Komisches Fressverhalten meiner Katze - evtl. Zahnprobleme?

Hallo, meine Katze zeigt seit ca. 14 Tagen ein seltsames Verhalten. Mal sehen ob ichs einigermassen schildern kann.

Also meine Katze frist leider nur 1 Sorte von TroFu. Seit 14 Tagen allerdings geht sie da nicht mehr drann. Wenn man Ihr allerdings mal nen Leckerchen hinhält, das ist schups weg. Ansonsten geht Sie nicht an Ihr Futter mehr drann. Hab andere Sorten ausgetestet nix mag Madame nich. Ansonsten verhält sie sich aber völlig normal. Ist frech wie immer, spielt auch wie immer.

Tierarzt meinte Sie hat vielleicht Zahnprobleme (mehr konnte er nicht ohne Narkose feststellen da die Katze sehr aggresiv ist gegenüber Fremden) allerdings frist sie ihre Käserollis die ja auch Hart sind. Auch wenn mal Salat auf unserem Speiseplan steht, Ihre Tomate oder Schlangengurke frisst sie.(Lieblingsspeise sind Mandarinen aus der Dose) also ne kleine Verrückte :)

Weiss da jemand vieleicht was man da noch machen könnte ? Weil nur mit Katzenfremden Nahrungsmitteln will ich sie natürlich nicht vollstopfen.

Danke Diskus

9 Antworten

Vielleicht kannst Du Deiner Katze mal ne andere Sorte Trofu von der gleichen Marke servieren, denn meist gibt es ja verschiedene Geschmacksrichtungen. Meine Katzen bekommen 5 verschiedene Sorten Trockenfutter, weil nicht jede meiner Katzen alles frisst. Allerdings bekommen meine Katzen auch noch Nassfutter und täglich Fleisch oder Fisch, je nachdem roh oder gekocht und dabei schlägt dann auch einer meiner Kater zu, der sich sonst nur von Trockenfressen ernähren würde.

Gib Ihr zur Abwechslung mal Feuchtfutter oder gekochte kleingeschnittene Hühnerbrust. Ausschließlich Trockenfutter sollte man eh nicht geben, weil es auf Dauer zu sehr die Nieren belastet. Katzen sind sehr eigenwillig, eher verhungern sie, als das sie etwas fressen was sie nicht mehr mögen.

Na wenn sie das mal fressen würde. Wie du schon sagtest die verhungern lieber.

unser Kater har außer Mäusen auch einen speziellen Geschmack. Er möchte immer alles fressen, was wir essen oder was der Hund in der Schüssel hat. Dazu gehörte u.a. mein geliebtes Tiramisu, Schwarzwälder Kirschtorte, Grillwürstchen,Lachs u.v.m.. Hat er sich alles zusammengeklaut. Freiwillig bekommt er von mir, Gouda, Fisch, mit Wasser verdünnte Sahne und wenn vorhanden, mal ne portion Kartoffelbrei. Ist schon sehr speziell der Kleine, und er findet es soooo lecker.

Verzichte bitte unbedingt auf Trockenfutter (auch auf getreidefreies)! Begründung: Es hat rein gar nichts mit gesunder Katzenernährung zutun und ist sowohl schädlich für die Zähne (die Stärkereste legen sich als zäher, klebriger Belag auf die Zähne, was Zahnstein begünstigt) als auch die Nieren (Trockenfutter saugt Wasser auf und senkt somit den Flüssigkeitslevel), das heißt eine Katze muss mindestens die 3-fache Wassermenge der aufgenommenen Futtermenge zu sich nehmen, um ihn zu halten, was keinem Tier möglich ist. Mach selber den Test und tropfe Wasser über’s Trockenfutter - du wirst sehen, wie schnell es das aufsaugt, und nichts anderes passiert im Körper der Katze! Dadurch verliert auch die Magenschleimhaut einen Teil ihrer Schutzschicht und macht die Katze anfälliger für Magenreizungen und -entzündungen, die in Geschwüre übergehen können. Was erschwerend hinzukommt: Fängt sie erstmal an zu trinken, hat die Dehydration (Austrocknung) bereits eingesetzt - oft mit gravierenden Folgen, wenn sie es über die Jahre verteilt ausschließlich erhält, wie etwa Diabetes, Nierenversagen und ein vorzeitiger Tod. Männliche Tiere sind aufgrund ihrer langen Harnröhre umso anfälliger für Harnsteine etc.. Eine Katze braucht schlichtweg Flüssigkeit; von Natur aus ist sie es gewohnt, sie über die Nahrung aufzunehmen in Form von Mäusen, Fischen und dergleichen. Diese bestehen bis zu 80% aus Wasser - Trockenfutter hingegen hat nicht mal 10% Wasser! - Anlass genug, dieses gar nicht erst in Erwägung zu ziehen. Des Weiteren ist Trockenfutter vielfach die Ursache für Übergewicht, Blasenentzündungen (da weniger Harnabsatz), Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Das Risiko von Futtermilbenbefall (Allergieauslöser) steigt bei falscher Lagerung ebenso - mitunter sind gar Rohstoffe bereits damit kontaminiert!

