Wie füttere ich meinen Babykater richtig?

Hallo ihr Lieben,

Ich habe seit einer Woche einen 9 Wochen alten Babykater. Ich weiß allerdings nicht, wie ich ihn richtig zu füttern habe, da es mein erster Kater ist.

Ich muss den ganzen Tag arbeiten, bin also von 7 - 18:10 Uhr weg. Mein Freund geht zwar in der Pause nach meinem Kater schauen, aber das schafft er ja auch nicht jeden Tag.

Ich stelle ihm morgens eine Schale Nassfutter hin, für den Tag Trockenfutter falls er Hunger bekommt und abends noch einmal Nassfutter. Das kommt mir allerdings etwas wenig vor. Ab und zu bekommt er noch ein Leckerli.

Wie würdet ihr das machen? Ich kann da ja nicht den ganzen Gag Nassfutter hinstellen, das wird ja irgendwann auch ekelhaft oder nicht?

LG

8 Antworten

Hallo shellaai, also ansich ist es natürlich besser wenn dein Kater noch einen Spielgefährten hätte, ist aber kein Muss. Wenn ihr genug offt zuhause seit, und so liest es sich hier ja eigentlich schon sollte es auch passen. In der Natur streunen Kater und Katzen ja auch viel alleine umher. Zu Futter, da kann ich Kathy34 nur recht geben (und toll geschrieben). Bitte auf keinen Fall Trockenfutter für Katzen geben. Ganz besonders Kater neigen sehr schnell zu Nierensteinen und Struvit. Bitte nur Nassfutter geben, da Katzen einfach zu wenig trinken (sie sind ja ursprünglich aus Wüstenregionen). Wichtig ist das das Nassfutter sehr hochwertig und getreidefrei ist. Idealerweise auch ohne Zusatzstoffe (also künstliche Vitamine usw.) und nebenprodukte, besonders pflanzliche sind schädlich. Empfehlen kann ich dir Bioforpets, das hat 99,5% Fleisch und Innereien da gibt es auch Gratisproben (auf deren Webseite ganz rechts) und Boos oder Auland ist auch nicht schlecht. Auf Discounterprodukte solltest du unbedingt verzichten.

Danke dir vielmals :-)

Wenn ihr genug offt zuhause seit, und so liest es sich hier ja eigentlich schon

Der Fragesteller ist über 10 Stunden am Tag nicht daheim.

In der Natur streunen Kater und Katzen ja auch viel alleine umher.

Es handelt sich um ein 9 Wochen altes Kitten! Kaum abgestillt!

Stichwort Futtermenge: In diesem Alter dürfen Katzen noch(!) soviel fressen wie sie möchten. Begründung: Es gibt Phasen, wo sie innerhalb kürzester Zeit ihr Gewicht verdoppeln; außerdem schließen Katzen den Großteil ihres Wachstums erst zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat ab. Danach ist die Futtermenge abhängig von Gewicht, Alter, Rasse und Aktivität. Erstgenanntes (und somit das Idealgewicht) kannst du notfalls beim Tierarzt erfragen und es wöchentlich kontrollieren, indem du sie wiegst. Verweigert er die Waage, stell dich vorher rauf, nimm ihn anschließend auf den Arm und zieh dein Gewicht ab.

