daher richtig und wichtig, dass Ihr Euch - auch wenn es vielleicht schwerfällt - nicht zu ausführlich mit dem Neuzugang beschäftigt, damit sich die vorhandene Katze nicht zurückgesetzt fühlt (das könnte dann zu Eifersucht führen). Sie hat die älteren Rechte und die Revierhoheit, und sollte sie auch behalten.

Behandelt Eure "Erstkatze" wie immer, und ggf. solltet Ihr Euch - zumindest anfangs - vielleicht noch etwas intensiver um sie bemühen, als vorher. Wenn sie dann merkt, dass sie keinen Grund dazu hat sich zurückgesetzt zu fühlen, sollte sich ihr Verhalten eigentlich bald normalisieren.

Auf der anderen Seite besteht bei Zusammenführungen die Herausforderung stets auch darin, beide Katzen möglichst gleich zu behandeln (auch der Neuankömmling darf sich ja nicht vernachlässigt fühlen!), und dabei keine zu bevorzugen - mithin also eine klassische Gratwanderung.

Idealerweise solltet Ihr möglichst viel Zeit für eine intensive Beschäftigung (gemeinsames Spiel, Schmusestunden, Leckerchen futtern, etc.) mit beiden Fellnasen einplanen.

Dabei kommt es einerseits darauf an, mit ihnen gemeinsam zu spielen, sie ausreichend geistig und körperlich zu fordern und sie dabei aneinander und an Euch zu gewöhnen. Andererseits tut es beiden aber auch gut, sich mit ihnen mal getrennt voneinander zu beschäftigen, um dabei voll und ganz auf sie eingehen zu können. Dazu sind (neben Schmusestunden) z.B. Spiele hilfreich, die Erfolgserlebnisse bescheren (z.B. Futterlabyrinth, Katzenangel, Fummelbox, Clickertraining o.ä.).

Hilfreich wäre es zudem, wenn Eure Katzen sich bei Bedarf in der Wohnung in ihre eigenen Bereiche (z.B. getrennte Zimmer, Katzenhöhlen, Kartons, abgesicherter Balkon, etc.) zurückziehen könnten, um sich ggf. ein wenig aus dem Weg zu gehen.

Zudem solltet Ihr - wie eingangs bereits gesagt - die Fellnasen zunächst möglichst unter Aufsicht lassen, bis eine Trennung nicht mehr notwendig erscheint. Fauchen und Knurren ist dabei ganz normal, eingreifen solltet Ihr nur dann, falls das Herumbalgen in echte Kämpfe ausartet, bei denen dann ggf. auch Blut fließt.

Eine zusätzliche Hilfe können eventuell noch Verdampfer für die Steckdose (z.B. Feliway "Friends" oder "Classic", beim Tierarzt oder im Fachhandel erhältlich) bieten, die spezielle Duftstoffe (Pheromone) freisetzen, und dadurch einen entspannenden Wohlfühleffekt auf Katzen haben können.

Auf alle Fälle solltet Ihr stets Ruhe bewahren (sonst überträgt sich Euer Stress noch zusätzlich auf die Katzen), den Fellnasen mit Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geduld und Nachsicht begegnen, und sie keinesfall bestrafen oder mit Liebesentzug reagieren (Katzen können Strafe ohnehin nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung bringen).

Ich drücke die Daumen, dass die Zusammenführung problemlos und schnell gelingt.

Alles Gute und viel Erfolg!

Herzlichen Dank für das Sternchen! <freu>

Alles Gute Euch und den Fellnasen!

Hallo,

Tamy ist ein Weibchen und Leo ein Männchen, oder?

Wieso ist Tamy noch nicht kastriert? Das ist seit einem halben Jahr fällig. Aber OK, das soll jetzt nicht Thema sein.

Wie alt ist Leo denn? Und lebte Tamy bis jetzt in Einzelhaltung? Kennt sie andere Katzen (z.B. durch Freigang)?

Erstmal solltet ihr die Näpfe wieder auseinander stellen. Wenn Katzen eins nicht mögen, dann etwas aufgezwungen zu bekommen. Eventuell ist es sogar ratsam, die Näpfe in komplett andere Räume zu stellen, damit beide (aber vor allem Tamy) beim Fressen ihre Ruhe haben.

Habt ihr Leo direkt vor Tamys Nase gesetzt oder war er zunächst in einem extra Raum einquartiert? Letzteres wäre bzw. ist besser.

Ihr solltet beiden Katzen ihren Freiraum lassen, das heißt, wenn ihr merkt, dass einer der beiden (vermutlich eher Tamy) seine Ruhe haben möchte, dann sorgt ihr auch dafür (z.B. indem ihr einen extra Raum herrichten, indem sie sich ungestört zurückziehen können).

Dann muss Tamy jetzt die erste Geige spielen. Mit Tamy wird viel gespielt, gekuschelt usw. Sie bekommt als erstes Futter. Leo muss jetzt erstmal den Kürzeren ziehen.

Für mehr, lies dir folgende Seiten durch:

http://www.katzen-fieber.de/eingewoehnung-zusammenfuehrung.php

http://www.petsnature.de/infoseiten/katzen-ratgeber/katzen-haltung/zusammenfuehrung-von-katzen

http://www.tierhilfsnetzwerk-europa.de/aufklaerung/zusammenfuehrung-von-katzen/

Ihr braucht jetzt übrigens insgesamt mindestens drei Katzenklos.

Liebe Grüße

Ansonsten sind Tamys Reaktionen vollkommen normal. Leo ist ein Eindringling in ihr Revier und das gefällt ihr nicht. Die Zusammenführung von Katzen bedarf viel Geduld und kann teilweise mehrere Wochen dauern.

Stellt die Näpfe auseinander und bietet den Katzen drei Katzenklos an.

Um die Katze etwas entspannter werden zu lassen, empfehle ich Felifriend.

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