Da sie offenbar noch keine obigen Leiden hat, ist es hoffentlich noch nicht zu spät, aber höchste Zeit für eine Ernährungsumstellung im Sinne von mehr Flüssigkeit. Generell sollte man keine Katze an Trockenfutter gewöhnen, und sie dankt es mit einem gesunden und langen Leben. Und sollte sie dennoch derartige Krankheiten entwickeln, was natürlich passieren kann (es gibt ja auch sehr wenige Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen), dann muss man zumindest nicht bei sich anfangen!

Doch leider fängt ein Großteil der Besitzer aus folgendem Grund nicht bei sich an: Viele Tierärzte schieben Diabetes, Harnwegserkrankungen und Niereninsuffizienz fälschlicher- und somit fatalerweise auf das Alter! Grund: Sie haben oft nur unzureichendes Wissen über Katzenernährung, da sie die Informationen aus der Futtermittelindustrie erhalten, deren Ziel u. a. auch der Verkauf von Trockenfutter ist! Nur die wenigsten(!) sind in der Hinsicht so kompetent wie diese 4 Tierärzte:

  • Zitat Lisa A. Pierson (DVM = Doctor of Veterinary Medicine): Es ist unglaublich frustrierend, dass meine Kollegen eine Trockenfutter-Diät empfehlen anstatt Dosenfutter mit zugesetztem Wasser.
  • Zitat Dr. Bettina Brabänder: Das Zeug ist so etwas wie Fastfood bei Kindern und als ständige Kost nicht gesund.
  • Zitat Dr. Ian Billinghurst: Die traurige Wahrheit ist, dass Fertigfutter hilft, Tierärzte mit Patienten zu versorgen.
  • Zitat Dr. med. vet. Dorsie Kovacs: Ungeachtet der irreführenden Werbung kann Trockenfutter wesentlich mehr Probleme verursachen als beseitigen. Die Hersteller machen den Haustierbesitzern das Gegenteil glauben, da buchstäblich Milliarden Verkaufswerte auf dem Spiel stehen. Trockenfutter, fütterungsbereit verpackt, ist speziell für die Bequemlichkeit des Tierbesitzers designed, nicht für das Haustier.

Was hinzukommt: Viele Besitzer von Trockenfutter-Katzen pflegen zu sagen: „Meiner Katze geht es gut.“. Dazu vermerke ich: Ausnahmen von gesunden Trockenfutter-Katzen wird es immer geben - doch dafür sind es Ausnahmen, d. h. sie besitzen keine Allgemeingültigkeit. Typische Leiden, die auf Trockenfuttergabe basieren, sind i. d. R. Spätfolgen - dennoch weiß ich gar von 3 Trockenfutter-Katzen, die ihren 6. Geburtstag nicht erlebt haben, Diagnose: Nierenversagen! Das Tückische: CNI (chronische Niereninsuffizienz ==> häufige Auslöser: Tumorerkrankungen, erbliche Faktoren oder Trockenfuttergabe) ist ein schleichender Prozess, da sich die Symptome erst dann zeigen, wenn ¾ des Nierengewebes bereits zerstört sind. Die zunehmend geschädigten Nieren sind irgendwann nicht mehr in der Lage, selbst leichte Dehydrationen (z. B. durch Erbrechen) zu kompensieren, weshalb die Krankheitsmerkmale auch sehr plötzlich auftreten können. Eine Trockenfutter-Katze als gesund zu bezeichnen, kann somit schneller zur Fehleinschätzung werden, als man meint …!

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

Man bedenke: Eine Katze benötigt täglich mindestens 60 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht [je nach Temperatur, Gesundheitszustand, Alter und Aktivität sogar bis 80 ml ==> z. B. im Welpenalter, bei Durchfall oder chronischer Niereninsuffizienz (CNI)]. Da kommt deine Katze mit Trockenfuttergabe niemals hin, zumal es - im Gegenteil - auch noch Wasser entzieht!