Stichwort Futterart: Verzichte bitte unbedingt auf Trockenfutter (auch auf getreidefreies)! Begründung: Es hat rein gar nichts mit gesunder Katzenernährung zutun und ist sowohl schädlich für die Zähne (die Stärkereste legen sich als zäher, klebriger Belag auf die Zähne, was Zahnstein begünstigt) als auch die Nieren (Trockenfutter saugt Wasser auf und senkt somit den Flüssigkeitslevel), das heißt eine Katze muss mindestens die 3-fache Wassermenge der aufgenommenen Futtermenge zu sich nehmen, um ihn zu halten, was keinem Tier möglich ist. Mach selber den Test und tropfe Wasser über’s Trockenfutter - du wirst sehen, wie schnell es das aufsaugt, und nichts anderes passiert im Körper der Katze! Dadurch verliert auch die Magenschleimhaut einen Teil ihrer Schutzschicht und macht die Katze anfälliger für Magenreizungen und -entzündungen, die in Geschwüre übergehen können. Da sich das Futtervolumen aufsaugebedingt verdoppelt, können auch schmerzhafte Blähungen folgen. Was erschwerend hinzukommt: Fängt sie erstmal an zu trinken, hat die Dehydration (Austrocknung) bereits eingesetzt - oft mit gravierenden Folgen, wenn sie es über die Jahre verteilt ausschließlich erhält, wie etwa Diabetes, Nierenversagen und ein vorzeitiger Tod. Männliche Tiere sind aufgrund ihrer langen Harnröhre umso anfälliger für Harnsteine etc.. Eine Katze braucht schlichtweg Flüssigkeit; von Natur aus ist sie es gewohnt, sie über die Nahrung aufzunehmen in Form von Mäusen, Vögeln und dergleichen. Diese bestehen bis zu 80% aus Wasser - Trockenfutter hingegen hat nicht mal 10% Wasser! - Anlass genug, dieses gar nicht erst in Erwägung zu ziehen. Des Weiteren ist Trockenfutter vielfach die Ursache für Übergewicht, Blasenentzündungen (da weniger Harnabsatz), Verstopfung und Übersäuerung (womit die Krebsgefahr steigt), und je nach Lagerzeit und -ort können sich Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) bilden, die für uns Menschen nicht immer erkennbar sind. Das Risiko von Futtermilbenbefall (Allergieauslöser) steigt bei falscher Lagerung ebenso - mitunter sind gar Rohstoffe bereits damit kontaminiert!

Am besten, du gewöhnst ihn gar nicht erst an Trockenfutter, und er wird es dir mit einem gesunden und langen Leben danken. Und sollte er dennoch derartige Krankheiten entwickeln, was natürlich passieren kann (es gibt ja auch sehr wenige Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen), dann musst du zumindest nicht bei dir anfangen!

Doch leider fängt ein Großteil der Besitzer aus folgendem Grund nicht bei sich an: Viele Tierärzte schieben Diabetes, Harnwegserkrankungen und Niereninsuffizienz fälschlicher- und somit fatalerweise auf das Alter! Grund: Sie haben oft nur unzureichendes Wissen über Katzenernährung, da sie die Informationen aus der Futtermittelindustrie erhalten, deren Ziel u. a. auch der Verkauf von Trockenfutter ist! Nur die wenigsten(!) sind in der Hinsicht so kompetent wie diese 4 Tierärzte:

  • Zitat Lisa A. Pierson (DVM = Doctor of Veterinary Medicine): Es ist unglaublich frustrierend, dass meine Kollegen eine Trockenfutter-Diät empfehlen anstatt Dosenfutter mit zugesetztem Wasser.
  • Zitat Dr. Bettina Brabänder: Das Zeug ist so etwas wie Fastfood bei Kindern und als ständige Kost nicht gesund.
  • Zitat Dr. Ian Billinghurst: Die traurige Wahrheit ist, dass Fertigfutter hilft, Tierärzte mit Patienten zu versorgen.
  • Zitat Dr. med. vet. Dorsie Kovacs: Ungeachtet der irreführenden Werbung kann Trockenfutter wesentlich mehr Probleme verursachen als beseitigen. Die Hersteller machen den Haustierbesitzern das Gegenteil glauben, da buchstäblich Milliarden Verkaufswerte auf dem Spiel stehen. Trockenfutter, fütterungsbereit verpackt, ist speziell für die Bequemlichkeit des Tierbesitzers designed, nicht für das Haustier.

…, da der Platz leider nicht ausreichte:

Was hinzukommt: Viele Besitzer von Trockenfutter-Katzen pflegen zu sagen: „Meiner Katze geht es gut.“. Dazu vermerke ich: Ausnahmen von gesunden Trockenfutter-Katzen wird es immer geben - doch dafür sind es Ausnahmen, d. h. sie besitzen keine Allgemeingültigkeit. Typische Leiden, die auf Trockenfuttergabe basieren, sind i. d. R. Spätfolgen - dennoch weiß ich gar von 3 Trockenfutter-Katzen, die ihren 6. Geburtstag nicht erlebt haben, Diagnose: Nierenversagen! Das Tückische: CNI (chronische Niereninsuffizienz ==> häufige Auslöser: Tumorerkrankungen, erbliche Faktoren oder Trockenfuttergabe) ist ein schleichender Prozess, da sich die Symptome erst dann zeigen, wenn ¾ des Nierengewebes bereits zerstört sind. Die zunehmend geschädigten Nieren sind irgendwann nicht mehr in der Lage, selbst leichte Dehydrationen (z. B. durch Erbrechen) zu kompensieren, weshalb die Krankheitsmerkmale auch sehr plötzlich auftreten können. Eine Trockenfutter-Katze als gesund zu bezeichnen, kann somit schneller zur Fehleinschätzung werden, als man meint …!