Überdies haben Lebensmittel wie Salat, Tomaten, Gurken und Mandarinen nichts im Napf einer Katze verloren - sorry! Da muss sie ja Zahnprobleme kriegen, schon allein wegen der Säure …!

Die beste Katzenernährung ist Nassfutter mit 60% Fleisch-Mindestanteil ohne Getreide und Zucker. Mittel- bis hochwertig sind folgende Sorten:

  • Real N*ture
  • Animonda C*rny
  • Gr*u und
  • M*C’s (alle erhältlich im Zoofachhandel).

Völlig akzeptabel und somit ein Kompromiss zwischen Geldbeutel und Qualität sind folgende Sorten:

  • L*x (erhältlich beim A-Discounter Nord)
  • C*chet (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim A-Discounter Süd)
  • B*anca (alle, außer „Geflügel und Leber in Wildgelee“ ==> hellgelbe Dose; erhältlich beim P-Discounter) sowie
  • Opt*cat (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim L-Discounter).

Bist du Neuling in Sachen Katze? Wie es aussieht ja, sonst wüsstest du, dass sie durch derartige Nahrungsentzüge nur allzu leicht eine hepatische Lipidose (Fettleber) entwickeln kann. - Wie entsteht eine Fettleber? Wenn dem felinen Körper zu lange Zeit Nahrung entzogen wird, entsteht ein Energiemangel. Dadurch werden Fettdepots mobilisiert und gelangen in die Leber. Im Gegensatz zum Hund oder zum Menschen besitzt die Katze jedoch kein Enzym, das diese Fette in Energielieferanten umwandelt. Folge: Sie lagern sich in die Leberzellen ein, zerstören diese und beeinträchtigen die Leberfunktion massiv. Das Fatale: Die Leberverfettung löst Appetitlosigkeit aus, weshalb sie sich weiter verschlimmert.

Merke: Eine Katze muss nach spätestens 24 Stunden fressen (notfalls auch Trockenfutter), eine übergewichtige sogar nach 12 Stunden - tut sie es nicht, könnte es ihr Todesurteil sein! Selbst bei beabsichtigter Gewichtsreduktion darf die Energiezufuhr nur 10 bis schrittweise(!) maximal 25% unter dem Erhaltungsbedarf liegen, d. h. unter dem Nahrungsmindestbedarf eines erwachsenen Tieres bei normaler Aktivität. Alles andere käme einer Radikaldiät gleich, die ebenso eine Fettleber auslösen kann! Selbst intensivmedizinische Behandlungen bei der Diagnose Fettleber verzeichnen nur eine Erfolgsquote von ca. 60%. Der Rest trägt schwerwiegende Leberschäden davon oder verstirbt an Leberversagen, was leider häufig der Fall ist.

Des Weiteren frage ich mich, wie du Zahnprobleme ausschließen kannst, nur weil sie sich zum Verzehr von Leckerlis hinreißen lässt?! Vielmehr ist es so, dass sich Katzen (trotz möglicher Zahnprobleme) schmerzmäßig gerade noch dazu durchringen können, weil sie etwas Besonderes sind. Außerdem ist schlechtes Fressverhalten ist immer ein Alarmzeichen und kann alles Mögliche sein, z. B. ein Magengeschwür infolge einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung), eine Zahnfleischentzündung oder FORL [= Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen (Läsionen = Schädigungen, Störungen oder Verletzungen)], d. h. eine äußerst schmerzhafte Zahnerkrankung bei Katzen. Lass sie bitte schleunigst daraufhin untersuchen.

Bedenke bitte: Gerade Katzen oft lange still vor sich hin, ehe man einen Verdachtsmoment hat. Dies ist auf ihr Sicherheitsbedürfnis in freier Wildlaufbahn zurückzuführen, denn wenn Feinde ihre Schwäche aufgrund Schmerzensschreie bemerken, werden sie leichter angreifbar. Du hingegen hast einen Verdachtsmoment, und zwar schlechtes Fressverhalten. Also, ab zum Arzt (es gibt auch einen tierärztlichen Notdienst)! Faktor Zeit ist bei mangelnder Nahrungszufuhr und möglichen Entzündungsherden in mehrerlei Hinsicht alles entscheidend (Stichwort nahrungsentzugsbedingte Leberschäden, austrocknungsbedingte Nierenschäden + entzündungsbedingte Herzschäden, die lebensbedrohlich werden können). Bedenke auch: Wenn du noch länger zögerst und sie gesundheitliche Schäden davonträgt, stehst du in der Verantwortung.

Alles Gute für deine Katze!

Weitere Katzenfragen zu "Verhaltensweisen"