Außerdem: In diesem Alter legst du Grundsteine für spätere Vorlieben, die prägend sind. Soll heißen: Je früher er an schlechte Nahrung herangeführt wird umso schwieriger wird eine spätere Futterumstellung!

Man bedenke: Eine Katze benötigt täglich mindestens 60 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht [je nach Temperatur, Gesundheitszustand, Alter und Aktivität sogar bis 80 ml ==> z. B. im Welpenalter (wie dein Kater), bei Durchfall oder chronischer Niereninsuffizienz (CNI)]. Da kommt ein Tier mit Trockenfutter niemals hin, zumal es - im Gegenteil - auch noch Wasser entzieht! Leider müssen im Alter viele Trockenfutter-Katzen am Blasenkatheter angeschlossen und / oder wegen Niereninsuffizienz behandelt werden bzw. viele Tiere wegen Zahnbeschwerden auch schon früher (Stichwort Zahnsanierung aufgrund Zahnfleischentzündung und Zahnstein, Kosten 200 €). Dies ist häufig der Tatsache geschuldet, dass sich Katzenbesitzer nie das erforderliche Wissen darüber angeeignet haben. Entsprechend groß ist der Aufklärungsbedarf.

Stichwort Nassfutter: Welches gibst du denn? Ein zucker- und getreidehaltiges, schlimmstenfalls auch noch mit pflanzlichen Eiweißextrakten, pflanzlichen Nebenerzeugnissen und hohem Rohascheanteil? Das wäre ebenso ein NoGo. Mittel- bis hochwertig sind folgende Nassfuttersorten:

  • An*monda „Aus der Heimat“
  • B*zita
  • N*TUR plus
  • R*al Nature
  • C*tz Finefood
  • Gr*nataPet
  • Gr*u
  • L*onardo
  • M*C’s und
  • T*rra Faelis (alle erhältlich im Zoofachhandel).

Völlig akzeptabel und somit ein Kompromiss zwischen Geldbeutel und Qualität sind diese Sorten:

  • L*x (erhältlich beim A-Discounter Nord)
  • C*chet (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim A-Discounter Süd)
  • B*anca (alle, außer „Geflügel und Leber in Wildgelee“ ==> hellgelbe Dose; erhältlich beim P-Discounter) sowie
  • Opt*cat (Achtung: nur die zucker- und getreidefreien Sorten; erhältlich beim L-Discounter).

Stichwort Fütterungszeit: Da Katzen Gewohnheitstiere sind, empfehlen sich am ehesten feste und über den Tag gut verteilte Fütterungszeiten bei 3-4 Portionen, bei Welpen auch 5-6. Von nur 2 Portionen ist abzuraten; dann können sich Katzen aufgrund des großen Hungers leicht überfressen, was Erbrechen begünstigt. Erbrechen bedeutet Nahrungsentzug, und das wiederum schadet der Leber. Versuche daher unbedingt, die Zeiten zu optimieren und frage notfalls einen Nachbarn oder Bekannten, ob er zwischendurch füttern kann - zumindest, solange er im Welpenalter ist. Hast du später (beispielsweise im Sommer) Bedenken, dass das Nassfutter antrocknet, füge einen Schuss Wasser bei und püriere es mit einer Gabel; dann wirkst du dem entgegen.

Ferner irrst du leider mit der Annahme, dass Katzen rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung haben müssen - mehr noch: ständige Futter-Verfügbarkeit ist sogar ein NoGo! Begründung:

  • Erstens kann Fressen so zu einer Art Beschäftigung werden, Stichwort Fresssucht;
  • zweitens können Katzen bei ständiger Futter-Verfügbarkeit kein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl mehr entwickeln;
  • und drittens neigt insbesondere Trockenfutter vermehrt zu Bildung von Schimmelpilzgiften (==> krebserregend).

Anbei: Wie war es eigentlich möglich, dass er bereits mit 8 Wochen(!) zu dir kam? Nur zur Info: Babykatzen sollten mindestens 12 Wochen (besser wären 16) bei der Mutter bleiben. Dabei geht es neben Sozialisierung auch um eine langfristig gestärkte Immunabwehr. Die Rede ist von Muttermilch, die dem Aufbau der Abwehrkräfte dient, was keine Alternativnahrung dergestalt hinbekommt, siehe auch http://seismart.de/katze/katzenbabys-trennen-wie-lange-muessen-katzenbabys-bei-der-mutter-bleiben--_341.html. Katzenwelpen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, können zeitlebens krankheitsanfälliger sein als Artgenossen, die lange genug beim Muttertier waren.

…, mal wieder fehlender Platz ;-)

Außerdem sollten Babykatzen niemals einzeln gehalten werden, da sie sozialisiert werden müssen und die ersten Monate in der Wohnung verbringen (Stichwort Gefahren). Selbst für eine erwachsene Katze ist Wohnungseinzelhaltung ein NoGo. Nur allzu oft mündet sie leider irgendwann in Verhaltensstörungen (Tapetekratzen, übermäßige Fellpflege mit kahl geleckten Stellen oder gar Urinieren in der Wohnung usw.) - alles rein kummerbedingt! Eine Zweitkatze, die ihm das Leben versüßt (gleiches Alter, Geschlecht + Temperament), ist für diesen Fall ein Muss! Nicht raus zu dürfen und einsam in der Wohnung auszuharren, ist schlichtweg grausam. Ein Mensch kann da gar nicht genug entgegenwirken, zeitlich am wenigsten - selbst die spannendste Umgebung und das interessanteste Spielzeug ersetzen keinen Artgenossen! Die Anwesenheit der anderen Katze ist eine Bereicherung, die nicht unterschätzt werden sollte. Dass es womöglich eine zeitlang gut geht, bleibt aussagelos: Manchmal bedarf es einfach Zeit, ehe Missstände unerträglich werden. Außerdem: Nur allzu oft werden Wohnungseinzelkatzen Attribute wie zufrieden oder ruhig zugeschrieben - ohne zu sehen, dass sie schlichtweg resigniert haben …!

Also: Bitte einen gleichgeschlechtlichen Artgenossen aufnehmen! Über 11 Stunden tägliche Einsamkeit ist ein völliges NoGo! Ebenso wichtig: Hol den Zweitkater bitte sofort, damit typische Probleme der Vergesellschaftung (z. B. Revierverhalten) von vornherein minimiert werden.

Ich hoffe, das reicht soweit an Informationen.

Hier übertreibt (leider) niemand und es würde Dir und dem Kater guttun, wenn Du den ein oder anderen Rat hier beherzigen würdest. Du schreibst ja schließlich selber, dass er Deine erste Katze ist.

Ein Kitten sollte frühestens mit 12 Wochen von der Mutter weg und niemals danach alleine aufwachsen. Hier ist unbedingt ein Artgenosse im Alter von 12 bis 20 Wochen vonnöten, der ihm noch das ein oder andere Sozialverhalten beibringen kann. Andernfalls wirst Du einen ziemlich verhaltensgestörten erwachsenen Kater heranziehen, der möglicherweise Macken an den Tag legen wird, die Du nicht haben willst!

Was das Futter anbetrifft so darf ein Kitten im Wachstum so viel fressen, wie es will. Und ja, das, was Du fütterst hört sich tatsächlich ein bisschen wenig an. Wenn es nicht mitten im Hochsommer ist, kann man das Nassfutter ohne Probleme den Tag über stehen lassen. Hochwertiges Futter riecht übrigens erheblich appetitlicher als z. B. die berühmte Marke in den lila Dosen. Dabei muss es auch gar nicht so teuer sein. Das Aldi Futter in den kleineren Dosen und das in den Schälchen ist durchaus hochwertig. Du kannst es auch anreichern, indem Du z. B. das Fleisch von einem gekochten Hühnerschenkel darunter mischst oder diesen ein- bis zweimal pro Woche solo gibst. Mit 9 Wochen trinken Kitten immer noch bei der Mutter. Es gibt bei Fressnapf Katzenaufzuchtmilch, die Du noch zufüttern kannst.

Ja er ist auch mein erstes babykitten, aber wir leben ja bei meinem Freund der ebenfalls eine Katze hat. Ich bin ja dankbar für Ratschläge, aber nicht für rum gemecker, denn bisher geht es ihm bei uns super.

Deine andere Katze ist zumindest auch noch ein "Kind"!

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